
Stadion Oberhof

Weltcup Ruhpolding

Schießstand
4.Teil: Wettkampforte
Mario Felgenhauer am 02.02.2007 - 15:00 Uhr
Klar, den größten Anteil an der Beliebtheit von Biathlon haben die Athleten und die spannenden Wettbewerbsformen. Aber was wäre diese Sportart ohne seine traditionsreichen Austragungsstätten?
Wer kennt sie nicht, die Veranstaltungsorte der früheren ORA-Trophy Oberhof, Ruhpolding und Antholz. Jedes Jahr kehrt der Weltcupzirkus dorthin zurück und Tausende von Fans nehmen weite Wege in Kauf, um live dabei zu sein. Was sind deren Besonderheiten? Wie ist ihre Geschichte? Hier finden sie einige wichtige Informationen.
Oberhof
Das thüringische Biathlon-"Mekka", das alljährlich mit neuen Besucherrekorden aufwartet, hat circa 2.500 Einwohner, verteilt auf eine Fläche von 23 km². Nach anfänglich acht Bewohnern (1641) erreicht Oberhof in den 1990ern die 2.500-Grenze und wird 1985 zur Stadt erhoben. Derzeit lebt die Stadt vor allem von sportlichen Ereignissen, denn den Status, den der Luftkurort als Urlaubsziel in der ehemaligen DDR hatte, büßte er nach der Wende langsam ein. Trotzdem bietet Oberhof vor allem für Hobbysportler viele Möglichkeiten, sich im Winter oder im Sommer zu betätigen. Doch statt einem normalen, tristen "Kleinstadt"-Leben, erwartet einen in Oberhof regelmäßig die Weltelite diverser Wintersportarten. Nach dem Bau der "Großschanze am Rennsteig" 1964, folgte 1971 die Rennschlittenbahn und 1981 die Biathlonanlage. Seitdem finden dort regelmäßig und seit 1999 sogar jährlich Weltcuprennen im Biathlon statt. 2004 durfte man sogar Weltmeisterschaften am Grenzadler ausrichten. Unvergessen bleibt dabei der Sieg der deutschen Herrenstaffel mit Frank Luck als Schlussläufer in seinem letzten Rennen.
Neues Prunkstück des Standorts Oberhof ist das Stadion, die „Rennsteig Arena“. Mit ihrem Bau wurde nach der Vergabe der WM 2004 nach Oberhof im Mai 2001 begonnen. Es entstand ein neues, modernes Regiegebäude und eine 105 Meter lange Tribüne für 8.000 Zuschauer. Außerdem wurde der Schießstand modernisiert und seine Ausrichtung etwas verändert, um den Fans eine gute Sicht zu ermöglichen. Insgesamt finden im Stadion und an der Strecke 20.000 Zuschauer Platz, die jedes Jahr für Gänsehautstimmung bei den Athleten sorgen. Vor allem am Birxstieg, einem besonders langen und steilen Anstieg, haben die Trainer und Betreuer aufgrund der Geräuschkulisse keine Chance, ihren Sportlern Informationen weiterzugeben. Ein weiteres Highlight der Strecke ist die Wolfschlucht. Sie trägt den Namen ihres geistigen Vaters, Karl Heinz Wolf, der das Teilstück ins Streckennetz aufnehmen ließ. Seitdem stürzen sich die Athleten bei jedem Weltcup eine steile Abfahrt hinunter und quälen sich nach dem Scheitelpunkt der Schlucht einen steilen Anstieg hinauf. Stürze sind hier zwar nicht alltäglich, können aber böse enden.
Weitere Informationen zur Rennsteig Arena und zum Biathlon-Weltcup in Oberhof findet ihr hier:
www.biathlon.oberhof.de
Ruhpolding
Der Biathlon-Traditionsort befindet sich im Süden Deutschlands im Bereich der Chiemgauer Alpen auf einer Höhe von 655 Metern über dem Meer. Mit rund 148 Quadratkilometern ist Ruhpolding die viertgrößte Gemeinde in Bayern. Trotz den rund 7.000 Einwohnern ist es ein kleiner gemütlicher Ort geblieben, in dem man sich wohlfühlen und neben dem Besuchen der Biathlonwettkämpfe auch selbst Sport treiben kann. Dies ist auf dem umfangreichen Loipennetz im Winter oder im Sommer auf dem örtlichen Golfplatz möglich. Das Biathlonstadion wurde 1978 fertig gestellt und mit einem Weltcup eröffnet. Bereits 1979 fand die erste Weltmeisterschaft in Ruhpolding statt. 1985 und 1996 wurden die Titelkämpfe erneut in den Chiemgau vergeben. Zwischendurch richtete man regelmäßig Weltcuprennen aus. Seit 1997 gastiert der Weltcuptross jährlich im für die WM 1996 umgebauten Stadion. Seit 2005 werden nach einer Modernisierung der Schanzenanlage auch Weltcuprennen in der nordischen Kombination veranstaltet.
