
Schießtraining

Schießtraining

Wolf, Wick

Stehendanschlag

Wollschläger
Schießtraining
Mario Felgenhauer am 23.04.2008 - 11:56 Uhr
Mit der Wiederaufnahme des Konditionstrainings Anfang Mai beginnt auch die Zeit des Schießtrainings und speziell des Grundlagenschießens. Dieses dient dazu, die Feinheiten des Schießens auszubilden beziehungsweise zu festigen.
Schießen bis der Lauf glüht
Die erste Phase des neuen Trainingsjahres ist zugleich diejenige, in der die meisten Schüsse abgegeben werden. Dies ergibt sich zum einen daraus, dass das Schießen in dieser Phase getrennt vom Laufen trainiert wird und zum anderen aus dem Schwerpunkt Schießtechnik/Präzision. Es werden also komplette Trainingseinheiten nur auf das Schießen verwandt. Dabei können bis zu 100 Schuss abgegeben werden. Meist wird dabei auf Papierscheiben geschossen, wie sie auch beim Anschießen der Waffe vor einem Komplextraining oder Wettkampf verwendet werden. Zur Erhöhung der Präzision werden teilweise auch Ringscheiben aus dem Schießsport eingesetzt. Im Nachgang der Trainingseinheit wird dann das Ergebnis ausgewertet, indem "die Ringe gezählt werden". Das bedeutet, je näher der Schuss zum Zentrum der Scheibe einschlägt, desto mehr Ringe/Punkte (bis zu 10 pro Schuss) erhält der Biathlet. Ein zweiter Schwerpunkt des Grundlagenschießens kann die Einnahme des richtigen Anschlages, also der richtigen Schießposition, sein. Dabei nimmt der Athlet die Anschlagsposition ein, gibt einen Schuss ab und steht anschließend wieder auf. Dies wird mehrere Male hintereinander wiederholt. Von vielen Biathleten nicht besonders geliebt, steht das Trockentraining in dieser ersten Phase als dritter Schwerpunkt auf dem Programm. Dabei wird die Haltefähigkeit trainiert. Ohne einen Schuss abzugeben, hält der Athlet das Gewehr in Anschlagsposition und visiert entweder die Zielscheibe oder einen einfachen schwarzen Punkt an der Wand an.
Grundlagenschießen als Schwerpunkt
Ebenso wie das Radtraining wird auch der weitaus größte Teil des Grundlagenschießens in den Monaten Mai und Juni absolviert. In diesen zwei Monaten werden zwischen 35 und 40 Prozent der gesamten Schussanzahl eines Jahres abgegeben. 85 Prozent davon im Grundlagenschießen. Dies summiert sich zu einer Zahl von 2.000 Schuss in dieser ersten Phase des Trainingsjahres. Trainingsmethodisch wird der Schwerpunkt Grundlagenschießen mit Trockentrainingseinheiten begonnen. Somit stabilisiert beziehungsweise erneuert der Athlet also zunächst seine Haltefähigkeit. Dies kann je nach Altersklasse und Leistungsniveau mit dem Halten des Gewehres in stehendem beziehungsweise liegendem Anschlag über einen Zeitraum von zwei bis zu 15 Minuten erfolgen. Bereits mit eingebaut wird dabei meist das Anvisieren eines selbsterstellten Zieles (schwarzer Punkt an der Wand) und Betätigung des Abzuges ohne scharfen Schuss. Ist die Haltefähigkeit in ausreichendem Maße vorhanden, gilt es die Präzision zu erarbeiten beziehungsweise zu erhöhen. Dazu können sogenannte Laserschießanlagen oder die bereits erwähnten Ringpapierscheiben verwendet werden. Beim Training mit dem Laser findet eine Aufzeichnung der Bewegungen der Waffe vor, während und nach der Schussabgabe und grafische Ausgabe am Computer statt. Somit ist es möglich, Fehler beim Zielvorgang und bei der Betätigung des Abzugs (Verreißen des Schusses) zu erkennen. Eine typische Trainingseinheit an der Laseranlage besteht dann in der Abgabe von einzelnen (Laser-)Schüssen und der direkten Fehlerkorrektur. Das Schießen auf Ringscheiben erfolgt dagegen meist in Serien à fünf Schuss. Diese können entweder einzeln nachgeladen (das Auflösen und wieder einnehmen der Anschlagsposition beim Nachladen erhöht bei gewissenhafter Ausführung die Genauigkeit des Anschlages) oder über das Magazin des Gewehres abgegeben werden. Der Athlet kann dabei durch Videoanalyse selbst einen Einblick in seinen Schießablauf gezeigt bekommen. Eine typische Grundlagenschießeinheit besteht aus zehn bis 20 dieser Serien. Im Anschluss werden die Schießergebnisse ausgewertet und innerhalb der Trainingsdokumentation mit vorangegangenen Einheiten verglichen.
Quelle: (teilweise) K.Nitzsche: "Biathlon Leistung – Training – Wettkampf"
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