Specials Eventspecials Biathlon Weltcup Antholz

Wilhelm

Andrea Henkel

Sleptsova

Michael Greis

Nikolay Kruglov

Ole Einar Bjoerndalen

Tora Berger

Björn Ferry

Olofsson

Tchoudov

Strecke

Weltcup in Antholz 2008

Kathleen Lindau am 20.01.2008 - 19:11 Uhr

Im italienischen Antholz fand in den vergangenen Tagen der letzte Biathlon-Weltcup vor dem Saison-Höhepunkt, der Weltmeisterschaft im schwedischen Östersund, statt. Über 40.000 Fans kamen nach Südtirol und erlebten spannende Wettbewerbe bei bestem Winterwetter.

DSV-Athleten in Topform
Am Donnerstag, dem 17. Januar, zeigte sich die Südtirol-Arena noch in ungewohntem Nebel. Auch Schneefall herrschte, als die Damen den Weltcup mit dem Sprint-Wettbewerb eröffneten. Den deutschen Athletinnen schienen die Bedingungen nichts auszumachen, sie zeigten ein hervorragendes Mannschaftsergebnis. Über ihren ersten Saison-Sieg freute sich Kati Wilhelm, die tadellos schoss und eine starke Laufleistung bot. Die Thüringerin führt zudem die Weltcup-Rangliste an. Zweite wurde ihre Team-Kollegin Andrea Henkel, die ebenfalls fehlerfrei blieb und nur 10,5 Sekunden langsamer in der Loipe war. Den dritten Rang belegte die Russin Svetlana Sleptsova, die bei schwierigen Verhältnissen am Schießstand ebenso alle Scheiben traf. Auch der Herren-Sprint am Freitag endete mit einem deutschen Sieg. Michael Greis aus Nesselwang machte da weiter, wo er in Ruhpolding aufgehört hatte und feierte seinen dritten Sieg in Folge. Mit null Fehlern und 3,4 Sekunden Vorsprung verwies er den Russen Nikolay Kruglov auf den zweiten Rang. Bei diesmal typischem Sonnenschein und besten Bedingungen landete Ole Einar Bjoerndalen auf Platz drei. Der Norweger blieb wie die beiden Erstplatzierten fehlerfrei und kam mit 6,4 Sekunden Rückstand auf Greis ins Ziel.

Henkel und Ferry siegen in der Verfolgung
Am Samstag feierte die Thüringerin Andrea Henkel vor mehr als 10.000 Fans ihren ersten Weltcup-Sieg in dieser Saison. Im Verfolgungsrennen von Antholz setzte sich die 30-jährige mit 33,4 Sekunden Vorsprung gegenüber der Russin Svetlana Sleptsova durch. Während des Wettbewerbs war Henkel zeitweise auf den dritten Rang zurückgefallen, behielt aber beim letzten Schießen die Nerven und ging deutlich in Führung. Sleptsova, die zweifache Juniorenweltmeisterin vom Vorjahr, verfehlte insgesamt zweimal das Ziel und überquerte als Zweite die Ziellinie. 13 Sekunden nach der Russin kam Tora Berger aus Norwegen ins Ziel, die vom zehnten auf den dritten Rang nach vorne gelaufen war. Über seinen ersten Weltcup-Sieg freute sich auch Björn Ferry im 12,5 Kilometer Verfolgungswettbewerb der Herren. Der Schwede ging mit 37,8 Sekunden Rückstand auf Sprintsieger Michael Greis in die Loipe. Am Schießstand spielte sich ein Krimi ab, Favorit Bjoerndalen schoss insgesamt sogar fünfmal daneben und fiel zurück. Der dreifache Olympiasieger Greis und der Russe Nikolay Kruglov lieferten sich bis zum dritten Schießen ein Kopf an Kopf-Rennen, verfehlten dann aber zweimal das Ziel. Björn Ferry nutzte seine Chance und ging nach einer tadellosen Schießleistung in Führung. Mit 26,5 Sekunden Rückstand kam Nikolay Kruglov hinter dem 29-jährigen Schweden aus Storuman ins Ziel. Kruglov hatte auf der letzten Runde DSV-Läufer Michael Greis noch überholt, der Dritter wurde.

