Team Vaude Dämpfle/Mathis am 25.05.2007 - 08:53 Uhr
Die Ereignisse überschlagen sich, eine Dopingenthüllung jagt die andere und negative Schlagzeilen haben die Medien fest im Griff. Ein Grund für uns, das Team Vaude Dämpfle/Mathis, zum aktuellen Thema ein paar Worte los zu werden.
Was sind unsere Beweggründe, zu diesem Thema eine Pressemitteilung rauszugeben?
1) Der Radsport wird an den Pranger gestellt. Radsport ist vieles und ein großer Überbegriff. Wir sind ein Mountainbike Team und somit nur indirekt von den aktuellen Geschehnissen betroffen. In Medien wird hier aber kaum unterschieden und für den "normalen Bürger" gilt somit der Generalverdacht gegen alles was bunt und sportlich auf dem Rad sitzt. Wir als (MTB-)Sportler müssen ja schon fast Angst haben, im täglichen Training auf der Straße, von frustrierten Fans im Auto vom Rad gefahren zu werden. Auch nervt es, als Mountainbiker dauernd auf die Dopingprobleme der Straßenprofis angesprochen zu werden und sich für deren Unfähigkeit rechtfertigen zu müssen.
2) Mann muss sagen, der MTB-Sport ist bisher von großen Skandalen verschont und bleibt das hoffentlich auch. Zwar gab es auch hier schon schwarze Schafe, und bei dem was gerade passiert, fällt es schwer für alle aktiven die Hand ins Feuer zu legen.
Der MTB-Sport verfügt leider nicht über die Gelder und das Medieninteresse des Straßenradsports. Darum ist hier aber auch lange nicht der Druck von Sponsoren und Teams gegeben, sich bis auf das äußerste zu pushen und hierbei unerlaubte Wege zu gehen.
3) Doping ist verboten, gesundheitsschädlich und kostet eine Menge Geld. Darum ist für das Team und alle Sportler klar, die Grenze zur unerlaubten Leistungssteigerung darf und wird nicht überschritten werden. Bei Nichtbeachtung ist das bei uns vertraglich mit einer fristlosen Kündigung geregelt. Fahrer des Teams haben sich schon Dopingkontrollen unterworfen, und sind zu jeder Zeit bereit, sich kontrollieren zu lassen.
4) Im MTB-Sport ist Leistungs- und Leidensfähigkeit gefordert, man geht mit seinem Körper an die absolute Grenze und somit ist auch eine medizinische Betreuung notwendig. Wir arbeiten mit der renommierten Dreiländerklinik in Ravensburg zusammen. Diese betreut uns bei präventiven Maßnahmen, zur Trainingskontrolle und bei Wehwehchen die aufgrund von Stürzen passieren.
Es waren schon Sportler und es sind auch aktuell Sportler des Teams über die Nationalmannschaft an besagter Uniklinik in Freiburg zur Behandlung. Die Zusammenarbeit war hier die gleiche wie mit der Dreiländerklinik und ging nie darüber hinaus. Wir bedauern, dass durch das Handeln zweier Ärzte der ganze gute Ruf der Klinik in Frage gestellt wird und viele unschuldige Sportler die Leidtragenden sind.
Wir sind der Meinung im MTB-Sport kann man mit hartem Training und viel Ehrgeiz "sauber" vorne mitfahren. Auch mit weniger Talent sind durch gute Fahrtechnik oder eine starke Psyche Podestplätze sicher nicht unmöglich.
Wir sind ein junges Team (viele unserer Fahrer hatten bei den "Heldentaten" der jetzt geständigen Sportler noch Stützräder an ihren Bikes) und stehen in der Verantwortung dieser Fahrer. Als Team werden wir diese Zeit, in der das Radsportler-Dasein einem nicht immer Freude bereitet, überstehen und mit Spaß sowie einer gesunden Portion Ehrgeiz weiterhin gute "saubere" Platzierungen und Leistungen abliefern.