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Biathlon-Weltcup Vancouver 2009: Gelungene Olympia-Generalprobe

Biathlon2b Redaktion am 16.03.2009 - 12:52 Uhr
Traumhaftes Wetter, perfekte Strecken und eine schöne Biathlon-Anlage: Die Olympia-Generalprobe in Whistler/Vancouver ist gelungen! Bis auf die täglichen Busfahrten lässt sich nach dem Weltcup auf kanadischem Boden ein durchweg positives Fazit ziehen.

Tägliche Busfahrt tat den Topresultaten keinen Abbruch
Der erste Biathlon-Weltcup im Whistler Olympic Park, etwa 120 Kilometer von der kanadischen Metropole Vancouver entfernt, sorgte bei allen Beteiligten für viele positive Eindrücke. Die extrem breiten Strecken waren optimal präpariert, der Schießstand bestens angelegt und das winterliche Traumwetter tat sein Übriges. Das Einzige, was ein wenig nervte, war die tägliche Busfahrt vom Quartier in Squamish zu den Wettkampfstrecken in Whistler und wieder zurück. Das Olympiadorf ist noch nicht fertig gebaut und somit mussten täglich zwei Stunden Busfahrt in Kauf genommen werden. Den tollen Resultaten tat dies aber keinen Abbruch: Zum Auftakt sorgte Simone Hauswald im Einzelrennen gleich für einen Paukenschlag, als sie ihren zweiten Saison-Erfolg einfuhr. Die Gosheimerin, die ihrer eigenen Ansicht nach so gut drauf ist, weil sie geheiratet hat, setzte alle 20 Schuss ins Schwarze und deklassierte die gesamte Konkurrenz. Knapp fünf Stunden später sorgte der Youngster Daniel Böhm für die zweite Überraschung aus deutscher Sicht. Mit nur einer Strafminute belegte der 22-Jährige hinter dem Franzosen Vincent Jay Rang zwei. Auch die anderen DSV-Skijäger kamen mit den Olympiastrecken bestens zurecht und holten wertvolle Punkte.

Helena Jonsson luchst Kati Wilhelm das Gelbe Trikot ab
Die Sprintwettkämpfe von Whistler/Vancouver sind als die wohl spannendsten des gesamten Weltcup-Winters zu bezeichnen. Die Wallgauerin Magdalena Neuner überzeugte einmal mehr mit der schnellsten Laufzeit und übernahm trotz eines Fehlers lange Zeit die Führung. Um genau 11:06 Uhr Ortszeit/19:06 Uhr MEZ überquerte jedoch die Schwedin Helena Jonsson die Ziellinie und schob sich um hauchdünne 0,7 Sekunden vor die DSV-Athletin, die dennoch überglücklich war. Andrea Henkel, Kati Wilhelm, Simone Hauswald und Martina Beck komplettierten das herausragende Mannschaftsergebnis als Fünfte, Achte, Zwölfte und 13. Einziger Wermutstropfen war nach diesem Rennen der Verlust des Gelben Trikots von Kati Wilhelm. Die Steinbach-Hallenbergerin musste es der Schwedin Helena Jonsson nach deren Sieg erst einmal überlassen, wird sich aber nicht so schnell geschlagen geben. Bei den Herren stand der Sprint ganz im Zeichen der Norweger. Ausnahmeläufer Lars Berger scheint das Schießen gelernt zu haben. Nach zwei fehlerfreien Serien gewann der 29-Jährige vor seinem Landsmann Ole Einar Bjoerndalen und dem Österreicher Christoph Sumann. Michael Greis und die jungen Wilden im deutschen Team, Simon Schempp, Daniel Böhm und Arnd Peiffer schlugen sich mit den Rängen 17, 20 und 22 erneut sehr achtbar. Bjoerndalen liegt nach den Wettkämpfen in Vancouver im Gesamtklassement nur noch zwei Punkte hinter dem Polen Tomasz Sikora.


Jüngste DSV-Staffel der Biathlon-Geschichte
Den deutschen Skijägern liegen die Strecken in Whistler/Vancouver einfach. Die Olympischen Spiele 2010 können kommen! In der Besetzung Kati Wilhelm, Magdalena Neuner, Martina Beck und Andrea Henkel haben die DSV-Damen einen Start-Ziel-Sieg in der abschließenden Staffel erkämpft. Über eine Minute betrug der Vorsprung im Ziel vor den Überraschungszweiten aus China. Knapp zwei Minuten nach den deutschen Damen überquerten erst die Weltmeisterinnen aus Russland als Dritte die Ziellinie. Für eine Sensation sorgten jedoch die Herren des DSV. Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren stellte das deutsche Team die jüngste Staffel aller Zeiten. Bundestrainer Frank Ullrich sollte mit seinem guten Riecher Recht behalten: Der 20-jährige Simon Schempp, der 22 Jahre alte Daniel Böhm, der noch 21-jährige Arnd Peiffer und 'Oldie' Michael Rösch (25) holten mit nur 16 Sekunden Rückstand zum Sieger Rang drei hinter Schweden und Frankreich. Favoriten wie das norwegische, österreichische und russische Quartett ließen die Youngster unbeeindruckt hinter sich. Der Weltcup in Whistler/Vancouver war eine durchweg gelungene Olympia-Generalprobe, der die Spannung und Freude auf das kommende Jahr steigen lässt.
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