Biathlon-Weltcup Oberhof 2009: Spannende Rennen und Überraschungen
Nadine Gärtner am 12.01.2009 - 09:43 Uhr
98.000 Zuschauer kamen in diesem Jahr nach Oberhof in die DKB-Ski-Arena und sahen spannende Rennen, deutsche und österreichische Siege und einige Überraschungen.
Staffelsiege an Russland und Österreich
Das Wochenende begann mit der Staffel der Damen, in der sich einmal mehr die Russinnen als unschlagbar erwiesen - und das trotz einer Strafrunde. Mit deutlichem Abstand erreichten die Ukraine und Deutschland das Ziel. Dennoch ein guter Erfolg für das ersatzgeschwächte deutsche Quartett Hauswald, Wilhelm, Buchholz und Hitzer, das sogar zwei Strafrunden zu verbuchen hatte. Nach einem spannenden Dreikampf ging der Sieg in der Herrenstaffel nach Österreich, vor allem dank der überzeugenden Leistung von Christoph Sumann, der schließlich den russischen Schlussläufer Nikolay Kruglov stehenließ. Einen sehr guten dritten Rang erreichte das deutsche Quartett mit zwei Staffel-Debütanten, die sich sehr gut schlugen. Vor allem Arnd Peiffer wusste zu überzeugen, er lief seine Staffel zwischenzeitlich sogar ganz nach vorn, was Schlussläufer Toni Lang nicht ganz halten konnte.
Russische Siege im Sprint - Peiffer wieder grandios
In den abendlichen Sprints am Freitag und Samstag waren die Russen nicht zu schlagen. Ekaterina Iourieva setzte sich dank starker Schlussrunde knapp gegenüber Andrea Henkel durch. Die Schwedin Helena Jonsson überzeugte als Dritte, während Kati Wilhelm als Sechste in die Wertung kam. Eine außerordentlich gute Leistung boten auch die deutschen Herren, die beim Sieg von Maxim Tchoudov vier DSV-Skijäger unter die besten Acht brachten. Seinen ersten Podestplatz des Winters erreichte Michael Rösch und ließ damit den Polen Tomasz Sikora hinter sich. Fünfter wurde Christoph Stephan mit seinem besten Weltcupresultat, er war erst kurzfristig für Michael Greis ins Aufgebot gerückt. Andi Birnbacher wurde Siebter vor Arnd Peiffer, der nach seiner tollen Staffel nun als Achter einen grandiosen Einstand im Weltcup schaffte.
Erste Massenstarts an Wilhelm und Sumann
Weitere Premierensiege - zumindest in dieser Saison - konnten am Sonntag in den Massenstarts verbucht werden, die erstmals in diesem Winter ausgetragen wurden. Zunächst gingen wieder die Damen ins Rennen, in dem Lokalmatadorin Kati Wilhelm von den Fans zum Sieg geschrieen wurde. Auf der Schlussrunde setzte die Steinbach-Hallenbergerin die entscheidende Attacke und ließ ihre Konkurrentin Olga Medvedtseva hinter sich. Um den dritten Rang gab es einen spannenden Kampf bis auf die Ziellinie zu beobachten: Helena Jonsson wusste die heranstürmende Magdalena Neuner hinter sich und gab alles - was sich auszahlte. Die Schwedin konnte sich knapp behaupten. Bei den Herren feierte Christoph Sumann seinen ersten Saisonerfolg. Der Österreicher rehabilitierte sich damit für die schwache Laufleistung im Sprint. Er schob sich in der zweiten Rennhälfte unaufhaltsam nach vorn und blieb im Gegensatz zu seinen Konkurrenten beim letzten Schießen fehlerfrei, was den Sieg vor Carl Johan Bergman und Ole Einar Bjoerndalen, die sich einen packenden Zielsprint lieferten, bedeutete. Bester Deutscher wurde Michael Rösch als Siebter.
Kuriosum am Schießstand
Liegend - liegend - stehend - stehend: So wird beim Massenstart geschossen und als langjährige Weltcupstarterin sollte man damit auch bestens vertraut sein. Nicht so jedoch die scheinbar übermotivierte Darya Domracheva. Die Weißrussin gab vor dem Schießen noch einmal Gas, um auf Schießbahn eins zu gehen. Dort feuerte sie stehend auf ihre fünf Ziele und traf nichts. Was ja auch nicht allzu einfach ist, stehend die kleineren Liegendscheiben abzuräumen... Konsterniert schulterte die 22-jährige angehende Reisemnagerin wieder ihre Waffe und warf beim Verlassen der Matte noch einen schnellen Blick über die linke Schulter: Oje, da war auch ihr alles klar. Es gibt nichts, was es nicht gibt... Darya Domracheva gab das Rennen wenige hundert Meter später auf und trat den Rückweg zu ihrem schmunzelnden Schießtrainer Klaus Siebert zu Fuß an.
