Startseite

Östersund ist bereit: Die Weltcup-Saison der Biathleten beginnt

Nadine Gärtner am 01.12.2008 - 12:47 Uhr
Wenige Tage nach dem Beginn des Europacups, der seit diesem Winter IBU-Cup heißt, starten ab kommenden Mittwoch nun auch die Weltcupstarter in ihre Biathlonsaison. Erste Station ist Östersund, der WM-Ort des letzten Winters.

Saison beginnt mit Strafminuten
Mit hoffentlich wenigen Strafminuten startet der Weltcupwinter der Biathleten in Östersund, denn wie gewohnt ist der erste Wettkampf der Saison ein Einzelwettkampf, in dem statt Strafrunden gleich Strafminuten für Fehlschüsse verteilt werden. Der erste Schuss fällt bei den Herren schon am Mittwoch, während die Damen erst am Donnerstag zur selben Zeit auf ihre Langdistanz gehen. Um möglichst viele Zuschauer nach Feierabend vor den Bildschirm zu locken, finden beide Rennen am 17:15 Uhr MEZ unter Flutlicht statt - ein für die Biathleten in den letzten Jahren schon gewohntes Procedere. Nach der ersten Standortbestimmung im Weltcup steht für die Aktiven bis zum Wochenende Regeneration auf dem Programm, bevor nach Sprints und Verfolgungen am Samstag und Sonntag weitere Erkenntnisse über die Form gezogen werden können.

Gesundheitliche Probleme im deutschen Team
Während es bei den Herren bis auf Daniel Graf, der vor einigen Wochen wegen eines grippalen Infektes pausieren musste, keinekrankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle gab, häuften sich im Damen-Team von Uwe Müßiggang die Probleme. Andrea Henkel stürzte bei den Deutschen Meisterschaften in Ruhpolding und musste wegen eines Bruchs am rechten Daumen für einige Zeit auf das Schießtraining und das Training mit dem Stock verzichten. Dass das nicht unbedingt von Schaden sein muss, bewies Sandrine Bailly eindrucksvoll im letzten Winter, wo sie sich Anfang Oktober das Handgelenk brach. Inzwischen ist Andrea Henkel aber soweit wieder hergestellt, musste allerdings wegen einer Erkältung in der letzten Trainingswoche in Muonio noch einmal kürzer treten. Auch fast alle übrigen Mitglieder der Mannschaft wurde in der Saisonvorbereitung im kalten Norden Finnlands von der Erkältungswelle erfasst und zeitweise am Training gehindert. Schlimmer traf es Magdalena Neuner, die in diesem Jahr rund acht Wochen Trainingsausfall hinnehmen musste. Nach mehreren Infekten und einer Pilzerkrankung konnte sie auch nicht beim Schneelehrgang in Muonio dabei sein. Ein bakterieller Infekt machte eine erneute einwöchige Zwangspause und die Einnahme von Antibiotikum notwendig, so dass sie schließlich zum Schneetraining nach Obertilliach fuhr und von dort am heutigen Montag nach Östersund weiterreist. Ähnlich mühsam gestaltete sich das Vorbereitungstraining bei Lenas Zimmerkollegin Kathrin Hitzer: Die 22-jährige vom SC Gosheim konnte in den vergangenen Wochen zwar klassisch Laufen, Joggen und Radfahren, musste aber wegen einer Entzündung am Knöchel weitestgehend auf das Skaten beziehungsweise Rollerski verzichten. Die Entzündung im Knöchel hatte sich Kathrin bereits im Frühsommer beim Training mit einem neuen Schuh zugezogen. Nach zahlreichen Versuchen mit neu angepassten Schuhen konnte Kathrin in Muonio erstmals wieder schmerzfrei Skaten. Ein alter Schuh von Teamkollegin Kati Wilhelm brachte die erhoffte Lösung. Inzwischen hat Kathrin Hitzer auch einen neuen Schuh, der so angepasst wurde, dass sich die Schmerzen im Rahmen halten. Während sie jedoch trotz Schmerzen im Östersund-Aufgebot steht, muss Simone Hauswald mit Achillessehnenproblemen passen. Sie reiste vorzeitig aus Muonio ab und wird möglicherweise in Hochfilzen wieder zum Einsatz kommen.

Auch Bjørndalens Form ungewiss
Nach einer zunächst optimalen Saisonvorbereitung wurde auch Ole Einar Bjørndalen durch eine Erkrankung weit zurückgeworfen. Wie er vor wenigen Tagen bekanntgab, ist er selbst noch unsicher, inwieweit er beim Weltcupauftakt mithalten kann. Er habe etwa 10% seiner Ausdauer in den 14 Tagen seiner Krankheit verloren. Ob Bjørndalen in Östersund alle Rennen bestreiten wird, wird sich erst nach dem Einzel entscheiden. Der Norweger hatte sich mit dem Magenvirus im gemeinsamen Trainingslager mit den Langläufern im Schnalstal
infiziert.

Anzeige

Harmonie im Team Schlüssel zum Erfolg
Ungeachtet aller Verletzungssorgen geht der Deutsche Skiverband zuversichtlich in die vorolympische Saison, deren Höhepunkt die Weltmeisterschaften im südkoreanischen Pyeong Chang Mitte Februar sind. "Und natürlich kennt der Deutsche Skiverband die Ansprüche, die an die Biathlon-Nationalmannschaften gestellt werden", erklärte Norbert Baier vor allem im Hinblick auf die WM. In den letzten Jahren hätten sich aber viele neue Namen ganz oben in die Ranglisten geschrieben. Andere Nationen haben aufgeholt. "Unsere Aktiven haben aber wieder alles Mögliche getan, um den hohen Ansprüchen weiter gerecht zu werden." Ein guter Saisonstart erleichtere vieles, wichtig sei, dass sich niemand verletze. "Zentral ist, dass die Teams weiter gut harmonieren, das ist ein Schlüssel zum Erfolg. Der anhaltende Erfolg freut mich, denn er ist nicht selbstverständlich, es wird immer schwieriger", so Baier.

Weiterer Neuschnee angekündigt
Die Bedingungen im Östersunder Biathlonstadion knapp oberhalb der 45.000-Einwohner-Stadt in Mittelschweden ist derzeit als optimal zu bezeichnen. In der Innenstadt finden sich einige Zentimeter Naturschnee, die Strecken sind gut präpariert. Zwar sind die Aktiven aus ihren jeweiligen Vorbereitungslagern im Norden Skandinavien tiefere Temperaturen gewohnt, dennoch ist es auch in Östersund alles andere als warm. Die Temperatur fällt dieser Tage weiter ab, so dass sie sich zu den Wettkämpfen nahe -10° Celsius bewegen wird. Auch sind bis zum Wochenende immer wieder Neuschneefälle prophezeiht.

Das Programm im Überblick:
Mittwoch, 03. Dezember 2008:
17:15 Uhr Einzel Herren
Donnerstag, 04. Dezember 2008:
17:15 Uhr Einzel Damen
Freitag, 05. Dezember 2008:
Ruhetag
Samstag, 06. Dezember 2008:
12:00 Uhr Sprint Herren
14:30 Uhr Sprint Damen
Sonntag, 07. Dezember 2008:
11:00 Uhr Verfolgung Herren
13:00 Uhr Verfolgung Damen
Kommentar eingeben:
Name:
Emailadresse:
Homepage:
Code:
Bitte den Code eingeben:
Kommentar:
 

Anzeige

Anzeige