Kaisa Varis des EPO-Dopings überführt
Nadine Gärtner am 31.01.2008 - 16:19 Uhr
Auf einer halbstündigen Pressekonferenz am Rande der Biathlon-Junioren-WM in Ruhpolding wurde am Donnerstag Nachmittag unter anderem das positive Ergebnis der B-Probe von Kaisa Varis bekanntgegeben.
Wieder EPO-Doping - Disziplinarverfahren wird eingeleitet
Auf der Pressekonferenz erklärte IBU-Generalsekretär Michael Geistlinger das weitere Vorgehen im Fall Kaisa Varis. Am 21. Januar wurde der positive EPO-Befund in der Probe der Finnin aus dem Oberhofer Massenstart, wo sie 20. geworden war, festgestellt. Sofort ging Varis selbst und der finnische Biathlon-Verband an die Öffentlichkeit, die Athletin bestand vehement auf ihrer Unschuld und beantragte die Öffnung der B-Probe. Von Dienstag bis heute wurde nun auch diese Probe untersucht und ein eindeutig positives Ergebnis auf EPO festgestellt, wie Geistlinger erklärte. Weiterhin gab er bekannt, dass nun ein Disziplinarverfahren eingeleitet werde. Varis und ihrem Anwalt werde nun die Möglichkeit gegeben, sich erneut zu den positiven Tests in Form eines "Legal Hearings" zu äußern. Anschließend wird innerhalb von 14 Tagen ein IBU-Meeting zur Festsetzung der Strafe angesetzt.
Resultate werden bei Sperre aberkannt
Wie Geistlinger auf Nachfrage erklärte, gäbe es bei der IBU ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem bei einem Dopingfall die seither erreichten Resultate aberkannt werden. Üblicherweise werde der Beginn der Sperre in einem solchen Fall auf den Tag des positiven Tests angesetzt, so dass Varis dann alle Punkte, Preisgelder und auch der Sieg von Ruhpolding aberkannt werden würden. Da Varis eine Wiederholungstäterin ist, droht ihr eine lebenslange Sperre. Bereits in der vergangenen Woche hatte der finnische Verband Strafen für die Athletin angekündigt und sie aus dem WM-Team gestrichen. Dieser positive Befund sei "eine enorme Enttäuschung und ein Schock", äußerte sich der IBU-Generalsekretär auf der Pressekonferenz. Der Fall Varis sei "ein schulmäßiges Beispiel für EPO-Doping und ein schwarzer Punkt in der Statistik" und der Beweis, dass Biathlon "kein sauberer Sport ist und es immer schwarze Schafe gibt".
Verfahrensfehler im Fall Varis?
Erst am gestrigen Mittwoch hatte die Finnin Kaisa Varis in der Presse von einem Verfahrensfehler gesprochen. Sie wirft der IBU einen Verstoß gegen internationale Regeln vor. Varis bemängelte in einem Schreiben an den finnischen Rundfunk, ihr sei entgegen den WADA-Regeln vor Beginn der Analyse der B-Probe das Recht auf persönliche Stellungnahme versagt worden, außerdem habe sie nie Einsicht in die Ergebnisse der positiven A-Probe erhalten.
Fall Rottmann: IBU bestätigt Sperre des ÖSV
Außerdem gab die IBU auch eine Entscheidung im Fall Wolfgang Rottmann bekannt. Nach langen Untersuchungen bestätigte man die zweijährige Wettkampfsperre, die der ÖSV für seinen zurückgetretenen Athleten bereits verhängt hatte. Nach Aussage von Rottmann habe ihm die Tasche mit Blutdoping-Utensilien, die aus seinem Fenster geworfen worden war, nicht gehört. Die IBU stellte jedoch fest, dass in der ÖSV-Unterkunft bei den Olympischen Winterspielen von Turin eindeutig Blutdoping betrieben worden war, ob es jedoch möglicherweise schon einige Tage zurücklag, ließ sich jedoch nicht feststellen. Der Athlet wurde über die Entscheidung bislang nicht informiert, er war an seinem Wohnsitz bisher nicht erreichbar. Rottmann steht ein Widerspruchsrecht zu, er könnte wie sein ehemaliger Teamkollege Wolfgang Perner vor den Obersten Sportgerichtshof CAS ziehen. Im Fall Perner konnte noch keine Entscheidung getroffen werden, hier wartet die IBU zunächst die CAS-Entscheidung ab. Ein Beschluss wird für April erwartet.
DSV erwirkt Einstweilige Verfügung
Außerdem wurde am Donnerstag bekannt, dass der Deutsche Skiverband eine Einstweilige Verfügung wegen der vor zwei Wochen erhobenen Dopingvorwürfe seitens der ARD erwirkt hat. Die beim Landgericht Hamburg eingereichte Unterlassungsklage richtet sich jedoch nicht direkt gegen den öffentlich-rechtlichen Sender, sondern gegen den freien Mitarbeiter Hajo Seppelt. Er darf sich nun nicht mehr über einen Dopingverdacht im Hinblick auf den DSV äußern. Nachdem die Anschuldigungen hohe Wogen geschlagen hatten, hatte sich die ARD bereits öffentlich für "journalistische Fehler" entschuldigt.