Schutzsperre wegen erhöhter Werte
Hohe Wellen in der nationalen und internationalen Presse schlug auch einmal mehr das Thema Doping, als Ivan Tcherezov zum wiederholten Male nach Pokljuka 2007 mit einer Schutzsperre wegen erhöhter Hämoglobinwerte belegt wurde. "Ich habe niemals gedopt!", beteuert der Russe, der seinen erhöhten Wert mit dem Trainingslager in der Ramsau über Weihnachten und Neujahr begründet. Durchaus zu Recht, denn Höhenlage erhöht auch die Hämoglobinwerte. Außerdem: Glaubt man der russischen Presse, lag der gemessene Wert bei Tcherezov nur bei 17,5 g/dl, was genau der Grenzwert wäre. Offiziell wurden von der IBU keine Messwerte genannt.
Biathlon-Awards vergeben
Seit 2003 wird einmal jährlich der Biathlon-Award verliehen, Ort der Preisvergabe ist traditionell Oberhof. Auch in diesem Jahr ist Magdalena Neuner von den Trainern als "Athletin des Jahres" ausgezeichnet worden, auch die Wahl auf Emil Svendsen als "Bester Athlet" ist nicht überraschend. "Newcomerin des Jahres" darf sich die 22-jährige Svetlana Sleptsova nennen. Zum besten Trainer kürten die Coaches ihren Kollegen Joar Himle aus Norwegen. Der Ehren-Award geht an den 77-jährigen Klas Lestander, der 1960 den ersten Biathlon-Olympiasieg holte. Im damaligen Einzel ließ der Schwede den Finnen Antti Tyrväinen und den Russen Aleksandr Privalov hinter sich. Den Medien-Award bekommt Klaus-Jürgen Alde vom Mitteldeutschen Rundfunk.
Staffelsiege an Russland und Österreich
Das Wochenende begann mit der Staffel der Damen, in der sich einmal mehr die Russinnen als unschlagbar erwiesen - und das trotz einer Strafrunde. Mit deutlichem Abstand erreichten die Ukraine und Deutschland das Ziel. Dennoch ein guter Erfolg für das ersatzgeschwächte deutsche Quartett Hauswald, Wilhelm, Buchholz und Hitzer, das sogar zwei Strafrunden zu verbuchen hatte. Nach einem spannenden Dreikampf ging der Sieg in der Herrenstaffel nach Österreich, vor allem dank der überzeugenden Leistung von Christoph Sumann, der schließlich den russischen Schlussläufer Nikolay Kruglov stehenließ. Einen sehr guten dritten Rang erreichte das deutsche Quartett mit zwei Staffel-Debütanten, die sich sehr gut schlugen. Vor allem Arnd Peiffer wusste zu überzeugen, er lief seine Staffel zwischenzeitlich sogar ganz nach vorn, was Schlussläufer Toni Lang nicht ganz halten konnte.
Russische Siege im Sprint - Peiffer wieder grandios
In den abendlichen Sprints am Freitag und Samstag waren die Russen nicht zu schlagen. Ekaterina Iourieva setzte sich dank starker Schlussrunde knapp gegenüber Andrea Henkel durch. Die Schwedin Helena Jonsson überzeugte als Dritte, während Kati Wilhelm als Sechste in die Wertung kam. Eine außerordentlich gute Leistung boten auch die deutschen Herren, die beim Sieg von Maxim Tchoudov vier DSV-Skijäger unter die besten Acht brachten. Seinen ersten Podestplatz des Winters erreichte Michael Rösch und ließ damit den Polen Tomasz Sikora hinter sich. Fünfter wurde Christoph Stephan mit seinem besten Weltcupresultat, er war erst kurzfristig für Michael Greis ins Aufgebot gerückt. Andi Birnbacher wurde Siebter vor Arnd Peiffer, der nach seiner tollen Staffel nun als Achter einen grandiosen Einstand im Weltcup schaffte.
