Interview mit Magdalena Neuner: "Wir wollen noch stärker kontrolliert werden"
Biathlon2b Redaktion am 29.01.2010 - 13:36 Uhr
Sechsfache Weltmeisterin, Gesamtweltcupsiegerin – und das mit nur 22 Jahren. Biathlon-Star Magdalena Neuner spricht über ihre ersten Olympischen Spiele – und über ein ungewöhnliches Hobby.
Alles steht im Zeichen der Olympischen Winterspiele im Februar 2010 im kanadischen Vancouver. Bei deiner Premiere vor kanadischem Publikum beim Weltcup im März 2009 bist du im Sprint und mit der Staffel gleich auf dem Podest gelandet. Ein gutes Omen?
Magdalena Neuner (lacht): Ich hoffe es! Aber gute Leistungen fallen nicht vom Himmel. Man muss viel Mühe verwenden, um sich Erfolg zu erarbeiten. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben und wir werden sehen, was dabei herauskommt.
Nach je drei Weltmeistertiteln und dem Gesamtweltcupsieg in deinen beiden ersten Weltcup-Saisons lief es letzten Winter mit Krankheiten und Problemen am Schießstand für dich nicht ganz so perfekt...
Magdalena Neuner: Mir war klar, dass nach den ersten beiden Weltcup-Saisons die Ansprüche sehr hoch waren. Aber man kann solche Erfolge halt nicht in Serie bringen, das hängt von so vielem ab. Dabei bin ich meiner Meinung nach am Ende der Saison mit dem vierten Platz im Gesamtweltcup und dem Gewinn der kleinen Kristallkugel im Einzel noch ganz gut rausgekommen. Alles in allem war es eine sehr lehrreiche Saison.
Hast du denn in der diesjährigen Saisonvorbereitung etwas umgestellt?
Magdalena Neuner: Oft werde ich ja als schlechte Schützin dargestellt, dabei stimmt das gar nicht. Ich weiß, dass ich schießen kann, meine Technik ist nahezu perfekt. Es liegt am Kopf und daran habe ich gearbeitet und mir auch Hilfe von Jemandem geholt, mit dem ich jetzt im mentalen Bereich zusammenarbeite - damit’s diesen Winter einfach besser klappt!
Was sind deine Ziele für Vancouver?
Magdalena Neuner: Dort eine Medaille zu erlangen, wäre mein größter Traum. Ich will aber auch im Weltcup konstant gute Leistungen bringen.
Du kommst ja ganz schön rum: Die laufende Wettkampfsaison führt dich in zehn verschiedene Länder, vom Weltcup-Auftakt in Schweden bis hin zu den Olympischen Spielen in Kanada. Hast du zwischen Reisen, Training und Wettkämpfen auch Zeit, dich vor Ort umzuschauen?
Magdalena Neuner: Ich reise sehr gern – aber während der Saison bleibt meist wenig Zeit, sich die vielen Länder, in denen wir sind, anzuschauen. Da ist man eher froh, wenn man nach so langer Zeit mal wieder in seinem eigenen Bett schlafen kann.
Hört sich fast nach einem 24-Stunden-Tag an... Bleibt da noch Zeit für die eigene Freizeit?
Magdalena Neuner: Naja, unser Zeitplan ist schon recht straff, aber zwischendurch muss auch mal Zeit für Familie und Hobbys sein, um abzuschalten und den Stress abzubauen.
Für dich als heimatverbundenem Familienmenschen ist das sicher nicht leicht, oder?
Magdalena Neuner: Ich bin ein absoluter Familienmensch und zuhause fühle ich mich einfach am wohlsten. Da freut man sich am Ende der Saison nach so langer Zeit wirklich wieder auf daheim. Aber bei unserem vollen Terminplan und dem guten Klima im Team kommt sowieso kein Heimweh auf. Außerdem kann man ja heute zum Glück leicht über das Internet in Kontakt bleiben und auf langen Reisen gibt mir auch mein Hobby, das Stricken, ein wenig Heimatgefühl, egal wo auf der Welt ich gerade bin.