Die „Chiemgau-Arena“ fasst insgesamt 8.000 Zuschauer. Da entlang der Strecke nur begrenzter Stehplatz zur Verfügung steht ist die Gesamtkapazität zwar deutlich kleiner als in Oberhof, am Schießstand ist man dagegen deutlich näher am Geschehen als in der weitläufigen „Rennsteig Arena“. Auch bei den Laufstrecken gibt es große Unterschiede. Während man in Oberhof das Profil des Geländes nutzen muss, läuft man in Ruhpolding in einem Tal. Die Anstiege und Abfahrten befinden sich jeweils am Talrand oder wurden künstlich angelegt. Der Schwierigkeit der Strecke tut dies allerdings keinen Abbruch. Die sogenannte „Wand“ und der „Schießstandberg“ fordern den Athleten einiges an Kondition und fahrerischem Können ab. Durch das neu gebaute „Merkel-Omega“ (benannt nach dem Ruhpoldinger Urgestein Theo Merkel, nicht nach der Bundeskanzlerin) können die Zuschauer im Stadion die Läufer nun auch noch länger auf der Strecke verfolgen.
Weitere Informationen zur Chiemgau-Arena und zum Biathlon-Weltcup in Ruhpolding findet ihr hier:
www.biathlon-ruhpolding.de
Antholz
Das 10 km von Bruneck entfernte Antholzertal erstreckt sich, eingekesselt von über 3.000 m hohen Bergen auf 18 Kilometern bis zum Stallersattel, über den man im Sommer nach Österreich gelangt. Am Eingang des Tales befinden sich die Dörfer Oberrasen und Niederrasen, es folgen Antholz Niedertal, Antholz Mittertal (1.250 m) und Antholz Obertal (1.532 m). Insgesamt zählt die Gemeinde knapp 2.800 Einwohner. Am Ende des Tales befindet sich schließlich das Biathlonstadion, herrlich gelegen neben dem Antholzer See. Überhaupt ist das Panorama sehenswert, sei es wegen der Sicht hinunter in das Tal oder wegen der eindrucksvollen Dreitausender. Sportlich gesehen hat sich das ganze Tal auf Biathlon eingestellt. Es gibt dort keine Alpinhänge oder andere große Sportanlagen mit Ausnahme des Biathlonstadions. Bereits 1975 wurden im Antholzer Tal erstmals Weltmeisters gekürt. 1976, 1983 und 1995 kehrte man dann zu den Titelkämpfen ebenfalls zurück in die Gemeinde in Südtirol. Auch der Weltcup gastiert seit 1996 inzwischen jährlich hier.
Für die Zuschauer gilt zwar, dass die Tribüne im 90-Grad-Winkel zum Schießstand gebaut wurde, aber man dadurch besonders gut den Start und den Zieleinlauf mitverfolgen kann. Für die WM 2007 in Antholz wurde das Stadion weitläufig umgebaut, die Zuschauertribünen vergrößert, ein neues Servicegebäude für den wettkampftechnischen Bereich und ein unterirdischer Tunnel für Athleten, Funktionäre und Mitarbeiter errichtet. Das Gelände fasst insgesamt circa 16.000 Zuschauer, die sich nicht nur im Stadionbereich, sondern auch an der Strecke aufhalten werden. Beliebter Treffpunkt ist dabei die Huber-Alm, eine Jausenstation, die direkt an der Laufstrecke gelegen ist. Von dort aus hat man auf einem größeren Streckenabschnitt einen guten Blick auf die Läufer, bevor diese den Schießstand beziehungsweise das Ziel erreichen. Wer es etwas ruhiger mag, findet im Wald zwischen Stadion und See bestimmt ein ruhigeres Plätzchen, von dem aus man alle Athleten beobachten kann.
Weitere Informationen zum Biathlon-Stadion in Antholz und zur Weltmeisterschaft 2007 findet ihr hier:
www.biathlon-antholz.it
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