Die letzten Wochen
Martina Glagow am 21.08.2007 - 00:00 Uhr
präsentiert die Martina Glagow KolumneHallo liebe Biathlonfans, da bin ich mal wieder :)
Das letzte Mal hab ich euch von meinem Frühjahr erzählt. In den letzten Monaten ist nicht so viel passiert...aber jetzt erst mal der Reihe nach und ich glaube dass es wieder ein bisschen mehr werden wird :)
Nach meinem Floridakurzurlaub bei meinem Schwesterherz war ich in Bad Endorf bei der Bundespolizei zur Saisonjahresabschlussfeier. Von dieser habe ich ehrlich gesagt nicht sehr viel mitbekommen, da ich auf Grund meines Jetlags nur damit beschäftigt war nicht einzuschlafen :)
Im April hatte ich viel zu tun. Habe zum Beispiel eine Freundin in Dresden besucht, war bei Gü zu Hause in Höhnhart, war mit Magdalena beim Fotoshooting der Firma Munzer (Fotos sind fantastisch geworden), Autogrammstunden oder Terminen für meine Sponsoren und vor allem hab ich ganz viel erledigt was in den letzten 6 Monaten so alles liegen geblieben ist und das ist jedes Jahr eine Menge...
Im Mai gings dann wieder los mit dem Training! Puh, hatte wirklich viel um die Ohren im April und deshalb hätte ich wirklich noch ein oder zwei Wochen mehr Pause vertragen. Aber so ist das nun mal und das Training macht ja auch sehr viel Spaß.
Anfang Mai waren wir zu einer Muskeltestung in Oberhof. Magdalena und ich sind zusammen hochgefahren. Unter anderem wurde dort eine „Antholz WM“ von uns mit unseren Technikern gefeiert, da unsere Abschlussfeier in Antholz soo gut war, mussten wie diese wiederholen.
Natürlich standen im Mai auch wieder Termine an. Skiclub, Skigau Werdenfels, Fördervereinehrung, DSV Untersuchung, Floradix Shooting-um ein paar zu nennen. Mit meiner Familie war ich noch einmal im Palazzo in München als „Dankeschönessen“, da sie mir immer so sehr die Daumen gedrückt haben.
Ende Mai waren wir auf Ibiza zum Rennradfahren. War soo ein schöner Lehrgang, deshalb möchten wir nächstes Jahr auch ein paar Tage länger bleiben. Wir haben wieder im Club Cala Pada gewohnt. Das ist zwar ein Familienclub mit ganz vielen kleinen und großen Kindern, aber dort ist den ganzen Tag was los. Essen ist super-vor allem das sehr gute Nachspeisen-buffet. Zum Rennrad fahren taugts mir voll guad. Wir kennen schon alle Berge und Abfahrten. Die Landschaft ist total schön, Profil und Temperaturen super. Jeden Abend ist ein Showprogramm bei dem wir auch an 2 Tage mitgewirkt haben ? Unter anderem haben wir wie die Male zuvor die wir dort waren, an der Clubolympiade teilgenommen. TV war auch dabei-wer den Bericht gesehen hat. Ich fands ja am Amfang nicht so toll vor der Kamera im Bikini rumzuhüpfen-aber was bleibt uns denn bitte anderes übrig? Die kommen extra aus Deutschland mit ihren riesigen Kameras und dann wollen sie natürlich auch was filmen. Klar für die Zuschauer ist es toll die Biathlonmädels fast nackt rumspringen zu sehen, aber jetzt versetzt euch mal in unsere Lage-dann ist es auf einmal nimmer toll :)
Auf Ibiza haben wir wirklich hart trainiert-ich hab mich schon gefragt wie das dann im Olympiajahr werden soll...
Nach Ibiza war ich wieder für eine Woche zu Hause in Mittenwald zum Training. Dieses Jahr habe nicht nur die Vormittagseinheit sondern meistens auch die Nachmittagseinheit mit der ganzen Truppe beim Kröll Bernhard trainiert. Ich bin dort natürlich die Älteste- ich sag immer Oma, aber es macht Spaß und das ist die Hauptsache.
Dann war ich mit Gü zusammen in Höhnhart. Das Revital Aspach –das Rehazentrum seiner Eltern hat für ihre enorme Qualität das Silberzertifikat Best Health von Österreich erhalten. Das war eine sehr sehr große Auszeichnung für den gesamten Betrieb und eine wunderschöne Feier.
Ende Juli fand in München die Kinopremiere des Films „Mit den Waffen einer Frau“ statt. Mittlerweile ist fast sicher dass er ab Herbst in manche deutschen Kinos kommt.
Was ist das für ein Film? ...ich möchte ja auch nicht zuviel verraten...: Kati wird zunächst durch den Sommer begleitet: USA Training, Obertilliach-, Muoniolehrgang. Die Einweihung, also das Strömlingessen von Magdalena und Kathrin spielt eine große Rolle; der lange Weg mit den Wettkämpfen vor der WM bis endlich die WM losgeht; Gedanken und Erzählungen vor allem von Kati; man bekommt einen Einblick wie es ist von zigtausend Fans nach Autogrammen gefragt zu werden :)
Wie fand ich den Film: grundsätzlich ist es ein interessanter Film über das „Biathlonleben“ von uns Mädels. Ja, es geht nur um uns Mädels, nicht um die Jungs. Man bekommt hautnah mit, dass wir so einiges entbehren müssen, diszipliniert sind, hart trainieren und teilweise spürt man auch die Schmerzen z.B. beim Laufbandtest oder auf der Schlussrunde.