Erste Massenstarts an Wilhelm und Sumann
Weitere Premierensiege - zumindest in dieser Saison - konnten am Sonntag in den Massenstarts verbucht werden, die erstmals in diesem Winter ausgetragen wurden. Zunächst gingen wieder die Damen ins Rennen, in dem Lokalmatadorin Kati Wilhelm von den Fans zum Sieg geschrieen wurde. Auf der Schlussrunde setzte die Steinbach-Hallenbergerin die entscheidende Attacke und ließ ihre Konkurrentin Olga Medvedtseva hinter sich. Um den dritten Rang gab es einen spannenden Kampf bis auf die Ziellinie zu beobachten: Helena Jonsson wusste die heranstürmende Magdalena Neuner hinter sich und gab alles - was sich auszahlte. Die Schwedin konnte sich knapp behaupten. Bei den Herren feierte Christoph Sumann seinen ersten Saisonerfolg. Der Österreicher rehabilitierte sich damit für die schwache Laufleistung im Sprint. Er schob sich in der zweiten Rennhälfte unaufhaltsam nach vorn und blieb im Gegensatz zu seinen Konkurrenten beim letzten Schießen fehlerfrei, was den Sieg vor Carl Johan Bergman und Ole Einar Bjoerndalen, die sich einen packenden Zielsprint lieferten, bedeutete. Bester Deutscher wurde Michael Rösch als Siebter.
Kuriosum am Schießstand
Liegend - liegend - stehend - stehend: So wird beim Massenstart geschossen und als langjährige Weltcupstarterin sollte man damit auch bestens vertraut sein. Nicht so jedoch die scheinbar übermotivierte Darya Domracheva. Die Weißrussin gab vor dem Schießen noch einmal Gas, um auf Schießbahn eins zu gehen. Dort feuerte sie stehend auf ihre fünf Ziele und traf nichts. Was ja auch nicht allzu einfach ist, stehend die kleineren Liegendscheiben abzuräumen... Konsterniert schulterte die 22-jährige angehende Reisemnagerin wieder ihre Waffe und warf beim Verlassen der Matte noch einen schnellen Blick über die linke Schulter: Oje, da war auch ihr alles klar. Es gibt nichts, was es nicht gibt... Darya Domracheva gab das Rennen wenige hundert Meter später auf und trat den Rückweg zu ihrem schmunzelnden Schießtrainer Klaus Siebert zu Fuß an.
Schutzsperre wegen erhöhter Werte
Hohe Wellen in der nationalen und internationalen Presse schlug auch einmal mehr das Thema Doping, als Ivan Tcherezov zum wiederholten Male nach Pokljuka 2007 mit einer Schutzsperre wegen erhöhter Hämoglobinwerte belegt wurde. "Ich habe niemals gedopt!", beteuert der Russe, der seinen erhöhten Wert mit dem Trainingslager in der Ramsau über Weihnachten und Neujahr begründet. Durchaus zu Recht, denn Höhenlage erhöht auch die Hämoglobinwerte. Außerdem: Glaubt man der russischen Presse, lag der gemessene Wert bei Tcherezov nur bei 17,5 g/dl, was genau der Grenzwert wäre. Offiziell wurden von der IBU keine Messwerte genannt.
Biathlon-Awards vergeben
Seit 2003 wird einmal jährlich der Biathlon-Award verliehen, Ort der Preisvergabe ist traditionell Oberhof. Auch in diesem Jahr ist Magdalena Neuner von den Trainern als "Athletin des Jahres" ausgezeichnet worden, auch die Wahl auf Emil Svendsen als "Bester Athlet" ist nicht überraschend. "Newcomerin des Jahres" darf sich die 22-jährige Svetlana Sleptsova nennen. Zum besten Trainer kürten die Coaches ihren Kollegen Joar Himle aus Norwegen. Der Ehren-Award geht an den 77-jährigen Klas Lestander, der 1960 den ersten Biathlon-Olympiasieg holte. Im damaligen Einzel ließ der Schwede den Finnen Antti Tyrväinen und den Russen Aleksandr Privalov hinter sich. Den Medien-Award bekommt Klaus-Jürgen Alde vom Mitteldeutschen Rundfunk.
Weiterführende Informationen:
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Gerd Nürnberg am 07.02.09 07:23 Uhr
Habe bis jetzt nur im Fernseher Oberhof verfolgt. Nun bin ich soweit dieses Ereignis mal selbst zu erleben. Meine Frage wo bekomme ich Eintrittskarten. Senden sie mir bitte diese E-Mail Adresse. Vielen Dank
Habe bis jetzt nur im Fernseher Oberhof verfolgt. Nun bin ich soweit dieses Ereignis mal selbst zu erleben. Meine Frage wo bekomme ich Eintrittskarten. Senden sie mir bitte diese E-Mail Adresse. Vielen Dank
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