Die Weltcup-Saison der BiathletInnen ist Geschichte. Aus deutscher Sicht verlief der Winter überaus positiv, die Aktiven holten insgesamt 56 Podestplätze, davon acht bei der Weltmeisterschaft im schwedischen Östersund. In unserem Rückblick haben wir die Geschehnisse des Winters zusammengefasst.
Saisonbeginn
Nach sieben Monaten Weltcup-Pause ging es im finnischen Kontiolathi Ende November 2007 zum ersten Mal wieder um Siege und Platzierungen. Habe ich im Sommer richtig trainiert, wo stehe ich im internationalen Vergleich? Fragen, die sich die Aktiven im Vorfeld desöfteren stellten. Damen-Bundestrainer Uwe Müßiggang hatte mit seinen Skijägerinnen einmal mehr alles richtig gemacht. In Finnland feierten sie einen Auftakt nach Maß: Gleich sechs Mal standen DSV-Athletinnen auf dem Podest, davon zwei Mal ganz oben. Bei den Herren sorgte der Altenberger Carsten Pump für eine Überraschung, als er den dritten Rang in Kontiolahti belegte. Auch Daniel Graf, der zunächst nur als Ersatzmann für den verletzten Andi Birnbacher ins Weltcup-Team gerutscht war, konnte überzeugen. Im österreichischen Hochfilzen schaffte er zwei Mal den Sprung auf das Podium. Die Damen sammelten weiter fleißig Weltcup-Punkte und gewannen die erste von fünf Staffeln des Winters. Auch auf der Pokljuka in Slowenien zeigten sich die deutschen Skijägerinnen in Topform: Martina Glagow und Magdalena Neuner belegten jeweils den dritten Platz, die Staffel um Sabrina Buchholz siegte erneut. Aus Sicht der Herren sorgte der Oberhofer Alexander Wolf mit seinem zweiten Rang für einen Lichtblick, auch die Staffel wurde hier Zweite.
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ORA-Golden Classics
Nach den Weihnachtsfeiertagen zog der Weltcup-Tross Anfang Januar 2008 in den Thüringer Wald. Zum 17. Mal gastierten die besten Biathleten in der Rennsteigstadt Oberhof. Die frisch getaufte DKB-Skiarena verwandelte sich wie gewohnt in einen Hexenkessel. Etwa 18.000 Zuschauer verfolgten die spannenden Rennen täglich und so auch den dritten Rang der Herren-Staffel, sowie den Staffelsieg der Damen und den ersten und dritten Rang von Magdalena Neuner. Der zweite Weltcup im Januar wurde im bayerischen Ruhpolding ausgetragen. Michael Greis fand vor heimischem Publikum zu alter Stärke zurück und entschied den Sprint und die Verfolgung für sich. Desweiteren sicherten sich die Skijäger zwei dritte Plätze in der Chiemgau-Arena. Die deutschen Athletinnen steuerten an gleicher Stelle einen kompletten Medaillensatz bei. Dritte Station der ORA-Golden Classics war der WM-Ort vom vergangenen Winter, Antholz. Auf knapp 1.700 Metern über dem Meer machte Michael Greis da weiter, wo er in Ruhpolding aufgehört hatte und siegte im Sprint. Zwei dritte Plätze kamen für den 31-jährigen Nesselwanger in Südtirol hinzu. Die Damen dominierten die Konkurrenz in Italien und standen insgesamt fünf Mal auf dem Podest, davon drei Mal ganz oben.
Europacup, EM und Junioren-WM
Für die B-Mannschaften ging es im Europacup und bei der Europameisterschaft im tschechischen Nove Mesto zur Sache. Die Nachwuchsathleten zeigten bei ihrem Höhepunkt der Saison, der Juniorenweltmeisterschaft ihr Können. Die Gesamtwertung des Europacups gewann Juliane Döll bei den Damen, obwohl sie durch ihren Einsatz beim Weltcup in Oslo keine Punkte mehr holen konnte. Bei den Herren setzte sich der Franzose Vincent Porret durch. Mit den schwierigen Bedingungen bei der Europameisterschaft in Nove Mesto kamen die DSV-StarterInnen nicht ganz so gut zurecht. Bei starkem Wind holten Tina Bachmann, Ute Niziak, Juliane Döll und Jenny Adler lediglich in der Staffel eine Bronze-Medaille. Die Herren der deutschen B-Mannschaft verpassten EM-Edelmetall. Ganz anders dagegen die Nachwuchsskijäger: Bei der in Ruhpolding ausgetragenen Juniorenweltmeisterschaft haben die deutschen Winterzweikämpfer insgesamt 17 Medaillen geholt, davon acht Goldene.
