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Krafttraining

Mario Felgenhauer am 08.05.2008 - 09:44 Uhr
Mit Krafttraining verbindet man zuallererst das Stemmen von Gewichten im Kraftraum. Doch im Biathlon ist diese Trainingsform weitaus vielfältiger, als zum Beispiel bei Gewichthebern oder Bodybuildern.

Drinnen und draußen
Das Krafttraining der Biathleten findet drinnen und draußen statt. Zu Beginn der neuen Saison wird dabei viel allgemeine Kraft trainiert. Das bedeutet, es kommen auch solche Muskeln ins Spiel, die normalerweise nicht für die Vorwärtsbewegung beim Langlaufen benötigt werden. Dies kann durch andere Sportarten wie zum Beispiel Klettern und Bouldern erreicht werden. Meist begeben sich die Athleten aber ins Fitnessstudio beziehungsweise den Kraftraum und trainieren an speziellen Geräten. Diese ermöglichen durch Seilzüge und andere Vorrichtungen, dass man speziell einen Muskel oder eine Muskelgruppe ansprechen und trainieren kann. Über Steckgewichte oder Hantelscheiben kann die Schwierigkeit der Bewegungsausführung gesteigert werden. Bekannte Beispiele aus dem Fitnessstudio sind zum Beispiel die Beinpresse oder der Lat-Zug. Aber auch Übungen, bei denen nur mit dem Körpergewicht "gearbeitet" wird, zählen zum allgemeinen Krafttraining. Bestes Beispiel hierfür sind Klimmzüge und Liegestütz. Nach der Phase des allgemeinen Trainings im Frühling und Frühsommer folgt mit Beginn des Rollertrainings auch der Umstieg zum speziellen Krafttraining. Dabei werden Bewegungsabläufe des Langlaufens unter erschwerten Bedingungen ausgeführt. Auf Skiroller wird dies zum Beispiel durch reines Doppelstocktraining oder das Laufen ohne Stockeinsatz mit langsamen Skirollern erreicht. Speziell für die Armkraft kann auch das Training am Armkraftzuggerät (AKZ) genutzt werden. Dabei wird die Doppelstockschubtechnik fast identisch imitiert, indem man mit zwei Seilzügen gegen den Widerstand zweier Windräder oder Magnetbremsen ankämpft.


Zirkeltraining und Kraftausdauer
In den Monaten Mai und Juni wird das Krafttraining, wie bereits festgestellt, als allgemeines Krafttraining absolviert. Bereits in dieser frühen Phase kann allerdings schon in Trainingseinheiten unterschieden werden, die die Maximalkraft oder die Kraftausdauer steigern sollen. So absolvieren die Biathleten Kraftausdauereinheiten im Kraftraum meist als Zirkeltraining. Das bedeutet, Belastung und Pause wechseln sich ab und es wird an sechs bis zehn Geräten im Wechsel (meist sind die Geräte im Kreis angeordnet, deswegen Zirkel) trainiert. Beispielhaft sei hier ein 30 Sekunden Belastung/30 Sekunden Pause Rhythmus angeführt. Der Zirkel ist zwei bis dreimal zu durchlaufen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sich Übungen für Arme, Schultern, Beine und zur Stabilisation abwechseln. Beim Maximalkrafttraining werden dagegen zehn Wiederholungen einer Übung mit dem dabei maximal möglichen Widerstand ausgeführt. Nach einer ausreichenden Erholungsphase von zwei bis vier Minuten wird die Übung zwei weitere Male wiederholt (insgesamt also drei Sätze). Erst danach wechselt man zum nächsten Gerät. Pro Woche werden bis zu zwei allgemeine Krafteinheiten absolviert.
Ab der Wiederaufnahme des Skirollertrainings Ende Juni /Anfang Juli wird auch das spezielle Krafttraining wieder in den Trainingsplan mit aufgenommen. Eine beispielhafte Einheit umfasst dabei insgesamt 20 bis 25 Kilometer. Nach vier bis fünf Kilometern Warmlaufen im Stabilisationsbereich werden in kupiertem Gelände zwei Kilometer nur mit Doppelstockschüben, dann zwei Kilometer ohne Stockeinsatz und schließlich zwei Kilometer nur in der 1-1 Technik (bei klassischer Technik: Doppelstock mit Zwischenschritt) im Entwicklungsbereich absolviert. Diese Abfolge wiederholt man dreimal. Am Ende folgt ein drei Kilometer langes Auslaufen im Kompensationsbereich. Diese Form des Trainings lässt sich ebenso als komplexes Biathlontraining mit Schießeinlagen gestalten.

Quelle: (teilweise) K.Nitzsche: "Biathlon Leistung – Training – Wettkampf"
Fotoserie: Krafttraining
Weiterführende Informationen:
Homepage des Skiroller-Produzenten SRB
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