Star-Biathlon in Südtirol
Im Stadion unterhalb der Rieserfernergruppe wurde in diesem Jahr eine Premiere gefeiert. Zum ersten Mal fand in Antholz der Star-Biathlon statt. Zwölf Prominente aus Deutschland haben sich in die Loipe getraut, die vielen tausend Zuschauer im Stadion hatten großen Spaß, wurden bestens unterhalten und erlebten eine tolle Show. Am Start waren bei den Damen: Eva Habermann, Regina Halmich, Caroline Beil, Johanna Klum, Rosi Mittermaier und Jasmin Wagner. Bei den Herren sind angetreten: Johann Lafer, Jürgen Vogel, Alexander Mazza, Christian Neureuther, Jens Riewa und Axel Schulz. Unterstützt wurden die Stars von den ehemaligen BiathletInnen Uschi Disl, Petra Behle, Ricco Groß, Fritz Fischer, Katrin Apel und Lokalmatador Willi Pallhuber. Das Event, das von Jörg Pilawa moderiert wurde, fand den Höhepunkt in den Staffelläufen. Der Sieg ging an das Team Caroline Beil, Jürgen Vogel und Ricco Groß. Zweite wurden Jasmin Wagner, Johann Lafer und Petra Behle vor der Mannschaft Regina Halmich, Christian Neureuther und Uschi Disl.

Spannende Massenstartwettbewerbe am Sonntag
Den Abschluss der Weltcup-Tage im Antholzertal bildeten die Massenstarts am Sonntag. Andrea Henkel, die im Vorjahr an gleicher Stelle Weltmeisterin über diese Distanz wurde, verwies die Schwedin Anna Carin Olofsson auf den zweiten Rang und freute sich über ihren zweiten Sieg in Folge. Henkel verfehlte nur eine Scheibe und legte die drittbeste Laufzeit an den Tag. Olofsson, die alle 20 Schuss ins Schwarze setzte, feierte ihren ersten Podestplatz in dieser Saison. Für Schlagzeilen sorgte allerdings das Gerücht, dass die 34-jährige aus Lillhärdal im dritten Monat schwanger sei. Wie am Rande des Weltcups in Antholz bekannt wurde, soll sie am Mittwoch in einer Pressekonferenz ihren Rücktritt vom Leistungssport bekannt geben. Vor der in zwei Wochen beginnenden Weltmeisterschaft in Östersund wäre dies eine Riesensensation. Platz drei ging an DSV-Läuferin Kati Wilhelm, sie musste zwei Strafrunden drehen und behauptete ihre Führung im Gesamtweltcup. Bei den Herren schaffte es Ole Einar Bjoerndalen auf das oberste Podest. Der Norweger, der im Massenstart von Oberhof seinen letzten Sieg feierte, machte heute seinen insgesamt 80. Weltcup-Sieg perfekt. Einen Fehler leistete sich der Ausnahmeathlet und freute sich im Ziel mit seinem Bruder und seinem Vater, die aus Norwegen angereist waren. Der erneut starke Schwede Björn Ferry stürzte in der ersten Runde und war vorerst weit zurückgefallen, doch von Runde zu Runde holte er auf und überquerte als Zweiter die Ziellinie. Michael Greis aus Nesselwang verfehlte zweimal das Ziel und lieferte sich mit dem Russen Maxim Tchoudov eine spannende Schlussrunde. Die Athleten hatten zwar die gleiche Zeit im Ziel, doch im Fotofinish sah man, dass Greis den Ski um wenige Zentimeter vorne hatte und wurde somit Dritter.


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