Weltcup in Pyeong Chang 2008
Nadine Gärtner am 03.03.2008 - 08:29 Uhr
Das war sie also, die Generalprobe für die Weltmeisterschaften im kommenden Winter in Pyeong Chang. Noch läuft nicht alles nach Plan in Korea, aber es wurden spannende Wettkämpfe geboten.
Ausrichter müssen noch lernen
Zufriedenheit mit den biathlon-unerfahrenen Koreanern war noch nicht immer vorhanden - es zeigte sich, dass die Veranstalter bis zum nächsten WM-Jahr noch einiges ändern und verbessern müssen. Nach einer für alle Nationen sehr strapaziösen Anreise waren in einem Hotel zunächst Versorgungsengpässe zu überwinden, außerdem immer wieder organisatorische Probleme im Stadion. Überhaupt war die Wettkampfstrecke mit "brutalen Anstiegen und brutalen Abfahrten" vor allem für die Damen viel zu schwer, was viele Stürze zur Folge hatte. "In der Abfahrt fühlt man sich wie Bode Miller", hieß es weiter. So wurden die Strecken vor dem Herrentraining am Samstag Vormittag also verlegt und eine andere Abfahrt eingebaut, die jedoch durch zwei 90°-Kurven noch schwieriger war als vorher. Es kam zu Ski- und Stockbrüchen und zu Protesten der Athleten, so dass sich die Veranstalter entschieden, die Strecke zurückzuverlegen, was sie jedoch bis zum anschließenden Damen-Verfolger nicht genügend publizierten. Das zweimalige Verlaufen Lena Neuners war die Folge...
Topathleten fehlten
Sei es nun Krankheit oder Schonung für die kommenden Rennen - Tatsache ist, dass einige der besten BiathletInnen an den Wettkämpfen in Südkorea nicht teilnahmen. Im deutschen Team machte die Erkältungswelle vor vielen nicht halt, Martina Glagow war komplett zum Zuschauen verdammt, während Simone Denkinger und Carsten Pump noch einen Teil der Bewerbe bestreiten konnten. Auch Ole Einar Bjørndalen musste mit einer Erkältung zu Hause bleiben, bei anderen Athleten wie Vincent Defrasne, Svetlana Sleptsova, Nikolay Kruglov und Ekaterina Iourieva wurde Korea-Reise bereits recht frühzeitig zu Trainingszwecken gestrichen. Besonders für die Russen genießen die anstehenden Heimrennen in Khanty-Mansiysk äußerste Priorität, auch der zuletzt erkältete Maxim Tchoudov will dort wieder angreifen.
Weltmeister siegen im Sprint
Die Weltcup-Premiere in Südkorea begann wie die Weltmeisterschaften aufgehört hatten - mit Siegen der Massenstart-Weltmeister Emil Svendsen und Magdalena Neuner. Dass von den schweren Strecken laufstarke Athleten profitieren würden, war von Beginn an klar. Dies zeigte sich auch schon im Sprint, wo sich Emil Svendsen deutlich vor seinem Landsmann Halvard Hanevold und dem Österreicher Fritz Pinter durchsetzen konnte. Alle drei hatten eine Strafrunde zu absolvieren. Bester DSV-Athlet wurde Daniel Graf als Vierter mit 40,2 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Der 26-jährige Thüringer bot eine tadellose Schießleistung und konnte auch in der Loipe trotz krampfender Waden überzeugen.
Ihren insgesamt zehnten Weltcupsieg errang die 21-jährige Magdalena Neuner. Sie hatte schon nach der ersten Streckenbesichtigung festgestellt, dass die anspruchsvollen koreanischen Strecken wie für sie maßgeschneidert sind. Trotz zweier Strafrunden konnte sich die sechsfache Weltmeisterin als Siegerin feiern lassen. Zweite wurde die Französin Sandrine Bailly, die nur eine Strafrunde ging, vor der fehlerfrei schießenden Grödnerin Michela Ponza, für die mit diesem Podest ein grandioses Wochenende beginnen sollte.
