Startseite
Weiterempfehlen


Formular für Weiterempfehlung

Bookmarken

Ein Trainingstag mit den Schweizer Biathleten

Kathleen Lindau am 16.01.2008 - 12:18 Uhr
Ein Weltcup ist Geschichte, der Nächste steht bereits vor der Tür. Haben die Athleten den Reisetag hinter sich gebracht, bleibt kaum noch Zeit zum trainieren und erholen. Wie sieht so ein Tag für die Sportler aus?

Der Vormittag
Es ist 7:00 Uhr, der Wecker klingelt bei Matthias Simmen, der sich ein Zimmer mit Thomas Frei teilt. Nachdem der Grenzwächter aus Realp aufgestanden ist und sich angezogen hat, geht es für 30 Minuten an die frische Luft. Frühsport ist angesagt im Antholzertal. Neben Gymnastik steht ein lockerer Fußlauf auf dem Programm, um richtig wach zu werden. Anschließend geht es um 8:00 Uhr zum Frühstück. Bei den Athleten aus der Schweiz stehen Müsli, Brötchen, Eier und Kaffee auf dem Tisch. Gestärkt gehen die Sportler auf ihre Zimmer und bereiten sich auf das Training vor. In einen Rucksack wird Wechselkleidung gepackt, damit sich die Athleten nach dem Training umziehen können. Die Waffe wird in der Gewehrhülle verstaut und um 9:45 Uhr ist bereits Abfahrt zum Training. Von Oberrasen, das 1030 Meter über dem Meer liegt, geht es hinauf ins Biathlon-Stadion auf eine Höhe von etwa 1640 Metern. Die Schweizer sind die Höhe gewohnt, doch viele andere Athleten müssen sich erst an die dünne Luft gewöhnen. Die Aktiven sind im Stadion von Antholz angekommen, in den Wachskabinen holen sie ihre Skier ab, die die Techniker bestens präpariert haben. Danach geht es an den Schießstand, die Skier sind bereits angeschnallt. Es ist nun 10:05 Uhr, Zeit zum Anschießen. Es herrschen jeden Tag andere Bedingungen am Schießstand, das Gewehr muss somit vor Beginn des Trainings angeschossen werden, um auf eventuelle Verlagerungen reagieren zu können. Liegen die Schüsse genau im Zentrum, kann das Training beginnen. Matthias Simmen geht auf die Loipe, die Waffe hat er am Schießstand abgestellt, im Training wird meistens ohne Waffe auf dem Rücken gelaufen. Bis zum ersten Wettkampf sind noch drei Tage Zeit, die Biathleten absolvieren insgesamt etwa 28 Kilometer im SB- und EB-Training. Das bedeutet Stabilisierungs- und Entwicklungsbereich, gelaufen wird also im langsamen bis mittleren Tempo. Der 35-jährige Urner gibt während des zweistündigen Trainings etwa 80 Schuss ab, jeweils 40 Schuss liegend und 40 Schuss stehend. Um 12:15 Uhr ist das Training beendet. Die Sportler packen ihre Sachen zusammen und gehen in die Wachskabinen, um dort ihre Skier zu deponieren und sich umzuziehen.

Anzeige

Der Nachmittag
Die Aktiven haben ihre trockene und frische Kleidung angezogen, dann gehen sie zum Bus und fahren zurück in das Hotel. Nachdem sie ihre Sachen auf die Zimmer gebracht haben, folgt das Mittagessen um 12:45 Uhr. Anschließend wird sich ausgeruht. Matthias Simmen legt sich schlafen und stellt seinen Wecker auf 15:00 Uhr. Dann ist Zeit für eine kleine Stärkung, es gibt Kaffee und Kuchen für die Aktiven. Danach ziehen sie sich um und schlüpfen in ihre Turnschuhe. Von 16:00 Uhr bis 17:15 Uhr stehen Fußlauf und Kraftgymnastik auf dem Programm. Hinzu kommt das Trockentraining, die Athleten gehen mit ihrer Waffe in den Anschlag, geben aber keinen Schuss ab. Ziel des Trockentainings ist es, die Haltefähigkeit und Stabilisierung zu verbessern, Atmung und Abdruck werden optimiert. Die Sporter halten ihre Waffe mehrere Minuten im Liegend- und Stehendanschlag. Sind sie fertig mit dem Nachmittagstraining, gehen sie wieder auf ihre Zimmer.

Der Abend
Nach dem Gang unter die Dusche folgt um 18:30 Uhr das Abendessen, das manchmal bis zu zwei Stunden dauern kann. Was nun noch auf die Schweizer Athleten zukommt, ist Massage, Waffe putzen und ausruhen. Vom Physiotherapeuten werden die Sportler am Abend massiert, die Muskulatur wird wieder gelockert und entspannt. Weil sich nach jedem Schießen im Lauf der Waffe Schmutzrückstände ablagern, muss das Gewehr immer wieder gereinigt werden. Die Aktiven besitzen spezielle Gerätschaften, um die Waffe in bestem Zustand zu halten, außerdem wird sie regelmäßig geölt, um eine Korrosion zu vermeiden. Nun haben die Athleten noch etwas Freizeit, gemütliches Beisammensitzen und Kaffee trinken lassen den Tag der Schweizer ausklingen. Um 22:00 Uhr wird das Licht im Zimmer von Matthias Simmen und den anderen schweizer Athleten ausgeschaltet. Nachtruhe ist angesagt, die Sportler müssen am nächsten Tag fit und ausgeruht sein.

Anzeige

Anzeige

Anzeige