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Massenstart Herren

1.Teil: Die Geschichte und Entwicklung des Biathlonsports

Mario Felgenhauer am 01.12.2006 - 09:37 Uhr

Es gibt nicht viele Sportarten, die ihren Ursprung soweit zurückverfolgen können wie Biathlon. Bereits zu einer Zeit, als der Mensch noch Jäger und Sammler war, gab es erste „Biathleten“.

Der Ursprung
Auf skiähnlichen Gebilden und mit Pfeil und Bogen bewaffnet gingen die Männer im Winter schon vor mehreren tausend Jahren auf die Jagd. Abbildungen aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus zeigen diese Jäger deutlich über den Schnee laufen. 400 vor Christus erwähnt der römische Dichter Vergil die Jagd auf Skiern sogar schriftlich.
Eine zweite Entwicklungsschiene stellte schon seit jeher die militärische Verwendung dieser „Soldaten auf Skiern“ dar. Auch diese finden bereits vor Christus Erwähnung in den Geschichtsbüchern. Im 16. Jahrhundert werden auch in Russland und Skandinavien erstmals Skiregimenter eingesetzt. In Mitteleuropa dauerte es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ehe sich auch hier - besonders in den Alpenländern - Militärskilauf durchsetzte. Ab diesem Zeitpunkt wurde in den einzelnen Armeen jedoch großer Wert auf eine gute Ausbildung auf Skiern gelegt und entsprechende Richtlinien festgehalten. In Deutschland erhielten Soldaten erstmals 1892 eine Ausbildung auf Skiern.

Der erste Wettkampf
Mit der Gründung des deutschen Skiverbandes 1905 erlebte der Skilauf auch in der Bevölkerung einen ersten Aufschwung. Biathlon als Wettkampfsport war allerdings in den ersten Jahren eine rein militärische Angelegenheit. Erstmals erwähnt wird ein solcher Wettkampf 1912 in Norwegen, bei dem während des Rennens zweimal zehn Schüsse abzugeben waren. Die Skipatrouille, das Laufen und Schießen in einer militärischen Formation, war 1924 Demonstrationswettbewerb bei den ersten Olympischen Winterspielen in Chamonix und stand 1928, 1936 und 1948 im Wettkampfprogramm.

Biathlon wird offizielle Sportart
Skilanglaufen und Schießen als Einzelsportart wurde dann 1949 vom Internationalen Olympischen Komitee IOC als Sportart anerkannt, der Name Biathlon allerdings erst 1955 eingeführt. Schließlich nahm sich die UIPM, der Verband des modernen Fünfkampfes, 1957 der Sportart an und gliederte sie in ihre Strukturen ein. Bereits 1958 wurde daraufhin in Courmayeur (ITA) eine erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Seit 1960 in Squaw Valley (USA) ist Biathlon olympisch. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Sportart allerdings noch sehr militärische Züge. Es wurden im einzigen Wettkampf, dem Einzel, vier unterschiedliche Schießstände angelaufen und die Schussabgabe erfolgte mit Großkalibergewehren auf Distanzen zwischen 250 und 100 Metern. Als Ziel dienten Papierscheiben. 1966 kam dann erstmals eine zweite Entscheidung, das Staffelrennen, hinzu. Die Modernisierung der Sportart begann 1967, als im deutschen Altenberg erstmals bei einer Weltmeisterschaft alle vier Schießprüfungen auf einem Schießstand abzulegen waren. Hier wurde auch erstmals auf Scheiben aus schwarz eingefärbtem Sicherheitsglas geschossen. Überprüfen kann man diese Tatsache im James-Bond-Film „In tödlicher Mission“ aus dem Jahr 1980, in dem ein Biathlon-Rennen nachgestellt wird. Ebenfalls in dem Film zu sehen ist die neue Waffe der Biathleten. 1978 wurde nämlich von Groß- auf Kleinkalibergewehre umgestellt. Bereits die erste Weltmeisterschaft mit dem neuen Sportgerät in Hochfilzen (AUT) wird zu einem vollen Erfolg. Das kleinere Kaliber und die dadurch vereinfachten Trainingsbedingungen machen es nun mehr Nationen möglich, an Wettkämpfen teilzunehmen. 1978 wird auch der Sprint ins Wettkampfprogramm aufgenommen. In den folgenden Jahren kommt man von den zerbrechlichen Zielen ab und setzt vermehrt Klappfallscheiben ein, die Treffer deutlicher anzeigen und nicht ersetzt werden müssen. 1984 hatte schließlich auch die Diskriminierung der Frauen ein Ende und diese durften erstmals an Weltmeisterschaften teilnehmen. Olympische Frauenrennen werden seit 1992 ausgetragen.

Der eigene Verband
Reformen und die steigende Anzahl an ausrichtenden Verbänden ließen schließlich den Ruf nach einem eigenen Verband aufkommen. Man versprach sich davon ökonomischere Strukturen und mehr Selbständigkeit. Dies führte dazu, dass 1993 die Internationale Biathlon Union (IBU) gegründet wurde. Seitdem lenkt die IBU die Geschicke der Sportart Biathlon vom Hauptsitz in Salzburg aus. In der Saison 2006/2007 zählt der Verband 66 nationale Mitgliedsverbände und hat ein Jahresbudget von über zehn Millionen Euro zur Verfügung.




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