Kati Wilhelm vor den Weltmeisterschaften im Gespräch
DSV am 07.02.2008 - 11:35 Uhr
Kati Wilhelm reist als Gesamtweltcup-Führende nach Schweden. Natürlich sind dort wie im Vorjahr eine Einzel- und eine Staffelmedaille das Ziel.
Immer wieder Rückfall in alte Fehler
Alles in allem kann ich mit dem Winter sicher zufrieden sein. Auch wenn ich anfangs noch ein paar Probleme hatte. Ich war einfach noch nicht so hundertprozentig fit. Und dann falle ich immer in alte Fehler zurück, das heißt ich bin beim Laufen ein bisschen zu weit hinten. Seit dem Sprint in Ruhpolding klappt es aber wieder. Das ist für mich schon sehr wichtig. Ich brauche einfach das Gefühl, dass ich notfalls im Laufen wieder was gutmachen kann, dann bin ich am Schießstand nicht so "schissrig". Die ersten Tage im Vorbereitungslehrgang waren ziemlich hart. Unsere Trainer hatten die Rundenlänge wohl eher großzügig geschätzt. Ich war aber von Anfang an argwöhnisch (nachdem wir für eine Strecke viel länger gebraucht haben als normal) und habe dann mit meinem GPS-Gerät einmal genauer nachgemessen.
Langweilig war es in Östersund bei mir noch nie: Einmal brach mir der Schaft, ein anderes Mal der Dorn am Schaftende. Und ich schätze mal, dass der Gesamtweltcupsieg 2005 auch noch irgendwo auf der Strecke in Östersund liegen müsste. Denn damals bin ich kopfüber gestürzt und wurde nur Fünfte im Sprint - das müssten die Punkte gewesen sein, die mir am Ende zu Sandrine gefehlt haben. Ich war in Östersund aber auch schon richtig gut. 2004 wurde ich dort Militärweltmeister, außerdem stand ich ja auch schon ein paar Mal auf dem Siegerpodest. Die Strecken mag ich jedenfalls ganz gerne.
Meine Ziele? Eine Einzelmedaille und Gold mit der Staffel! Gerne auch ein bisschen früher als letztes Jahr! Toll wäre es natürlich, wenn es mal mit einer Medaille im Einzel klappen würde. Die fehlt mir ja noch (auch wenn ich mir die ursprünglich für die Olympischen Spiele 2010 vorgenommen habe). Mein Freund kam am Mittwoch nach Solleftea, um schon einmal die nächsten Skitests zu machen. Außerdem wurde er zum "Held des Tages" weil er eine Kaffeemaschine mitbrachte. Er war damit der legitime Nachfolger von Sabu, die uns gezeigt hat, wie man die Heizkörper aus dem Skiräumen aus- und bei uns in den Zimmern einbaut. Es war so kalt... .
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Uwe Müßiggang: "Wenn ihr Fehler passieren, dann aus Leichtsinn"
Die letzten Ergebnisse von Kati sprechen für sich. Sie tat sich am Anfang zwar ein bisschen schwer, in die Saison reinzukommen. Aber man kann einen Menschen eben nicht einfach anknipsen wie einen Lichtschalter und erwarten, dass er bis zum Ende des Winters durchläuft. Zur Zeit ist Kati vor allem im Schießen extrem stark. Wenn ihr einmal ein Fehler passiert, dann aus Leichtsinn. Für die WM-Staffel ist sie eine Bank. Im Sprint und Verfolger wird sie ebenfalls starten. Ein Fragezeichen setze ich noch hinter dem Einzel oder der Mixedstaffel. Beides auf gar keinen Fall.