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Portrait - Kaisa Varis (FIN)

Nadine Gärtner am 11.01.2008 - 19:12 Uhr
Geburtstag: 21.09.1975
Geburtsort: Ilomantsi/FIN
Heimatverein: Ilomantsin Urheilijat

Langlaufkarriere der Kaisa Varis
Die aus der ostfinnischen Kleinstadt Ilomantsi stammende Kaisa Varis begann ihre aktive Sportlerlaufbahn zunächst als Langläuferin, bevor sie sich 2006 für eine Biathlon-Karriere entschied. Sie war als Skilangläuferin in beiden Laufstilen etwa gleich stark. Erstmals trat sie 1994 als 19-jährige international als sie beim Continentalcup im heimischen Ilomantsi an den Start ging. Ihr Weltcupdebüt feierte sie etwa ein Jahr später in Lahti, es folgten weitere sporadische Einsätze bei Weltcups in Finnland, bevor sie 1998 in den finnischen Weltcupkader aufgenommen wurde. Ihre beiden einzigen Weltcupsiege feierte sie im Jahre 2000 im Freistil, einige weitere Podestplatzierungen konnte sie im Laufe der Jahre erreichen. Bei den Winterspielen in Salt Lake City verpasste die Finnin als Vierte eine olympische Medaille nur knapp. Ein Jahr zuvor bei der nordischen Skiweltmeisterschaft 2001 gelang ihr der bisher größte Erfolg, als sie Bronze im 15km-klassisch-Rennen gewann. Zudem erreichte sie mit der finnischen Staffel als Erste das Ziel, wegen der später des Dopings überführten Virpi Kuitunen wurde ihnen die Goldmedaille wieder aberkannt.

Des Dopings überführt ...
Überhaupt standen die Heim-Weltmeisterschaften in Lahti 2001 unter keinem guten Stern, da außer Kuitunen auch noch vier weitere finnische Läuferinnen und Läufer des Dopings überführt. Für Kaisa Varis, die mit dem in den Skandal verwickelten Trainer Kari-Pekka Kyrö liiert war, lief es 2001 zunächst noch glimpflich ab. Zwei Jahre später bei der WM in Val di Fiemme wurden auch bei ihr anomale Blutwerte festgestellt, so dass sie vorerst mit einer Schutzsperre belegt wurde. Einige Tage später lief Kaisa Varis mit der Staffel zu Silber, die der Mannschaft jedoch Wochen später wieder aberkannt wurde, nachdem Varis des EPO-Dopings überführt worden war.

Comeback im Biathlon
Nach einer zweijährigen Dopingsperre, die sie zu einem Sportstudium nutzte, versuchte sie sich mit einer Rückkehr in den Langlaufsport. Bald musste sie jedoch feststellen, dass das NOK Finnlands ihr eine Nominierung für die Winterspiele in Turin versagte, so dass sie sich wegen Streitigkeiten mit dem Verband, der von ihr Transparenz ihrer Blutwerte forderte, für einen Wechsel zum Biathlon entschied. Nach wenigen Monaten Training startete sie 2006/2007 in ihre erste Europacup-Saison, wo sie jedoch meist große Schwächen am Schießstand offenbarte. Dennoch feierte sie in einem - wenn auch schwach besetzten - Europacup ihren ersten Biathlonsieg. Zu Saisonbeginn 2007/2008 stieg sie in die finnische Weltcup-Mannschaft auf, wo sie durch gute Schießleistung und gewohnt starke Laufzeit sofort durch einen Top10-Platz im ersten Saisonrennen auf sich aufmerksam machte. In den folgenden Wochen machte sie jedoch eher als Strafrundenkönigin vor allem im Stehendanschlag von sich reden, bis sie beim Januar-Weltcup im Sprint von Ruhpolding mit zweimal Null vom Schießstand ging und sich ihren ersten Weltcupsieg im Biathlon sicherte.

Wieder positiv auf EPO - lebenslange Sperre
Doch lange währte die Freude nicht, denn nur wenig später wurde ein positiver Dopingtest aus dem Massenstart von Oberhof bekannt - und wieder war es EPO. Noch streitet Varis zwar erneutes Doping ab und beharrt auf ihrer Unschuld, doch auch die inzwischen geöffnete B-Probe brachte ein eindeutig positives Ergebnis: ein schulbuchmäßiger EPO-Fall, wie IBU-Generalsekretär Michael Geistlinger auf der angesetzten Pressekonferenz erklärte. Auf einer Sitzung beschloss das IBU Exekutivkomitee schließlich eine lebenslange Sperre der Athletin. Alle Resultate ab dem 6. Januar wurden aberkannt.

Erste Einsätze
1994 Continentalcup Langlauf
Erste Weltcupplatzierung
1996 70. im Langlauf / 2007 5. im Biathlon
Erste WC-Top-10-Platzierung
1999 8. im Langlauf Sappada / 2007 5. im Biathlon Kontiolahti
Erstes WC-Podium
2000 1. im Langlauf Moskau / 2008 1. im Biathlon Ruhpolding (DSQ wegen EPO-Doping!)
Erster WC-Sieg
2000 1. im Langlauf Moskau / 2008 1. im Biathlon Ruhpolding (DSQ wegen EPO-Doping!)

Erfolge Langlauf
Weltcup:
- 2 Siege
- 1x Platz 2
- 6x Platz 3
Olympische Winterspiele:
- 4. Platz 15km Freistil Massenstart 2002
Weltmeisterschaften:
- Bronze über 15km klassisch 2003

Erfolge Biathlon
Weltcup:
- 1 Sieg (aberkannt!)
- 1x Platz 5 zu Saisonbeginn
Europacup:
- 1 Sieg
- 1x Platz 3 bei nur drei EC-Starts


(Stand: 12. Februar 2008)

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