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Greis contra Ullrich: Alles richtig gemacht?

Biathlon2b Redaktion am 11.12.2008 - 09:13 Uhr
Die Athleten und Trainer haben den ersten Biathlon-Weltcup hinter sich gebracht. Besonders für die deutschen Herren war es ein Auftakt nach Maß. Die Schützlinge von Bundestrainer Frank Ullrich sind schon lange nicht mehr so gut in eine Saison gestartet. Ein Achtungszeichen setzte vor allem Michael Greis, der den Einzelwettbewerb und somit das erste Weltcup-Rennen des Winters für sich entschied.

Wo bleibt der Teamgeist?
Viele Biathlon-Fans stellten sich die Frage, ob Michael Greis mit seiner individuellen Vorbereitung auf den Winter und abseits der Mannschaft alles richtig machen würde. Dass erfahrene Sportler ihren eigenen Weg gehen, ist nichts Außergewöhnliches. Die offiziellen DSV-Lehrgänge zu meiden, ist jedoch wenig förderlich für den Teamgeist und erweckt schnell den Anschein von Überheblichkeit. Sich gegen den Bundestrainer zu stellen, macht keinen guten Eindruck, schon gar nicht, wenn dies in aller Öffentlichkeit geschieht. Hätte man die Differenzen, die es offensichtlich zwischen Michael Greis und dem Bundestrainer Frank Ullrich gab, nicht unter sich klären können? Ohne diese Angelegenheit in der Öffentlichkeit breit zu treten? Die Medien hat es gefreut, für sie war es ein gefundenes Fressen. Die Geschichte wurde endlos aufgebauscht, viel dazu gedichtet. "Individualismus gegen Dirigismus" konnte man in der FAZ lesen, "Biathlet Greis probt den Aufstand" hieß die Reportage beim ZDF. Befürchtungen, die heile Biathlonwelt würde zusammenbrechen, machten sich breit.

Eigene Wege sind ganz normal
Jeder kann sich zu dieser Angelegenheit natürlich seine eigene Meinung bilden. Auch wenn es vielleicht vielen nicht gefallen hat, wie Michael Greis agiert hat, so gibt ihm doch sein derzeitiger Erfolg Recht. Wie schon im September am Rande der Deutschen Meisterschaft richtig gesagt wurde, ist der Erfolg am Ende entscheidend. Michael Greis ist zweifelsohne der beste Athlet im deutschen Team. Mit 32 Jahren hat er mittlerweile genug Erfahrung gesammelt und kann sehr gut einschätzen, was das Beste für ihn ist. Warum sollte er nicht seinen eigenen Weg gehen und seine Individualität ausleben, wenn er das für richtig hält? Auch Kati Wilhelm ist eigene Wege gegangen und hat sich mit Andi Stitzl und dem Norweger Odd Lirhus zwei private Trainer ins Boot geholt. Auch ihr gibt der Erfolg Recht. Gegen gesonderte Wege und individuelles Training in der Vorbereitung ist nichts einzuwenden - solange im Winter die Leistung stimmt. Grund zur Sorge besteht erst dann, wenn die Siege ausbleiben. Darüber brauchen sich die Trainer und Aktiven momentan jedoch nicht den Kopf zu zerbrechen. Hoffen wir, dass das so bleibt.

Differenzen beigelegt
Die Saison hat begonnen, die Wettkämpfe sind in vollem Gange und was in der Vergangenheit passierte, interessiert kaum noch jemanden, wenngleich ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Wir können also davon ausgehen, dass die Differenzen endgültig beigelegt sind. Die Mannschaft tritt jedenfalls wieder geschlossen auf und kann sich in Zukunft gemeinsam über hoffentlich viele Erfolge freuen. Für den teaminternen Frieden ist es wünschenswert, dass etwaige Probleme oder Differenzen künftig offen und ehrlich aber vor allem eben teamintern angesprochen und aus der Welt geschafft werden.

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Franz am 12.12.08 09:20 Uhr
Ich finde das Thema kann man durchaus angehen. Klar das Theater mag im Sommer ein Lückenfüller gewesen sein und wurde dankbar aufgegriffen - aber jetzt zeigt sich eben im Wettkampf wie der wahre Leistungsstand ist. Erst jetzt kann man also das Ergebnis bewerten. Und über die Rennen selbst werden wir ab heute sicher auch noch etwas bekommen. Mal sehen was der Michi so reißt!
Horst am 11.12.08 19:10 Uhr
Mein Vorredner hat schon recht eine typische Sommerlochgeschichte. Ich frage mich nur ob dies bei einer anderen Konstellation z.b. ein Bundestrainer Krug und als Athlet Ali Wolf auch so durchgegangen wäre...Das Schlimmste aber ist dass Ihr die Sache immer wieder aufwärmt. Die Betreffenden sind längst wieder zum Alltag zurückgekehrt aber Ihr scheint ein Sommer-/Winterloch zu haben! Passiert momentan nichts anderes in Hochfilzen?
luis am 11.12.08 15:30 Uhr
Bravo Kathleen sehr sachlich und gut geschrieben.Von außen gesehen muß ich aber hinzufügen daß beide "Streithähne" außerhalb Deutschlands keine allzu großen Sympathieträger sind. Daher finde ich ganz allgemein die gesamte Angelegenheit eine typische Sommerloch-Geschichte die mir weder heiß noch kalt macht.

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