Startseite

Biathlon-Weltcup Hochfilzen/Pokljuka 2009: Athleten trotzen Wetterkapriolen

Biathlon2b Redaktion am 22.12.2008 - 12:43 Uhr
Hochfilzen zum Zweiten: Auf der Pokljuka konnte in dieser Saison auf Grund von Problemen beim Stadionbau kein Biathlon-Weltcup durchgeführt werden. Hochfilzen sprang in die Bresche und die österreichischen Athleten nutzten die Gunst der Stunde.

Wetterkapriolen im Pillerseetal
Einfach war es gewiss nicht - weder für die Athleten noch für die Techniker. Bei anhaltendem Tauwetter und Schneeregen hatten die Skiwachser vom 18. bis 21. Dezember beim dritten Weltcup des Winters alle Hände voll zu tun. Vor allem am Wochenende regnete es zunächst durchgängig, die Skijäger waren klitschnass, bevor es überhaupt losging. Obwohl der Regen am Sonntag während des Staffelrennens noch in Schnee überging, waren die Bedingungen für alle Sportler gleich. Die Zuschauer, die den Weg ins Hochfilzner Stadion trotz des schlechten Wetters antraten, sahen spannende und faire Wettbewerbe.

Die Konkurrenz schläft nicht - sie trainiert
Der dritte Weltcup der Saison stand ganz im Zeichen der Russen. Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen dominierten sie die Konkurrenz nach Belieben. Im Einzelwettbewerb über 20 Kilometer feierten die Athleten mit Maxim Tchoudov und Ivan Tcherezov sogar einen Doppelerfolg. Das Rennen über 15 Kilometer entschied Albina Akhatova für sich. Ihre Landsfrau Svetlana Sleptsova wurde Dritte. Für eine große Überraschung sorgte an diesem Tag jedoch die Rumänin Eva Tofalvi, die als Zweite nur knapp die Sensation verpasste. Als beste DSV-Läufer beendeten Michael Greis und Simone Hauswald mit dem jeweils vierten Rang die Einzelwettkämpfe.

Weltklasse-Athleten verzichteten auf Start
Die beiden norwegischen Ausnahme-Athleten Emil Hegle Svendsen und Ole Einar Bjoerndalen waren überraschend aus Hochfilzen abgereist. Bjoerndalen hatte während der Vorbereitung auf die Saison mit einer Magenerkrankung zu kämpfen und will nun ein Extratraining in seiner Wahlheimat Obertilliach durchführen, um wieder in Form zu kommen. Auch an Svendsen sind die Wettbewerbe in den vergangenen Wochen nicht spurlos vorüber gegangen. Ein erheblicher Substanzverlust veranlasste den 23-Jährigen, der dennoch das Gelbe Trikot behält, vorzeitig zur Heimreise. Landsfrau Solveig Rogstad beklagte ebenfalls einen Kräfteverschleiß und startete verfrüht in die Weihnachtspause. Mit Kati Wilhelm und Martina Beck verzichteten auch zwei Athletinnen aus dem deutschen Team auf Starts: Beide Damen laborieren an einem grippalen Infekt. Große Rätsel gibt derzeit die französische Top-Läuferin Sandrine Bailly auf. Seit Beginn der Saison läuft die 29-Jährige ihrer Form hinterher, nun will sie sich eine Wettkampfpause gönnen. Wie lange diese dauern wird und welche Starts gefährdet sind, ist bisher noch nicht bekannt.


Zwei Norweger und zwei Russinnen
Für eine faustdicke Überraschung sorgte im Sprint über zehn Kilometer der Norweger Lars Berger. Zum ersten Mal blieb der 29-Jährige in einem Wettkampf fehlerfrei. Erwartungsgemäß stark in der Loipe ließ er sich den Sieg nicht mehr nehmen. Sein Landsmann Alexander Os machte den norwegischen Doppelerfolg als Zweiter perfekt. Über einen Doppelsieg im Sprint freuten sich auch die starken Russinnen. Die 7,5 Kilometer absolvierte die derzeit Führende im Gesamtweltcup, Svetlana Sleptsova, am schnellsten. Ekaterina Iourieva war als Zweitplatzierte nur 2,7 Sekunden langsamer als ihre Landsfrau. Aus deutscher Sicht verliefen die Sprints nicht ganz optimal. Michael Greis kam bei den Herren auf Rang sechs, Magdalena Neuner wurde als beste DSV-Athletin Siebte.

Staffelsiege mehr als deutlich
Die österreichischen Herren fuhren mit der Staffel am Sonntag, den 21. Dezember zum Abschluss einen ungefährdeten Sieg ein. Vor heimischem Publikum präsentierten sich Daniel Mesotitsch, Fritz Pinter, Tobias Eberhard und Christoph Sumann in bestechender Form und überquerten nach 4 x 7,5 Kilometern 1:11 Minuten vor den Schweden die Ziellinie. Die DSV-Herren verpassten in der Besetzung Michael Rösch, Christoph Stephan, Alexander Wolf und Michael Greis das Podest als Vierter knapp. Auch bei den Damen war der Sieg mehr als deutlich. Die Russinnen Svetlana Sleptsova, Anna Boulygina, Albina Akhatova und Ekaterina Iourieva unterstrichen ihre Topform und verwiesen das deutsche Quartett mit 1:43 Minuten Rückstand auf Rang zwei. Andrea Henkel, Simone Hauswald, Magdalena Neuner und Kathrin Hitzer kämpften sich trotz drei Fehler noch nach vorne.

Wohlverdiente Pause
Für die Biathleten und Biathletinnen steht nun erstmal eine wohlverdiente Pause auf dem Programm. In heimischen Gefilden ist Erholung oberstes Gebot, mit neuer Kraft wird dann Anfang Januar in Oberhof wieder in den Weltcup eingestiegen. Für einige Skijäger geht es allerdings am 27. Dezember bei der World Team Challenge auf Schalke schon wieder zur Sache.
Kommentar Eingeben:
Name:
Emailadresse:
Homepage:
Kommentar:
 
Thorsten am 22.12.08 17:24 Uhr
Auf ihrer Homepage steht das sie die Staffel bewusst wegen Regeneration und Training ausgelassen hat. Von daher wird sie wohl nicht krank sein.
Kathleen am 22.12.08 16:37 Uhr
Hallo Thorsten! "Beide sind gesundheitlich angeschlagen" ist die einzige Meldung die aus Hochfilzen kam. Ob auch bei Martina eine Erkältung dahinter steckt oder ob sie sich nur schont nach den harten Rennen ist nicht ganz sicher. Wir hoffen auf baldige Neuigkeiten.
Thorsten am 22.12.08 15:24 Uhr
"Mit Kati Wilhelm und Martina Beck verzichteten auch zwei Athletinnen aus dem deutschen Team auf Starts: Beide Damen laborieren an einem grippalen Infekt."Stimmt es sicher das Martina auch krank ist?

Anzeige

Anzeige