Greis und Bailly Verfolgungs-Sieger
Ein ganz starkes Rennen zeigte Michael Greis in der Herren-Verfolgung. Mit Startnummer 10 und einer Minute Rückstand auf den Sprintsieger Emil Svendsen war der Nesselwanger ins Rennen gegangen und hatte sich dann zunächst mit zwei Fehlern im ersten Anschlag aller Chancen beraubt. Dann schoss er jedoch sauber weiter und leistete sich nur noch eine weitere Strafrunde. Außerdem profitierte der 31-jährige von Fehlern der Konkurrenz. Den Grundstein zu seinem Sieg legte er jedoch am Schießstand - nicht nur durch die Trefferquote, sondern vor allem auch durch die Geschwindigkeit, wo er 43 Sekunden auf den zweitplatzierten Halvard Hanevold herausholte. Dritter wurde mit Alexander Os ein weiterer Norweger, der sich mit schnellster Laufzeit und vier Schießfehlern weit nach vorn schob. Nach einem bravoröser Kampf trotz starker Schmerzen in den Beinen wurde Michael Rösch noch sehr guter Vierter. Auch Alexander Wolf und Andi Birnbacher kamen in die Top10.
Bei den Damen hatte die Französin Sandrine Bailly deutlich die Nase vorn. Wie die zweitplatzierte Südtirolerin Michela Ponza schoss sie fast fehlerfrei und sicherte sich so den Sieg. Dritte wurde die Russin Albina Akhatova vor dem französischen Talent Marie Laure Brunet. Die 19-jährige verbesserte als einzige Nullschützin ihr bestes Karriereresultat vom Vortag noch weiter. Als Fünfte und Sechste reihten sich Andrea Henkel und Magdalena Neuner ein.
Spannende Mixed-Staffel unter B-Teams
Die Mixed-Staffel von Pyeong Chang war spannend wie nie - allerdings schickten auch fast alle Teams nur ihre Zweitbesetzung ins Rennen. Beim letzten Schießen hatten mit Italien, Frankreich, Norwegen und Slowenien noch vier Teams gute Siegchancen. Auf der Schlussrunde stellte dann aber der Norweger Alexander Os die Führenden aus Italien und Frankreich und zog vorbei zum Sieg. Das deutsche Quartett mit Kathrin Hitzer, Simone Denkinger, Christoph Stephan und Michael Rösch hatte sich schon früh aller Chancen beraubt, als Kathrin Hitzer stürzte und durch zwei Strafrunden bis ans Ende des Feldes zurückfiel. Doch auch der Rest des Teams konnte in der Loipe nicht mehr überzeugen, so dass es bei einem achten Rang blieb.
Ausrichter müssen noch lernen
Zufriedenheit mit den biathlon-unerfahrenen Koreanern war noch nicht immer vorhanden - es zeigte sich, dass die Veranstalter bis zum nächsten WM-Jahr noch einiges ändern und verbessern müssen. Nach einer für alle Nationen sehr strapaziösen Anreise waren in einem Hotel zunächst Versorgungsengpässe zu überwinden, außerdem immer wieder organisatorische Probleme im Stadion. Überhaupt war die Wettkampfstrecke mit "brutalen Anstiegen und brutalen Abfahrten" vor allem für die Damen viel zu schwer, was viele Stürze zur Folge hatte. "In der Abfahrt fühlt man sich wie Bode Miller", hieß es weiter. So wurden die Strecken vor dem Herrentraining am Samstag Vormittag also verlegt und eine andere Abfahrt eingebaut, die jedoch durch zwei 90°-Kurven noch schwieriger war als vorher. Es kam zu Ski- und Stockbrüchen und zu Protesten der Athleten, so dass sich die Veranstalter entschieden, die Strecke zurückzuverlegen, was sie jedoch bis zum anschließenden Damen-Verfolger nicht genügend publizierten. Das zweimalige Verlaufen Lena Neuners war die Folge...
Topathleten fehlten
Sei es nun Krankheit oder Schonung für die kommenden Rennen - Tatsache ist, dass einige der besten BiathletInnen an den Wettkämpfen in Südkorea nicht teilnahmen. Im deutschen Team machte die Erkältungswelle vor vielen nicht halt, Martina Glagow war komplett zum Zuschauen verdammt, während Simone Denkinger und Carsten Pump noch einen Teil der Bewerbe bestreiten konnten. Auch Ole Einar Bjørndalen musste mit einer Erkältung zu Hause bleiben, bei anderen Athleten wie Vincent Defrasne, Svetlana Sleptsova, Nikolay Kruglov und Ekaterina Iourieva wurde Korea-Reise bereits recht frühzeitig zu Trainingszwecken gestrichen. Besonders für die Russen genießen die anstehenden Heimrennen in Khanty-Mansiysk äußerste Priorität, auch der zuletzt erkältete Maxim Tchoudov will dort wieder angreifen.