Wieder EPO-Doping - Disziplinarverfahren wird eingeleitet
Auf der Pressekonferenz erklärte IBU-Generalsekretär Michael Geistlinger das weitere Vorgehen im Fall Kaisa Varis. Am 21. Januar wurde der positive EPO-Befund in der Probe der Finnin aus dem Oberhofer Massenstart, wo sie 20. geworden war, festgestellt. Sofort ging Varis selbst und der finnische Biathlon-Verband an die Öffentlichkeit, die Athletin bestand vehement auf ihrer Unschuld und beantragte die Öffnung der B-Probe. Von Dienstag bis heute wurde nun auch diese Probe untersucht und ein eindeutig positives Ergebnis auf EPO festgestellt, wie Geistlinger erklärte. Weiterhin gab er bekannt, dass nun ein Disziplinarverfahren eingeleitet werde. Varis und ihrem Anwalt werde nun die Möglichkeit gegeben, sich erneut zu den positiven Tests in Form eines "Legal Hearings" zu äußern. Anschließend wird innerhalb von 14 Tagen ein IBU-Meeting zur Festsetzung der Strafe angesetzt.
Resultate werden bei Sperre aberkannt
Wie Geistlinger auf Nachfrage erklärte, gäbe es bei der IBU ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem bei einem Dopingfall die seither erreichten Resultate aberkannt werden. Üblicherweise werde der Beginn der Sperre in einem solchen Fall auf den Tag des positiven Tests angesetzt, so dass Varis dann alle Punkte, Preisgelder und auch der Sieg von Ruhpolding aberkannt werden würden. Da Varis eine Wiederholungstäterin ist, droht ihr eine lebenslange Sperre. Bereits in der vergangenen Woche hatte der finnische Verband Strafen für die Athletin angekündigt und sie aus dem WM-Team gestrichen. Dieser positive Befund sei "eine enorme Enttäuschung und ein Schock", äußerte sich der IBU-Generalsekretär auf der Pressekonferenz. Der Fall Varis sei "ein schulmäßiges Beispiel für EPO-Doping und ein schwarzer Punkt in der Statistik" und der Beweis, dass Biathlon "kein sauberer Sport ist und es immer schwarze Schafe gibt".
Verfahrensfehler im Fall Varis?
Erst am gestrigen Mittwoch hatte die Finnin Kaisa Varis in der Presse von einem Verfahrensfehler gesprochen. Sie wirft der IBU einen Verstoß gegen internationale Regeln vor. Varis bemängelte in einem Schreiben an den finnischen Rundfunk, ihr sei entgegen den WADA-Regeln vor Beginn der Analyse der B-Probe das Recht auf persönliche Stellungnahme versagt worden, außerdem habe sie nie Einsicht in die Ergebnisse der positiven A-Probe erhalten.
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Fall Rottmann: IBU bestätigt Sperre des ÖSV
Außerdem gab die IBU auch eine Entscheidung im Fall Wolfgang Rottmann bekannt. Nach langen Untersuchungen bestätigte man die zweijährige Wettkampfsperre, die der ÖSV für seinen zurückgetretenen Athleten bereits verhängt hatte. Nach Aussage von Rottmann habe ihm die Tasche mit Blutdoping-Utensilien, die aus seinem Fenster geworfen worden war, nicht gehört. Die IBU stellte jedoch fest, dass in der ÖSV-Unterkunft bei den Olympischen Winterspielen von Turin eindeutig Blutdoping betrieben worden war, ob es jedoch möglicherweise schon einige Tage zurücklag, ließ sich jedoch nicht feststellen. Der Athlet wurde über die Entscheidung bislang nicht informiert, er war an seinem Wohnsitz bisher nicht erreichbar. Rottmann steht ein Widerspruchsrecht zu, er könnte wie sein ehemaliger Teamkollege Wolfgang Perner vor den Obersten Sportgerichtshof CAS ziehen. Im Fall Perner konnte noch keine Entscheidung getroffen werden, hier wartet die IBU zunächst die CAS-Entscheidung ab. Ein Beschluss wird für April erwartet.
DSV erwirkt Einstweilige Verfügung
Außerdem wurde am Donnerstag bekannt, dass der Deutsche Skiverband eine Einstweilige Verfügung wegen der vor zwei Wochen erhobenen Dopingvorwürfe seitens der ARD erwirkt hat. Die beim Landgericht Hamburg eingereichte Unterlassungsklage richtet sich jedoch nicht direkt gegen den öffentlich-rechtlichen Sender, sondern gegen den freien Mitarbeiter Hajo Seppelt. Er darf sich nun nicht mehr über einen Dopingverdacht im Hinblick auf den DSV äußern. Nachdem die Anschuldigungen hohe Wogen geschlagen hatten, hatte sich die ARD bereits öffentlich für "journalistische Fehler" entschuldigt.
Fotoserie: Kaisa Varis des EPO-Dopings überführt





