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Newsblog zum Biathlon-Weltcup in Ruhpolding

Mario Felgenhauer am 18.01.2009 - 21:47 Uhr
Wieder einmal macht der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding Station und so haben sich wieder tausende Fans, sowie Sportler, Betreuer und Offizielle auf den Weg ins Chiemgau gemacht. Für alle Anderen werde ich in den kommenden Tagen direkt aus Ruhpolding berichten.

Sonntag, 18. Januar 2009:
Der letzte Tag des Weltcups hatte es noch einmal in sich. Zwei spannende Verfolgungsrennen bildeten den krönenden Abschluss einer erfolgreichen Woche. Die Veranstalter verzeichneten einen neuen Rekord von insgesamt 94.500 Zuschauern an den fünf Wettkampftagen. Die Athleten boten den 24.500 dann noch einmal großen Sport. Zwei totale Triumphe durch Magdalena Neuner und Ole Einar Bjoerndalen mit drei Siegen in drei Wettbewerben erlebt man äußerst selten. Und so zeigte sich auch der Perfektionist Bjoerndalen im Interview, das ich mit ihm führen durfte, vollauf zufrieden. Damit hieß es auch für mich Sachen packen und ab nach Hause. Tja, das haben sich wohl alle anderen auch gedacht, mit denen ich mich wenige Minuten später im Stau wiederfand.

Samstag, 17. Januar 2009:
Der vorletzte Wettkampftag in Ruhpolding brachte mich heute etwas in Zeitnot. Zwischen Pressekonferenz des DSV und Start des Rennens gelang es mir gerade einmal das Interview mit Martina Beck online zu stellen, das ich zuvor in lockerer Runde im Ricco Gross Haus aufgezeichnet hatte. Dann ging es für mich bereits auf die Strecke zum Fotografieren. Während die letzten Athleten noch auf der Strecke waren, konnte ich bereits Ole Einar Bjoerndalen und Dominik Landertinger beobachten, die sich beim Auslaufen angeregt unterhielten und beglückwünschten. Hier scheint der Biathlon-König bereits seinen Nachfolger ausgemacht zu haben. Im Anschluss an die Siegerehrung folgte dann die Pressekonferenz der drei Erstplatzierten, nach der ich Dominik Landertinger kurz ein paar Fragen stellte. Der Nachwuchsstar lässt bei den Medien ganz schön aufhorchen. Während ich das Interview hochlade, höre ich hinter mir zwei Kollegen, die sich die Frage stellen, ob Landertinger jetzt wohl eher zur Junioren-WM oder nach Pyeong Chang fahren wird. Sie kontaktieren dazu extra seinen Heimtrainer, der ihnen dann bestätigt, was ihr bereits auf biathlon2b persönlich vom 20-Jährigen erfahren könnt. Hört einfach mal rein!

Freitag, 16. Januar 2009:
Der heutige Tag brachte das erste Rennen unter Tageslicht mit sich. Das bedeutete auch für mich etwas früher aufstehen, um meine tägliche Langlaufeinheit noch absolvieren zu können. Die Temperaturen sind aufgrund des klaren Himmels deutlich gefallen, was man vor allem wenige Kilometer hinter dem Stadion im Drei-Seen-Gebiet spürt. Am Schießstand herrscht dagegen angenehmes Winterwetter. Vor dem Sprint der Damen trainieren die Herren für den morgigen Sprint und man sieht viele Athleten in klassischer Technik mit dem Gewehr auf dem Rücken um den Schießstand laufen. Die Abwechslung in den Stilarten soll eine zusätzliche Ermüdung der Muskeln verhindern, sieht aber für den ungeübten Betrachter etwas ungewöhnlich aus. Vom Ausgang des Rennens bekomme ich nur wenig mit und sehe erst bdei der "Flower Ceremony" wer denn nun auf den Plätzen eins bis acht gelandet ist. Mein Mitbewohner und treuer Biathlon-Fan Roland erzählt mir am Abend, dass das Publikum aufgrund des Doppelsiegs förmlich ausgeflippt sei und er den einen oder anderen Fan in seiner näheren Umgebung auf der Tribüne an die Unabhängigkeit des Ruhpoldinger Publikums erinnern musste. Grundsätzlich klappt das Anfeuern aller Nationen nämlich in der Ruhpoldinger Fan-Familie ausgezeichnet.

Donnerstag, 15. Januar 2009:
Die größte Erkenntnis des Tages? Die Ausleuchtung des Stadions und der Strecke wurde angepasst. Damit sind deutlich bessere Bilder möglich als gestern. Für den ersten Termin des Tages spielte das jedoch keine Rolle. Das Ricco Gross Haus wurde seiner Bestimmung übergeben, was viel öffentliches Interesse erzeugte. Das Staffelrennen sahen dann 17.000 begeisterte Zuschauer, die den kurzfristig rekrutierten Schlussläufer Toni Lang über die Strecke trugen. Am Mittag hatte er noch ein schnelles Training absolviert, weil er eigentlich nicht für einen Einsatz vorgesehen war. Nach dem Rennen machte dann unter vorgehaltener Hand eine Erklärung für das schlechte Abschneiden der Russen die Runde im Pressezentrum. Der Cheftechniker des russischen Teams hatte wohl gestern Grund zum Feiern und war wohl heute nicht ganz in der Lage seinen Athleten konkurrenzfähiges Material zur Verfügung zu stellen. Schließlich konnte ich dann noch einen Erfolg auf der Zielgerade feiern. Ich habe das Pressezentrum knapp als Vorletzter verlassen.

Mittwoch, 14. Januar 2009:
Die Zufahrtsstraßen sind noch frei und auch die extra eingerichteten Parkplätze leer, als ich mich heute Mittag mit dem Auto Ruhpolding nähere. Das wird in wenigen Stunden ganz anders aussehen. Der Fußweg zum Stadion ist dagegen schon stark frequentiert und im Stadion warten die Treuesten der Fans bereits auf ihre Stars. Vier Stunden später erfolgt der Startschuss und 18.000 Fans schreien das deutsche Team zum Sieg. Endlich konnte man das russische Team schlagen. Ich selbst habe vom Rennen nur wenig mitbekommen. Mit meiner Fotokamera in der Hand sprinte ich zwischen Schießstand, Omega und Kamelbuckel hin und her. Das Licht ist in diesem Jahr nicht besonders fotografenfreundlich. Aber es hilft nix, man muss eben das Beste draus machen. Nach dem Rennen geht es zurück ins Pressezentrum, wo die Siegerpressekonferenz stattfindet. Von jeder der ersten drei Staffeln ist jeweils eine Läuferin dabei. Für Deutschland muss wieder einmal Magdalena Neuner ran. Nach den ersten offiziellen Fragen des Pressechefs bekomme ich meine Chance zum Interview. Etwas überrascht bin ich schon. Kein Gedränge heute um Magdalena, ich kann sofort meine Fragen stellen und sie anschließend zum wohlverdienten Abendessen. Stefan Schwarzbach klärt mich im Nachhinein auf, nachdem ich ihm meine Verwunderung ob des geringen Andrangs mitgeteilt habe. "Die Anderen haben alle Redaktionsschluss. Da bleibt keine Zeit mehr für irgendwelche Fragen", so Schwarzbach. Tja, das ist der Internet-Vorteil. Bei uns gibt's keinen Redaktionsschluss.
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