Im zweiten Rennen lief Andrea Henkel zur zweiten Goldmedaille in Östersund. Auch die Russinnen Ekaterina Iourieva und Albina Akhatova schafften den Sprung aufs Podest.
Andrea Henkel (GER):
Beim letzten Schießen habe ich schon gespürt, dass Ekaterina da war, deswegen war ich auch ganz schön nervös. Andererseits wusste ich: Ich hab schon eine Gold-Medaille. Das hat mich dann wieder etwas entspannt. Aber dass die letzten fünf Scheiben tatsächlich gefallen sind, hat mich schon überrascht. Mein Ziel war eine Einzelmedaille und eine in der Staffel. Das Ziel mit der Staffel steht auch immer noch, was sonst vielleicht noch dazukommt, wäre ein Zusatzbonus. Gestern habe ich mit Martina in unserem Zimmer ein bisschen den Sieg gefeiert und einen kleinen Schluck getrunken. Heute werden wir ein bisschen mehr feiern und auch ein bisschen mehr trinken.
Ekaterina Iourieva (RUS):
Grinsend - auf die Frage von Andrea Henkel, ob sie beim letzten Schießen auch so nervös gewesen sei: Nein, ich war ganz entspannt. Ich habe bei jedem Schießen gefleht: Bitte, bitte, lass Andrea doch wenigstens einmal daneben schießen.
Nach meinen beiden Fehlern von gestern hab ich mir für heute vorgenommen, immer solange zu warten, bis ich 100% sicher bin, dass ich treffen werde. Ich bin voller Energie und möchte alle Rennen bei dieser WM laufen. Ich glaube schon, dass meine Kraft dafür reicht.
Albina Akhatova (RUS):
Ich habe heute sehr viel Zeit am Schießstand verloren, das war nicht so geplant, aber ich konnte einfach nicht schneller schießen. Vielleicht war aber genau das auch gut, denn sonst hätte ich es vielleicht nicht aufs Podium geschafft.
Anzeige
Magdalena Neuner:
Das dritte Schießen war für mich ganz ganz wichtig fürs Selbstvertrauen und fürs Selbstbewusstsein, dass ich einfach mal stehend Null schieße. Das habe ich heute gezeigt, dass ich das kann und auch noch relativ schnell und sicher und da freue ich mich schon sehr drüber. Über die Mixed-Staffel haben wir noch nicht gesprochen. Fest steht nur, dass die Sabrina läuft. Wer die Zweite aus unserer Mannschaft ist, die Mixed-Staffel läuft, das weiß noch keiner und ich denke, das wird er mit uns heute nachmittag besprechen. Ich würde mich schon freuen, wenn ich laufen darf. Mixed-Staffel hat schon irgendwie einen besonderen Reiz. Ich finds halt ein bisschen schade, dass die Mixed-Staffel keinen so einen Stellenwert hat, wobei ich finde, dass ist genauso eine Medaille, die man holen kann und mir würde es schon Spaß machen.
Uwe Müßiggang: Ich denk, besser kann man es nicht machen als das, was Andrea heute angeboten hat in der Situation mit diesen doch paar Sekunden nur Vorsprung ihr eigenes Rennen zu gehen und sich in keiner Phase des Rennens unter Druck setzen zu lassen. Obwohl er da war der Druck, das war schon höchste Anerkennung, wie sie das gemacht hat. Eine Null ist für jede Athletin wichtig, aber vielleicht für die Magdalena noch ein bisschen mehr, weil sie ja weiß, dass sie schießen kann. Sie hat es heute mal im Wettkampf umgesetzt und sich heute auch mal getraut zu schießen. Das war so ein bisschen in letzter Zeit ihre Krux, dass sie sich nicht so getraut hat. Dass sie ein bisschen Angst mit reingenommen hat in das Schießen und ich denke, von dieser Angst war sie heute ein bisschen befreit. Ich denke, es ist noch nicht ganz weg, aber zumindest hat sie heute gezeigt, dass sie das auch wirklich machen kann, was sie im Training bringt. Deswegen haben wir uns auch im Vorfeld nicht so die Gedanken gemacht, weil wir wissen, dass sie Schießen kann und das hat uns heute sehr gefreut. Speziell der erste Anschlag, aber auch der zweite Anschlag mit den zwei Fehlern. Die waren für mich auch zu akzeptieren, weil sie knapp waren und das ist das Wichtige im Moment.