Saisonende
Ende Februar ging die Reise für die SkijägerInnen ins weit entfernte Pyeong Chang nach Südkorea. Mit dem Zeitunterschied kamen die Norweger Emil Hegle Svendsen und Halvard Hanevold am besten zurecht, auch Magdalena Neuner und Sandrine Bailly schien die Umstellung nichts auszumachen. Nach dem Asien-Trip ging´s weiter nach Khanty Mansiysk. In Sibirien fand der vorletzte Weltcup dieser Saison statt, an den sich vorallem Kathrin Hitzer besonders gerne erinnern wird. Die 21-Jährige entschied zwei Rennen für sich. Der Frankenhainer Daniel Graf erreichte mit dem zweiten Rang an gleicher Stelle sein bestes Weltcup-Resultat. Das Finale dieser Saison fand am Holmenkollen in Oslo statt. Besonders DSV-Athletin Kati Wilhelm zeigte sich noch einmal in Bestform und schaffte drei Mal den Sprung auf´s Podest. Auch Michael Rösch fand mit seinem zweiten Rang im Sprint einen versöhnlichen Abschluss.
Die Aufsteiger
Zu den Aufsteigern der Saison sind die Russin Svetlana Sleptsova und der Norweger Emil Hegle Svendsen avanciert. Die erst 21-Jährige holte im vergangenen Winter zwei Goldmedaillen bei der Juniorenweltmeisterschaft. Nun hat sie schon elf Podestplätze im Weltcup zu Buche stehen, davon drei Siege. Auch der 22-jährige Svendsen aus Lillehammer hat einen gewaltigen Sprung gemacht. Der vierfache Juniorenweltmeister gewann bei der WM in Östersund zwei Gold- und eine Silbermedaille. Zudem stand er in diesem Winter 15 Mal auf dem Podest. Auch aus deutscher Sicht gibt es "Aufsteiger der Saison". Sabrina Buchholz und Daniel Graf haben in diesem Winter ihre besten Resultate erzielt und sich im Weltcup-Team endgültig etabliert.
Weltmeisterschaft
Vom 9. bis 17. Februar war Östersund Gastgeber der 42. Biathlon-Weltmeisterschaft. Im schwedischen Jämtland holten deutsche Skijägerinnen vier von fünf Gold- und eine Silbermedaille. Die Herren des DSV steuerten zwei Bronzene bei. Den Titel holten die Athleten außerdem in der Mixed-Staffel, die in diesem Winter erstmals im Rahmen der WM ausgetragen wurde. Was den Medaillenspiegel betrifft, hatten die Deutschen somit auch deutlich die Nase vorne und gewannen mit insgesamt fünf Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen. Auf den zweiten Rang kam Norwegen mit neun Mal Edelmetall. Dahinter landeten die russischen Skijäger auf dem dritten Platz, die mit insgesamt elf Medaillen die meisten gewannen.
Gesamtsiege an Magdalena Neuner und Ole Einar Bjoerndalen
Mit 21 Jahren ist sie die jüngste Weltcup-Gesamtsiegerin aller Zeiten und schreibt Biathlon-Geschichte: Magdalena Neuner. Die junge Wallgauerin kann bereits stolz sein auf sechs WM-Titel, eine EM-Bronzemedaille und sieben JWM-Siege, sowie vier zweite Plätze bei Juniorenweltmeisterschaften. In einem spannenden Saisonfinale hat Magdalena Neuner der Französin Sandrine Bailly das Gelbe Trikot der Gesamtweltcup-Führenden abgeluchst. Die Hobbystrickerin stand in ihrer noch jungen Karriere schon 17 Mal bei Weltcups auf dem Podium. Bei den Herren ging der Gesamtsieg in diesem Jahr an den Norweger Ole Einar Bjoerndalen, insgesamt ist es schon der vierte für den 34-Jährigen. In dieser Saison platzierte sich der Wahl-Österreicher erstaunliche 13 Mal unter den besten Drei im Weltcup. Bei der Weltmeisterschaft kamen eine Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille hinzu. Mit seinen insgesamt 81 Weltcup-Siegen, darunter einer im Skilanglauf, hat der Norweger den Rekord von Ingemar Stenmark im Visier. Der ehemalige Alpine Skirennläufer aus Schweden hat insgesamt 86 Weltcup-Siege auf seinem Konto. Da Bjoerndalen noch bis zu den Olympischen Spielen 2010 seine Karriere fortsetzen wird, ist ihm der Rekord im nächsten Winter so gut wie sicher.