Davon haben wir schon gehört: Spätestens seitdem du für den deutschen Strickgarn-Hersteller Lana Grossa wirbst, bist du uns allen als begeisterte Strickerin bekannt. Wie kam es zu diesem Hobby?
Magdalena Neuner: Ich habe schon als Kind meiner Mutter beim Stricken zugeschaut und es mit sieben Jahren von ihr gelernt. Gerade für mich als Profisportlerin mit wenig Freizeit ist dieses Hobby ideal: Man kann es immer und überall machen, Nadeln und Wollknäuel passen in jeden Koffer.
Und du bist nicht allein: Mittlerweile gibt es einen weltweiten Tag des öffentlichen Strickens, unzählige Weblogs begeisterter Stricker im Internet und sogar eine Strick-WM. Was ist das Faszinierende am Kreativsein mit Nadeln und Wolle?
Magdalena Neuner: Zunächst einmal braucht man dazu eben wirklich nur Nadeln und Wolle, man kann es also überall und auch mal zwischendurch machen. Das ist gerade bei meinem vollgepackten Terminkalender optimal. Außerdem kann ich mich beim Stricken total gut entspannen, zum Beispiel nach einem anstrengenden Trainingstag. Und dann macht es einfach Spaß etwas Nützliches mit den eigenen Händen herzustellen und seine eigenen Ideen zu völlig individuellen Sachen umzusetzen!
Was strickst du denn so?
Magdalena Neuner: Hm, eigentlich alles. Socken, Mützen, Schals, aber auch schwierigere Sachen wie zum Beispiel Pullover. Dabei sind die auch nicht so schwer, wenn man mit einer Strickvorlage aus einem der vielen Strickmagazine wie zum Beispiel dem Modejournal Filati arbeitet.
... und warme Mützen kannst du diesen Winter sicher gebrauchen. Im kanadischen Whistler, wo die Biathlon-Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele stattfinden, herrschen im Winter Durchschnittstemperaturen von bis zu -12° C.
Magdalena Neuner (lacht): Ja, das ist natürlich auch ein Vorteil meines Hobbys, gerade selbstgestrickte Mützen und Schals trage ich sehr gerne in der kalten Jahreszeit.
Gibt es denn sonst noch Verbindungen zwischen Stricken und deiner Sportart?
Magdalena Neuner: Naja, wie am Schießstand muss man sich auch beim Stricken konzentrieren, gerade wenn man kompliziertere Muster strickt. Und wenn man sich an größere Teile heranwagt, braucht man auch manchmal eine gehörige Portion Ausdauer.
Ausdauer brauchst du sicher auch ab und zu außerhalb der Loipe: Wer so erfolgreich ist wie du, steht automatisch im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Nervt dich das manchmal?
Magdalena Neuner: Klar genießt man das öffentliche Interesse auch ein wenig, aber eigentlich bin ich nicht so der Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht. Gerade während der Saison kollidieren auch oft Trainings- oder Wettkampfzeiten mit Gesprächswünschen von den Medien, da ist das dann schon manchmal anstrengend.
Der Medienrummel um deine Person hat aber auch gute Seiten: Die Sponsoren stehen bei dir ja Schlange...
Magdalena Neuner: Das ist richtig und meine Sponsoren sind für mich auch eine große Unterstützung bei der Ausübung meines Sports. Aber meiner Meinung nach sollten Sponsoringprojekte immer authentisch sein, so dass ich prinzipiell nur Unternehmen auswähle, zu denen ich auch einen Bezug habe. Mein Sponsor Lana Grossa passt als Strickgarn-Hersteller zum Beispiel super zu mir als begeisterter Strickerin.
Leider macht der Sport in letzter Zeit auch immer wieder Negativ-Schlagzeilen: Nach der Leichtathletik-WM in Berlin ist das Thema Doping wieder in alle Munde. Auch die Biathleten werden immer wieder mit Doping-Verdächtigungen konfrontiert. Belastet dich das?
Magdalena Neuner: Ich selbst weiß, wo meine Leistung herkommt und habe auch in mehreren Interviews bereits stärkere Kontrollen für uns alle angemahnt. Ich bin für harte Strafen im Doping und langfristige Sperren. Aber vieles ist auch immer Einzelfallbetrachtung und die Diskussion über Doping birgt so manches pauschale Vorurteil in sich.
