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33 Wettkämpfe und eine Reise um die Welt: Der Biathlon2b-Saisonrückblick

Biathlon2b Redaktion am 07.04.2009 - 13:01 Uhr
Am 29. März ging die Weltcup-Saison 2008/2009 der Biathleten zu Ende. Ein Winter, in dem aus deutscher Sicht viel gewonnen, aber auch einiges verloren wurde. Ein Winter, in dem überdurchschnittlich viele Reisekilometer absolviert werden mussten und gleichzeitig auch ein Winter, in dem die "jungen Wilden" den "alten Hasen" teilweise den Rang abliefen.

Weltcup-Auftakt mit deutschen Topresultaten
Der Winter 2008/2009 begann vielversprechend aus deutscher Sicht. Beim Auftakt in Östersund überzeugte Michael Greis im Einzel und gewann am 3. Dezember 2008 das erste Rennen der Saison. Die lange und akribische Vorbereitung während der Sommermonate hatte sich ausgezahlt. Bei den Damen sicherte sich einen Tag später die Schwedin Helena Jonsson in heimischen Gefilden den Sieg im Einzel vor Kati Wilhelm. Wer hätte zu dem Zeitpunkt gedacht, dass es knapp vier Monate später zu einem Duell der beiden im Kampf um den Gesamtweltcup kommen würde? Wohl die wenigsten! Über Siege beim ersten Weltcup des Winters freuten sich außerdem Emil Hegle Svendsen, Chunli Wang, Martina Beck und Tomasz Sikora. Neben der Chinesin Wang sorgten im Dezember weitere Athleten für Überraschungen, so triumphierte Simone Hauswald bei ihrem ersten Saisoneinsatz im Sprint von Hochfilzen und die Rumänin Eva Tofalvi eine Woche später an gleicher Stelle im Einzel. Auch der Sprintsieg des fehlerfrei schießenden Norwegers Lars Berger verwunderte einige Biathlon-Kenner, da er nicht unbedingt zu den starken Schützen zählt.

Arnd Peiffer: Er kam, sah und siegte
Im Januar kamen die beiden Ausnahmeskijäger Ole Einar Bjoerndalen und Magdalena Neuner nach ihren krankheitsbeginten Ausfällen während der Saisonvorbereitung wieder besser in Schwung. Bjoerndalen laborierte lange Zeit an einem Magenvirus und Neuner plagte sich mehrere Wochen mit einer hartnäckigen bakteriellen Infektion herum. Während der Wettbewerbe beim fünften Weltcup der Saison in Ruhpolding kämpften sich die Gesamtsieger des letzten Winters wieder an die Weltspitze heran und holten alle drei möglichen Siege. Aufmerksamkeit erregte eine Woche zuvor jedoch Arnd Peiffer. Arnd wer? Diese Frage war spätestens nach dem Weltcup in Oberhof geklärt. Der Youngster aus Clausthal-Zellerfeld schaffte in seinem ersten Weltcup-Rennen mit Rang sieben auf Anhieb den Sprung an die Weltspitze und in die Herzen der Biathlonfans. Mit vielen weiteren Punkterängen und dem sensationellen Sieg zum Abschluss in Khanty-Mansiysk beendete der heute 22-Jährige eine fantastische Saison. Grund zur Freude gab es für den DSV auch beim Weltcup in Antholz. Sieg für Christoph Stephan! Wer hätte damit gerechnet? Der Oberhofer gewann im wohl spannendsten Endspurt der Biathlon-Geschichte sensationell den Massenstart und zählt ebenso wie die Russin Anna Boulygina, die in der Verfolgung siegte, zu den absoluten Überraschungen.

