Vor etwa zwei Jahren lässt sich der Ursprung der aktuellen Dopingverdächtigungen festmachen. Hier finden sie eine Chronologie der Ereignisse seit diesem Zeitpunkt.
18. Februar 2006: Am Rande der Olympischen Winterspiele von Turin findet eine Razzia im Lager der österreichischen Langläufer und Biathleten statt. Gefunden werden unter anderem große Mengen von Utensilien, die für Eigenblutdoping notwendig sind.
November 2007: Erst fast zwei Jahre später konnte die österreichische Zeitung "Kurier" nach monatelanger Recherche die gefundenen Blutbeutel aufgrund identischer Chargennummern mit der Wiener Blutbank Humanplasma in Verbindung bringen, die jedoch jede Beteiligung abstreitet. Schon damals wurde auf zahlreiche (auch prominente) Athleten aus dem Ausdauerbereich hingewiesen, die an Sonntag Vormittagen ab 6 Uhr regelmäßiger Kunde der Blutbank seien - das allgemeine Interesse in Österreich hielt sich jedoch zunächst in Grenzen.
Anzeige
10. Januar 2008: Anfang Januar fasst auch die deutsche Presse den Fall auf. Während des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding erregt ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung Aufsehen, in dem unter anderem den deutschen Biathleten Dopingvorwürfe gemacht werden.
15. Januar 2008: Die ARD gibt auf ihrer Internetseite bekannt, dass 20 deutsche Wintersportler unter Verdacht des Blutdopings im Zusammenhang mit der Wiener Blutbank Humanplasma ständen. Weder Namen noch jegliche Beweise für die Beschuldigungen wurden angebracht.
16. Januar 2008: Der Deutsche Skiverband dementiert öffentlich die Dopingvorwürfe gegenüber seinen Athleten. "Wir haben keine Hinweise, die die Anschuldigungen verifizieren würden", hieß es. Der Verband stellte sich damit voll und ganz hinter seine Sportler, die eine eidesstattliche Erklärung unterschrieben, kein Eigenblutdoping zu betreiben und keinerlei Kontakt zu Humanplasma zu haben.
17. Januar 2008: Die ARD rudert zurück. SRW-Sportchef Michael Antwerpes entschuldigt sich zu Beginn der Live-Übertragung vom Biathlon-Weltcup in Antholz für die "journalistische Fehlleistung" des Redakteurs.
15. Februar 2008: Vier Wochen herrscht Ruhe bis zur Biathlon-WM in Östersund. Dann veröffentlicht eine österreichische Zeitung am späten Abend eine Liste mit Namen, die Kunden der Wiener Blutbank sein sollen. Darunter befindet sich auch ein großer Teil der aktiven deutschen und österreichischen Biathleten, sowie einige ehemalige Aktive. Die Namen gehen aus einer anonymen Anzeige hervor, die an einen österreichischen Journalisten geschickt wurde. Stichhaltige Beweise gegen die Athleten gibt es keine.
16. Februar: Nach erneuten Anschuldigungen wird die bisherige eidesstattliche Versicherung ausgeweitet, grundsätzlich kein Doping zu betreiben oder betrieben zu haben. Auch die ehemaligen Aktiven, die bei ARD und ZDF als Experten arbeiten, unterzeichnen eine Erklärung, dass sie nie mit Doping in Kontakt gekommen sind.
19. Februar: Wie bereits in den vergangenen Tagen angekündigt erstattet der Deutsche Skiverband Anzeige gegen Unbekannt aufgrund der anonymen Anzeige.