Meines Erachtens werden im Film leider einige Dinge „vergessen“ und nicht behandelt.
Anfang Juli hatten wir Sommerleistungskontrolle in Berchtesgaden. Eine Woche lang jeden Tag mehrere Wettkämpfe im Laufen, Schieben, Schießen, MTB fahren und Paddeln. War ganz ok-so wie jedes Jahr, anstrengend und man bekam einen kleinen Einblick wie der momentane Trainingszustand ist.
Mitte Juli war ich in Walsrode bei der Bundespolizei zur 50 Jahrfeier und Tag der offenen Tür. Ich bin morgens nach Hamburg geflogen und am Abend wieder zurück. Das Heidelbeerfest fand ebenfalls dort statt und so hatte ich die Ehre, Susanne I. die Heidelbeer-prinzessin, zur Heidelbeerkönigin zu krönen.
Natürlich habe ich an diesem Tag viele viele Autogramme geschrieben-wirklich sehr viele!
Eine Woche später bin ich zusammen mit Günther, seinem Bruder und dessen Freundin, zu einem Freund nach Alaska geflogen. Das war eine Reise, die wir schon vor 3 Jahren machen wollten. Wir waren 2 Wochen dort. Ein Abenteuerurlaub! -Deshalb konnte ich leider nicht zu Katrin´s Abschiedsrennen. Sie hat mich im Mai dazu eingeladen und genau in der Woche davor habe ich schon den Flug nach Alaska gebucht. Ich war schon sehr traurig dort nicht dabei sein zu können, aber wir haben ja auch schon in Khanty Mansiysk gemeinsam Abschied gefeiert.
In Alaska haben wir z.B. einen 4 Tagestrip mit einem Raftingboot auf dem Gulkana River gemacht, dabei im Zelt geschlafen, gefischt, uns selber verpflegt und die Natur genossen. Wahnsinn-weit weg von Häusern, Zivilisation, einfach nichts weit und breit!!! Wir sind in Fairbanks gelandet, sind mit einem Wohnmobil runter nach Anchorage gefahren und dann noch weiter südlich, zum Russian River und schließlich wieder von Fairbanks nach Hause geflogen.
Wir haben ganz viele Elche, Weißkopfadler, riesige Lachse und BÄREN (!!!) gesehen. Die Bären waren auf der Suche nach Fischresten und waren wirklich nur 10 Meter von uns entfernt. Die Landschaft dort ist einfach der Wahnsinn. Der gesamte Urlaub war wirklich ein Traumurlaub! Wir haben soo viel gesehen und gemacht. Jeden Tag draußen in der Natur.
Zu Hause war ich pünktlich zum Bozner Markt in Mittenwald. Am Montag fand eine Live Sendung von dort mit dem Bayerischen Fernsehen statt. Ich bekam ein schönes uraltes Magdkleid vom Fundus der Gemeinde ausgeliehen und habe zusammen mit Hermann Rieger (Kult-Masseur des HSV) ein Interview gegeben.
Der Bozner Markt findet nur alle 5 Jahre statt und hat in diesem Jahr alle Besucherzahl-erwartungen bei weitem übertroffen. Bereits am ersten Wochenende waren alle (!) Wochen-abzeichen, die eigentlich für 10 Tage reichen sollten, weg!
An einem Tag habe ich dort auch eine Autogrammstunde gegeben-naja es war schon etwas länger als eine Stunde :)
Am letzten Tag des Bozner Marktes war ich bei der Märchenerzählstunde. Die Frau von meinem Cousin und 2 Freundinnen von ihr haben diese jeden Tag gemacht. Bernadette hat wunderschön erzählt-da wäre ich auch noch einmal gern ein Kind gewesen. Ich habe zusammen mit Kahrin den Einlaß für die Kleinen gemacht. Dort musste ich einen „Zauberspruch“ aufsagen mit deren Namen dass sie jetzt ins Märchenland kommen.
Ich hatte an dem Tag wieder das Magdkleid an und wurde leider von fast jedem erkannt. „Da schau die Glagow,“ „das ist sie,“ „Martina, Du auch da?“ Leider wurde ich den ganzen Tag von fremden Menschen beobachtet, fotografiert, begrabscht und umarmt. Natürlich hatten auch alle einen Fotoapparat dabei...eine Frau hat mich sogar 5 Minuten lang am Stück abgelichtet-sie ist mir überall hingefolgt wie ein Paparazzi. Es war wirklich ganz schön anstrengend und ich konnte mich kaum normal mit Freunden unterhalten. Tja, da hab ich mir ehrlich schon gewünscht ich wäre ein ganz „normales“ Mädel und keiner kennt mich.
Seit einer Woche bin ich in Obertilliach zum Lehrgang mit der gesamten Mannschaft. Es sind außer uns sehr viele Sportler hier z.B. die Österreicher, Russen und seit gestern auch unsere Biathlonmänner. Wir hatten die ersten Tage ziemliches Glück mit dem Wetter und konnten super trainieren. An einem Tag haben wir eine Bergtour gemacht...sind fast 8 Stunden durchgelaufen, aber es war wunderschön dort oben.
Das wars erstmal von mir. Danke an diejenigen, die sich den ganzen Text von mir durchgelesen haben. Ich weiß ein bißchen was von dem war schon im letzten bericht gestanden, aber so hat´s für mich besser zusammen gepasst.
LG aus Obertilliach
Foto: Die letzten Wochen
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