Vor über 2000 Zuschauern auf dem Air Force Center in Dübendorf holten sich Martina Glagow und Andreas Birnbacher die Siege beim 1. Großen Preis der Schweiz im Sommerbiathlon. Zwei packende Rennen auf einer unerwartet anspruchsvollen Strecke forderten die Weltspitze zu Höchstleistungen auf.
Über 2000 begeisterte Fans
Eine stattliche Kulisse auf der Haupttribüne und entlang der Strecke bei traumhaften, aber heißen Bedingungen ließen den 1. Großen Preis der Schweiz zu einem Vollerfolg werden. Etwas über 2000 Besucherinnen und Besucher fanden sich ein, um die Weltspitze im Biathlon hautnah bei der Arbeit zu sehen. Aus dem Nichts heraus ließ das OK rund um Präsident Kurt Waldmeier auf dem Gelände des Air Force Centers ein professionelles Stadion aufbauen.
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Packende Zweikämpfe
Fünf Runden à 1,5 Kilometer mit vier Schießeinheiten absolvierte das Damenfeld, welches von den mehrfachen Olympiasiegerinnen Kati Wilhelm und Andrea Henkel angeführt wurde. Das hochkarätige Starterfeld bot nach dem Startschuss packende Zweikämpfe auf der Strecke und viel Dramatik am Schießstand. Bei unkonstantem Wind lieferten sich Martina Glagow und Simone Hauswald einen spannenden Zweikampf bis zum Zielstrich. "Die Stimmung hier in Dübendorf ist super, aber es ist sehr heiß. In der letzten Woche hatten wir Sommerleistungskontrolle in Berchtesgaden, jeden Tag verschiedene Tests und somit war es heute schon sehr hart", erläuterte Glagow, die die erste Standortbestimmung der DSV-Damen gewann. "Ich war mir auf der letzten Runde dann aber fast zu sicher. Ich hab mich des Öfteren umgedreht, aber niemanden gesehen, erst im Stadion vor der schönen Kulisse war plötzlich Simone da und ich musste nochmals wirklich alles geben, um den Sieg nach Hause zu tragen", schilderte die 28-Jährige ihr Rennen. Die Deutsche Weltmeisterin war die dominierende Athletin in Dübendorf. Bereits in der Qualifikation vermochte Glagow zu gewinnen und sich die "Pole Position" zu sichern. Glagow gewann den 1. Großen Preis der Schweiz vor Landsfrau Simone Hauswald und der Norwegerin Solveig Rogstad.
Stockbruch bei Greis
Wie dramatisch ein Biathlon-Wettkampf enden kann, musste der dreifache Olympiasieger Michael Greis in Dübendorf erfahren. Der Bayer aus Nesselwang kämpfte sich nach einem eher mäßigen Prolog bis an die Spitze des Feldes vor. Beim letzten Schießen "donnerte" Greis die ersten vier Schüsse in Rekordzeit ins Ziel, blieb aber an der letzten Scheibe hängen, musste drei Mal nachladen und konnte erst als Zweiter auf die letzte Runde gehen. Nach einem Stockbruch – "Ich hab wahrscheinlich zu viel Power", scherzte Greis letztlich – blieb nur Platz drei. Der Österreicher Christoph Sumann fand in Dübendorf dagegen zu alter Sicherheit zurück. Dank einer konstanten Leistung am Stand und einer soliden Laufleistung gelang es dem Österreicher, permanent um den Sieg zu laufen und auf den letzten 1,5 Kilometern noch an Greis vorbeizuziehen. Eher unauffällig aber unglaublich stark setzte sich dagegen Andreas Birnbacher ins Szene. Der Mixed-Staffel Weltmeister lieferte sich beim letzten Anschlag ein Herzschlag-Duell mit Teamkollege Michael Greis. Birnbacher behielt die Coolness und lenkte auch den letzten Schuss souverän ins Ziel. Den Vorsprung konsolidierte Birnbacher letztlich bis ins Ziel. "Es war unglaublich hart. Die Strecke ist nicht einfach, da man permanent arbeiten muss. Kombiniert mit der Hitze war das schon der Hammer. Aber das Publikum hat mich im Stadion über den Zielstrich getragen", so der Bayer.