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Saisonvorschau: Biathlon Weltcup 2008/2009

Nadine Gärtner am 01.12.2008 - 15:40 Uhr
Der vorolympische Winter bringt im Biathlon wieder eine Menge Spannung mit sich. Werden die "alten Bekannten" wieder den Gesamtweltcup unter sich ausmachen? Doch auch der Nachwuchs schläft nicht und jeder muss sich in jedem Rennen wieder neu beweisen.

IBU beschließt Änderungen
Neben Änderungen im Europacup und bei Europameisterschaften beschloss die Internationale Biathlon Union auch Neuerungen im Weltcup. Hier tritt ein neues Punktesystem in Kraft. Demnach erhalten die 40 Bestplatzierten (bisher 30) Punkte. Der beste Skijäger sammelt 60 (bisher 50) Zähler. Renndirektor Franz Berger begründete die Veränderung mit der großen Anzahl von knappen Entscheidungen im Weltcup, wo Skijäger aufgrund von einer oder zwei zusätzlichen Strafrunden gleich um 20 oder mehr Plätze zurückfallen. Noch wichtiger als zuvor, um im Weltcup nicht den Anschluss zu verlieren, ist damit die Qualifikation für den Massenstart der 30 Weltcupbesten geworden. Dieser wurde durch die neue Regelung aufgewertet, denn als Teilnehmer des Massenstarts hat man auch als Letzter statt bisher einem nun ganze elf wichtige Weltcupzähler sicher. Außerdem beschloss die IBU, es bei vier Startgruppen im Weltcup zu belassen, wobei die ersten Zehn des Weltcups die Gruppe frei wählen dürfen. Für schwächere Athleten ab Rang 81 im Gesamtweltcup sind die letzten Startgruppen vorgesehen. Neu ist jedoch, dass nicht mehr als drei AthletInnen pro Nation in einer Gruppe starten dürfen, was vor allem im deutschen Damenteam oder auch zum Beispiel dem russischen Herrenteam ins Gewicht fallen dürfte. Welche AthletInnen in dem Fall in welcher Gruppe an den Start geschickt werden, bleibt dem Trainerteam überlassen.

Weitere Änderungen bei Europacup und EM
Der Europacup, in dem die zweite Garde um Erfolge und Plätze in den jeweiligen Weltcupteams kämpft, bekam erneut einen neuen Namen. Nachdem aus "Europacup" im vergangenen Winter der "offene Europacup" wurde, heißt diese Wettkampfserie ab sofort "IBU-Cup". Saisonhighlight für die IBU-Cup-Starter sind weiterhin die Europameisterschaften, für die die IBU allerdings ein Alterslimit von 26 Jahren beschloss. Geschichte ist auch der ständige internationale Formcheck junger AthletInnen untereinander, da die JuniorInnen-Wettkämpfe im Rahmen des Europacups abgeschafft wurden. Junge SportlerInnen der Alpennationen können sich künftig im sogenannten "Alpencup", der Anfang Dezember im Osttiroler Obertilliach startet, messen.

Erstes Weltcupdrittel in Schweden und Österreich
Die erste Formchecks vor Weihnachten werden in diesem Winter in Schweden sowie in den österreichischen Alpen stattfinden. Der Saisonauftakt steht im schwedischen Östersund, dem WM-Ort des letzten Winters auf dem Programm. Anschließend reisen die AthletInnen weiter in die Alpen, wo die Österreicher in Hochfilzen Rennen vor heimischem Publikum absolvieren können. Zwar war als dritter Austragungsort vor Weihnachten ursprünglich das slowenische Pokljuka geplant, dies musste der Biathlon-Weltverband aber schon im Herbst aufgrund eines Baustopps im neuen Stadion auf der Pokljuka absagen. Als Ersatz-Ausrichter sprang Hochfilzen ein, so dass der Weltcuptross also zwei Wochen vor Weihnachten im Pillerseetal Station macht, was den Sportlern den Reisestress erspart.

Traditionelle ORA-Stationen im Januar
Direkt nach dem Jahreswechsel geht es für die Biathletinnen und Biathleten wie gewohnt in die deutsche Biathlon-Hochburg Oberhof, bevor weitere spannende Rennen in Ruhpolding sowie ein letzter Formtest in Antholz vor den Weltmeisterschaften auf dem Programm steht. Vor allem in Oberhof wird sich das Stadion also wieder in einen Hexenkessel verwandeln, in dem es sich für deutsche Skijäger und auch internationale Biathleten zu bewähren gilt.

Weltmeisterschaften auf asiatisch
Um Medaillen und Titel wird im Februar 2009 auf asiatischem Boden gekämpft, genauer gesagt im südkoreanischen Pyeong Chang. Dort ging die Generalprobe im vergangenen Winter zwar nicht problemlos über die Bühne, doch die Veranstalter hatten inzwischen ein Jahr Zeit, um die Mängel auszumerzen. So waren zum Beispiel immer wieder organisatorische Probleme zu umschiffen, die Anstiege und Abfahrten waren laut Andi Birnbacher "brutal" und bergab fühlte man sich "wie Bode Miller", wie Michela Ponza erklärte. Eine "Entschärfung" der schweren Strecke bedeutete für die Verantwortlichen beim letztjährigen Weltcup der Einbau einiger 90°-Kurven, was es für die Athleten jedoch nicht unbedingt einfacher machte. Vor allem die Aktiven erhoffen sich für die Welttitelkämpfe eine deutliche Änderung zum Positiven. Interessant wird es auch, bei dem Großereignis des Winters zu beobachten, wie die SportlerInnen, die aus den verschiedensten Gründen wie Krankheit oder Schonung in der letzten Saison nicht in Pyeong Chang am Start waren, mit den anspruchsvollen Strecken zurechtkommen.

Reisestress und Olympia-Generalprobe
Statt Erholung wird es zum Saisonende noch einmal richtig stressig, da im letzten Saisondrittel nach den Welttitelkämpfen in Südkorea noch Weltcups in Kanada, Norwegen und Sibirien auf dem Programm stehen. Auch diese Wettkämpfe versprechen noch einmal äußerste Spannung. Sowohl in Vancouver als auch in Trondheim betreten die Biathleten in diesem Winter Neuland. Während sie die Strecken in Kanada im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2010 kennenlernen, ist auch Trondheim in diesem Winter erstmals im Weltcupkalender zu finden. Da der traditionelle norwegische Weltcuport Oslo wegen der Umbauarbeiten am Holmenkollen in diesem Winter nicht zur Verfügung steht, springen die Trondheimer für Oslo als Austragungsort ein. Hierfür wird extra ein mobiler Schießstand in Trondheim-Granåsen errichtet, um den Biathlon-Tross willkommen zu heißen. Letzte Entscheidungen in diesem Biathlonwinter fallen schließlich im kalten Khanty-Mansiysk in Sibierien.
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