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Interview mit Selina Gasparin

Kathleen Lindau am 14.08.2008 - 11:42 Uhr
Selina Gasparin ist die einzige Biathletin auf Weltcupniveau in der Schweiz. Im Interview mit Biathlon2b spricht sie über ihren Unfall und die Saisonvorbereitung.

biathlon2b: Selina, wie geht es dir nach deinem Quad Unfall?

Selina: Gut. Bei einem Quad-Ausflug vor zwei Wochen haben sich auf der Starrachse von meinem Quad zwei Schrauben gelöst. Dadurch hat sich die Achse verschoben und die Bremsen gingen nicht mehr. Ich hatte eine Kollision mit dem vorderen Quad und bin die Böschung hinuntergeflogen. Wie durch ein Wunder habe ich nichts gebrochen, sondern nur eine starke Prellung an der Hüfte erlitten. Verschiedene Muskelansätze am Beckenknocken sind leicht gerissen und ich musste zwei Wochen lang pausieren.

biathlon2b: Die gesamte Schweizer Mannschaft befindet sich derzeit in Oberhof. Wie viel Mal pro Jahr trainiert ihr am Thüringer Stützpunkt?

Selina: Wir haben zwei Lehrgänge à zwei Wochen in Oberhof.

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biathlon2b: Was macht das Training in Thüringen so besonders?

Selina: Wir kommen nicht wegen dem schönen Wetter,
denn die Sonne scheint in der Schweiz deutlich mehr. Aber die Trainingsbedingungen sind ausgezeichnet und wir fühlen uns dort sehr wohl.

biathlon2b: Im Juni habt ihr die traditionelle Testwoche in Andermatt durchgeführt. Vergleichen kannst du dabei nur deine eigene Leistung mit der aus den vergangenen Jahren. Wie zufrieden bist du?

Selina: Mit der Testwoche bin ich sehr zufrieden. Zum ersten mal konnte ich das ganze Programm absolvieren und alle meine bisherigen Resultate verbessern.

biathlon2b: Im vergangenen Jahr hast du dich zur Grenzwächterin ausbilden lassen. Nun musst du deinen Beruf und den Sport unter einen Hut bringen. Wie gut gelingt dir das?

Selina: Die Ausbildung ist zu Ende und ich kann mich jetzt voll und ganz dem Sport widmen. Die Arbeit findet in den Ruhewochen statt. Somit muss ich keine Kompromisse mehr eingehen. Das Leben als Profisportlerin hat für mich begonnen.

biathlon2b: Der Alltag eines Leistungssportlers ist knallhart und teilweise echte Quälerei. Wie motivierst du dich jeden Tag aufs Neue?

Selina: Ich genieße den Alltag als Profisportlerin. Nun habe ich mehr Zeit für die Erholung und ich kann die Einheiten besser und systematischer planen. Die Motivation entsteht durch die Begeisterung für den Sport, angetrieben vom Ehrgeiz, Fortschritte zu erzielen.

biathlon2b: Im Januar diesen Jahres hast du beim Weltcup in Antholz nur knapp die Punkteränge verpasst. Mit welchen Zielen gehst du in die kommende Saison?

Selina: Mein Ziel ist es erstmals die ganze Saison im Weltcup zu laufen. Ich möchte an meine Bestleistungen vom vergangenen Jahr anknüpfen und den Sprung in die Punkte schaffen.

biathlon2b: Viel Erfolg dabei und Danke für das Interview!

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