Welttitelkämpfe im südkoreanischen "Land unter"
Vom 14. bis 22. Februar 2009 standen im südkoreanischen Pyeong Chang die Welttitelkämpfe der Biathleten auf dem Programm. Erinnert ihr euch noch? Von einem WM-würdigen Stadion oder bestens präparierten Strecken war zunächst keine Spur. Nach einem kräftezehrenden Reisemarathon zeigte sich den Skijägern ein ganz untypisches Winterbild. Es weiß wohl jeder noch genau, wie es aus Eimern goss und die Loipe buchstäblich davon zu schwimmen drohte. Dennoch schafften es die Veranstalter und Organisatoren nach einigen Anlaufschwierigkeiten irgendwie, die WM über die Bühne zu bringen. Für Deutschland besonders erfreulich, avancierte Kati Wilhelm mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen zur erfolgreichsten Teilnehmerin dieser "chaotischen" Weltmeisterschaft. Für Norwegen holte erwartungsgemäß der "König" die Siege. Bjoerndalen gewann den Sprint, die Verfolgung, den Einzel und die Staffel.


Wer soll Bjoerndalen noch aufhalten?
Der Ausnahmeathlet aus Norwegen ist Rekordweltmeister, fünffacher Olympiasieger und überhaupt besser und erfolgreicher als je ein Biathlet vor ihm. Auch ein Magenvirus im Vorfeld des Winters konnte den 35-Jährigen Wahl-Osttiroler nicht aufhalten, so gewann Bjoerndalen nach 1998, 2003, 2005, 2006 und 2008 auch in diesem Jahr den Gesamtweltcup. Und das mit 210 Punkten Vorsprung! Ans Aufhören denkt er indess noch nicht, wenn gesundheitlich alles gut läuft, will er noch bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi weitermachen. Die Konkurrenz darf sich also weiterhin warm anziehen!

Jonsson vs. Wilhelm
Deutlich spannender ging es im Kampf um die große Kristallkugel bei den Damen zu. Die Schwedin Helena Jonsson und DSV-Skijägerin Kati Wilhelm lieferten sich im März bei den Weltcups in Vancouver, Trondheim und Khanty-Mansiysk ein erbittertes Duell um das Gelbe Trikot. Erst beim allerletzten Rennen der Saison sollte sich entscheiden, wer den Gesamtweltcup und die damit verbundenen 25.000 Euro Preisgeld gewinnt. So knapp war es noch nie! Die beiden Athletinnen hatten nach 26 Wettbewerben genau die gleiche Punktzahl, doch Jonsson wies am Ende einen Sieg mehr auf als die Thüringerin und durfte somit die große Kugel mit nach Schweden nehmen.

Drei Russen positiv auf Doping getestet
Helena Jonsson "profitierte" im Kampf um den Gesamtweltcup von der Überführung der positiv auf Doping getesteten Ekaterina Iourieva. Die Russin gewann den Massenstart in Antholz vor Jonsson, bekam jedoch nach Bekanntwerden der positiven A- und B-Probe alle Siege und Platzierungen aberkannt. Auch Albina Akhatova und Dmitri Yaroshenko gehörten zu den Betrügern, die kurz vor der Weltmeisterschaft Mitte Februar für den größten Dopingskandal in der Biathlon-Geschichte sorgten.

Malediven, Hawaii, Balkonien
Nach 17 Wochen, 33 Wettkämpfen und einer Reise um die ganze Welt haben sich die weltbesten Biathleten nun in den Urlaub verabschiedet. Egal ob Hawaii, Puerto Rico, die Malediven oder einfach zu Hause: Zina Kocher, Andrea Henkel, Kati Wilhelm und alle anderen haben sich eine Auszeit verdient. Der April ist der einzige Monat im Jahr, in dem die Athleten wirklich einmal das tun können, wozu sie Lust haben. Anfang Mai beginnt schon die Vorbereitung auf die Olympia-Saison 2009/2010. Also: Viel Spaß beim Relaxen und gute Erholung!

Im Anhang findet ihr die Nachberichte der einzelnen Weltcups und der WM, in denen ihr alles Wissenswerte noch einmal nachlesen könnt.
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