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Interview mit Andi Birnbacher vor der WM

Mario Felgenhauer am 01.02.2007 - 12:01 Uhr
Vor dem offiziellen Beginn der Biathlon Weltmeisterschaft in Antholz haben wir Andi Birnbacher zu seinen Leistungen im Weltcup, seinen Erwartungen für die WM und sein gestecktes Ziel im Gesamtweltcup befragt.

Biathlon2b: Andi, du bist momentan Sechster im Gesamtweltcup. Hast du eine Erklärung dafür, warum du in diesem Jahr so konstante Leistungen im Weltcup bringst? Hast du etwas am Training verändert?

A.B.: Auf die Weltcupsaison habe ich mich sehr gewissenhaft vorbereitet. Was die Umfänge in der Vorbereitung anbelangt, bin ich im Grunde genommen wie in den letzten Jahren verfahren. Aber nach einigen Gesprächen mit Sportmedizinern und anderen Experten bin ich zu der Auffassung gelangt, dass auch bewusste Regenerationsphasen für den gesamten Saisonaufbau sehr bedeutend sind. Danach habe ich mich diesmal gerichtet und es scheint mir so, als ob dies eine gute Entscheidung gewesen ist. Wenn man von der Laufleistung her das Tempo mitbestimmen kann, wird man im Hinblick auf das Schießen auch mental stärker und gelassener. Insofern habe ich das Gefühl, dass es bei mir wirklich rund läuft und habe das ja durch meine zahlreichen Weltcuppodestplätze und Top-Ten-Platzierungen auch nachweisen können. Der gute Saisonverlauf hat mich nochmals sehr motiviert und ich gehe jetzt in die Weltmeisterschaft voller Zuversicht.

Biathlon2b: Ihr ward mit dem Team im WM-Vorbereitungstrainingslager in Ridnaun. An was habt ihr und speziell du selbst dort noch gefeilt?

A.B.: Wir haben noch mal – so weit es geht – das Training neu aufgebaut. Zugleich haben wir am Schießstand gearbeitet, um uns den letzten Feinschliff in den gesamten automatisierten Prozessen zu geben, aber auch auf bewusste Regeneration wurde geachtet.

Biathlon2b: Mit den Erfolgen steigt natürlich der Erwartungsdruck. Was hast du dir aber selbst für die WM vorgenommen?

A.B.: Ich gehe mit keinerlei Erwartungen nach Antholz. Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich sehr zufrieden und habe vor allem endlich mal mein Leistungsvermögen spiegeln können. Alles was jetzt bei der Weltmeisterschaft passiert, ist für mich eine Zugabe. Natürlich weiß ich auch, dass bei einem Großereignis auch immer die Tagesform und ein wenig Glück Bedeutung hat. Ich werde einfach versuchen, die Wettbewerbe als normale Weltcuprennen anzusehen und völlig unverkrampft die Dinge anzugehen. Ich bin mir sicher, meine Platzierungen aus den vorherigen Weltcuprennen wiederholen zu können und wenn dann alles zusammenpasst, dann kann es natürlich auch das Podest sein. Aber wie gesagt, Erwartungen an mich selbst im Hinblick auf konkrete Platzierungen habe ich nicht.

Biathlon2b: Wie siehst du deine Chancen auf einen Staffeleinsatz in Antholz?

A.B.: Die Staffelnominierungen werden sicherlich von den Vorergebnissen in den einzelnen Wettkämpfen hier bei der WM in Antholz geprägt sein. Insofern mache ich mir über die Staffel derzeit überhaupt keine Gedanken. Der wichtigste Wettkampf ist der nächste und das ist das Sprintrennen am Samstag.

Biathlon2b: Bislang wurdet ihr in dieser Saison in Staffelrennen von Russland und Norwegen bezwungen. Speziell die Russen liefern momentan eine konstant gute Leistung ab. Wie sind sie zu schlagen, eher übers Schießen oder im Laufen?

A.B.: Die russische Mannschaft hat in der Saison – insbesondere in der Staffel – eine gute Leistung nachgewiesen; dies gilt sowohl für die Leistungen in der Loipe als auch am Schießstand. Die Dramaturgie eines Staffelrennens lässt sich immer schwer voraussagen. Auf jeden Fall müssen wir hell wach sein, um die Chancen zu nutzen.

Biathlon2b: Nach der WM kehrt schnell der Weltcupalltag wieder ein. Dein Rückstand auf die Plätze vor dir ist nicht allzu groß. Welchen Platz hast du dir noch vorgenommen bis zum Ende der Saison?

A.B.: Wenn mir die Frage vor der Saison gestellt worden wäre, hätte ich sicherlich geantwortet, dass ich mit einer Top-Ten-Platzierung im Gesamtweltcup mehr als zufrieden wäre. Als derzeit Gesamtweltcupsechster ist es sicherlich nicht vermessen, den Wunsch in den Top Ten zu bleiben, etwas konkreter vor Augen zu haben. Wenn man ehrlich ist, ist eine Top-Ten-Platzierung sportlich gesehen wertvoller, als eine gute Einzelplatzierung bei der Weltmeisterschaft, da sie ja bekanntlich die Saisongesamtleistung spiegelt.

Biathlon2b: Danke für das Interview und viel Erfolg für die weiteren Rennen!

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