Weltmeister siegen im Sprint
Die Weltcup-Premiere in Südkorea begann wie die Weltmeisterschaften aufgehört hatten - mit Siegen der Massenstart-Weltmeister Emil Svendsen und Magdalena Neuner. Dass von den schweren Strecken laufstarke Athleten profitieren würden, war von Beginn an klar. Dies zeigte sich auch schon im Sprint, wo sich Emil Svendsen deutlich vor seinem Landsmann Halvard Hanevold und dem Österreicher Fritz Pinter durchsetzen konnte. Alle drei hatten eine Strafrunde zu absolvieren. Bester DSV-Athlet wurde Daniel Graf als Vierter mit 40,2 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Der 26-jährige Thüringer bot eine tadellose Schießleistung und konnte auch in der Loipe trotz krampfender Waden überzeugen.
Ihren insgesamt zehnten Weltcupsieg errang die 21-jährige Magdalena Neuner. Sie hatte schon nach der ersten Streckenbesichtigung festgestellt, dass die anspruchsvollen koreanischen Strecken wie für sie maßgeschneidert sind. Trotz zweier Strafrunden konnte sich die sechsfache Weltmeisterin als Siegerin feiern lassen. Zweite wurde die Französin Sandrine Bailly, die nur eine Strafrunde ging, vor der fehlerfrei schießenden Grödnerin Michela Ponza, für die mit diesem Podest ein grandioses Wochenende beginnen sollte.
Greis und Bailly Verfolgungs-Sieger
Ein ganz starkes Rennen zeigte Michael Greis in der Herren-Verfolgung. Mit Startnummer 10 und einer Minute Rückstand auf den Sprintsieger Emil Svendsen war der Nesselwanger ins Rennen gegangen und hatte sich dann zunächst mit zwei Fehlern im ersten Anschlag aller Chancen beraubt. Dann schoss er jedoch sauber weiter und leistete sich nur noch eine weitere Strafrunde. Außerdem profitierte der 31-jährige von Fehlern der Konkurrenz. Den Grundstein zu seinem Sieg legte er jedoch am Schießstand - nicht nur durch die Trefferquote, sondern vor allem auch durch die Geschwindigkeit, wo er 43 Sekunden auf den zweitplatzierten Halvard Hanevold herausholte. Dritter wurde mit Alexander Os ein weiterer Norweger, der sich mit schnellster Laufzeit und vier Schießfehlern weit nach vorn schob. Nach einem bravoröser Kampf trotz starker Schmerzen in den Beinen wurde Michael Rösch noch sehr guter Vierter. Auch Alexander Wolf und Andi Birnbacher kamen in die Top10.
Bei den Damen hatte die Französin Sandrine Bailly deutlich die Nase vorn. Wie die zweitplatzierte Südtirolerin Michela Ponza schoss sie fast fehlerfrei und sicherte sich so den Sieg. Dritte wurde die Russin Albina Akhatova vor dem französischen Talent Marie Laure Brunet. Die 19-jährige verbesserte als einzige Nullschützin ihr bestes Karriereresultat vom Vortag noch weiter. Als Fünfte und Sechste reihten sich Andrea Henkel und Magdalena Neuner ein.
Spannende Mixed-Staffel unter B-Teams
Die Mixed-Staffel von Pyeong Chang war spannend wie nie - allerdings schickten auch fast alle Teams nur ihre Zweitbesetzung ins Rennen. Beim letzten Schießen hatten mit Italien, Frankreich, Norwegen und Slowenien noch vier Teams gute Siegchancen. Auf der Schlussrunde stellte dann aber der Norweger Alexander Os die Führenden aus Italien und Frankreich und zog vorbei zum Sieg. Das deutsche Quartett mit Kathrin Hitzer, Simone Denkinger, Christoph Stephan und Michael Rösch hatte sich schon früh aller Chancen beraubt, als Kathrin Hitzer stürzte und durch zwei Strafrunden bis ans Ende des Feldes zurückfiel. Doch auch der Rest des Teams konnte in der Loipe nicht mehr überzeugen, so dass es bei einem achten Rang blieb.
Fotoserie: Weltcup in Pyeong Chang 2008
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