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WM Antholz

Andrea Henkel am 12.02.2007 - 22:00 Uhr
präsentiert die Andrea Henkel Kolumne
Nun bin ich zurück von der diesjährigen Weltmeisterschaft in Antholz. Gestern Abend waren ein paar von uns auf die Erfolge noch feiern, hauptsächlich in Form von ausgelassenem Tanzen. Es hat wirklich Spaß gemacht.

Die ganze Zeit war schönes Wetter und fast jeden Tag gab es etwas zu feiern. Zu Beginn schlug gleich unsere Jüngste in der Mannschaft zu und das sogar zwei mal nacheinander. Magdalena Neuner gewann den Sprint und auch die Verfolgung. Ich war mit meinem Start nicht zufrieden. Mit einem 23. Platz im Sprint, meinem schlechtesten Wettkampf der bisherigen Saison konnte ich nicht zufrieden sein. Im Verfolgungsrennen lief es auf der Strecke wenigstens schon wieder um einiges besser und mit einem besseren Schießergebnis als vier Fehler hätte ich auch die Möglichkeit gehabt noch weiter vor zu laufen, als auf den 10. Platz. Martina machte an diesem Tag ein super Rennen, von Platz 36 auf 11 mit nur zwei Fehlern. Kati war auch noch in unserer Nähe, nämlich auf dem 9.Rang.
Im Einzelrennen holte Martina die Medaille, eine Bronzene. Ich kam mit drei Fehlern auf den sechsten Platz. Meine gute Laufzeit stimmte mich aber optimistisch im Massenstart noch einmal um mein Ziel, eine Einzelmedaille, zu kämpfen. Kati konnte im Einzelrennen auf Grund einer Magen-Darmverstimmung nicht zu Ende laufen, war nach einem Tag aber auch wieder auf den Beinen und so konnten wir im Massenstart etwas noch nie Dagewesenes schaffen. Ich gewann vor Martina und Kati wurde dritte. 100% deutsche Medaillenausbeute. Das Rennen muss im Stadion und den Fernsehern sehr aufregend gewesen sein. Viele Freunde und Fans berichten mir von Herzinfarkt nahen Situationen. Beim letzten Schießen wurde außerordentlich gut geschossen. Ich konnte als Erste mit null Fehlern auf die Runde, kurz danach kam schon eine Russin dicht gefolgt von Martina, einer weiteren Russin und Kati. Gut, dass ich nicht wusste, wie eng das alles hinter mir zuging. Martina kam am höchsten Punkt an mir vorbei und ich hatte mich schon mit einer Silbermedaille angefreundet, da kam ich doch noch einmal zu Kräften und schaffte es tatsächlich wieder bis ganz nach vorn. Im Ziel war die Freude bei uns allen sehr groß. Auch Magdalena, die an diesem Tag 14.wurde freute sich für und mit uns. Ich war im Ziel so kaputt, ich konnte das ganze noch gar nicht so richtig genießen. Bei unseren ganzen freudigen Umarmungen musste auch noch mein Ohrring dran glauben, der liegt jetzt irgendwo im Zielbereich.
Am Nächsten und letzten Tag stand noch die Staffel an. Dort wollten wir mit diesen Ergebnissen im Rücken gewinnen und vor lauter Freude und Euphorie machten wir das den Medien auch unmissverständlich klar. Schön, dass es dann auch so gekommen ist. Nach der Siegerehrung der Staffel, bei der das gesamte Publikum uns genau wie am Vortag wieder ein Ständchen gesungen hatte, bevor sie zur deutschen Hymne übergingen, tanzten wir noch kurz mit Roberto Blanko während seiner Show, die er uns widmete.
Traurig fand ich an diesem Tag, dass es das letzte Rennen von Linda Grubben war. Sie wird im Frauenbiathlon fehlen.
Der letzte Wettkampf in Antholz war das Massenstartrennen der Männer und auch hier hätte es fast mit einem Dreifacherfolg geklappt. Fisch hätte nur beim letzten Schießen eine Scheibe mehr treffen müssen, dann hätte er statt einem guten fünften Platz einen noch besseren Dritten gemacht, hinter dem Weltmeister Michi Greis und dem Vizeweltmeister Andreas Birnbacher.
Durch den Medaillenregen an den letzten beiden Tagen haben wir, die deutsche Mannschaft die gleiche Anzahl an Medaillen wie in der Vergangenen Saison bei den Olympischen Spielen. Ich persönlich gehe mit einer besseren Ausbeute als letztes Jahr nach Hause und bin sehr glücklich darüber.

Viele Grüße Andrea
Fotoserie: WM Antholz

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