Glaubst du, dass es im Biathlon-Sport sauber zugeht?
Magdalena Neuner: Nun, die Frage ist sicherlich zu verneinen, denn es gab ja bereits Dopingfälle. Man sollte einerseits nicht naiv mit dem Thema umgehen, andererseits aber auch nicht mit Pauschalisierungen arbeiten, die keine Grundlage haben. Ich als Sportler kann nur immer wieder sagen, dass wir noch stärker kontrolliert werden wollen.
Zurück zu Olympia: Du bist bereits sechsfache Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin. Nach all diesen Erfolgen wirst du bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver natürlich in der Favoritenrolle gesehen. Wie gehst du mit diesem Druck um?
Magdalena Neuner: Druck ist definitiv da. Aber ich weiß auch, dass ich gut trainiert habe. Was von außen erwartet wird, kann ich natürlich nicht beeinflussen, aber ich versuche, das nicht so sehr an mich heranzulassen. Wenn ich immer mein Bestes gebe, brauche ich mir auch nichts vorzuwerfen.
Nach Ihrer ersten Weltcupsaison 2006/2007 hast du gesagt, dass eine Olympische Medaille dein größter Traum wäre. Wird dieser Traum in Vancouver in Erfüllung gehen?
Magdalena Neuner: Eine Olympische Medaille ist wohl der Traum eines jeden ehrgeizigen Sportlers, aber Erfolge sind immer auch Ergebnis jahrelanger harter Arbeit gepaart mit dem nötigen Quäntchen Glück. Ich bin mir bewusst, dass auch viele andere Athleten hart für diese Ziele trainieren und der Kampf um die Medaillen sehr schwer wird.
Die Olympischen Strecken im Whistler Olympic Parc scheinen dir ja schon mal zu liegen, wie deine Podestplätze beim dortigen Weltcup zeigten...
Magdalena Neuner: Das Weltcup-Wochenende in Kanada letzte Saison hat mir sehr gut gefallen, Whistler ist ein schöner Wettkampfort mit einer interessanten Streckenführung, die auf jeden Fall olympiawürdig ist. Auch die Leute dort waren alle sehr freundlich und bemüht. Und natürlich wäre es die Erfüllung eines Traumes, dieses Mal – bei Olympia – wieder auf dem Treppchen zu stehen!
Alles steht im Zeichen der Olympischen Winterspiele im Februar 2010 im kanadischen Vancouver. Bei deiner Premiere vor kanadischem Publikum beim Weltcup im März 2009 bist du im Sprint und mit der Staffel gleich auf dem Podest gelandet. Ein gutes Omen?
Magdalena Neuner (lacht): Ich hoffe es! Aber gute Leistungen fallen nicht vom Himmel. Man muss viel Mühe verwenden, um sich Erfolg zu erarbeiten. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben und wir werden sehen, was dabei herauskommt.
Nach je drei Weltmeistertiteln und dem Gesamtweltcupsieg in deinen beiden ersten Weltcup-Saisons lief es letzten Winter mit Krankheiten und Problemen am Schießstand für dich nicht ganz so perfekt...
Magdalena Neuner: Mir war klar, dass nach den ersten beiden Weltcup-Saisons die Ansprüche sehr hoch waren. Aber man kann solche Erfolge halt nicht in Serie bringen, das hängt von so vielem ab. Dabei bin ich meiner Meinung nach am Ende der Saison mit dem vierten Platz im Gesamtweltcup und dem Gewinn der kleinen Kristallkugel im Einzel noch ganz gut rausgekommen. Alles in allem war es eine sehr lehrreiche Saison.
Hast du denn in der diesjährigen Saisonvorbereitung etwas umgestellt?
Magdalena Neuner: Oft werde ich ja als schlechte Schützin dargestellt, dabei stimmt das gar nicht. Ich weiß, dass ich schießen kann, meine Technik ist nahezu perfekt. Es liegt am Kopf und daran habe ich gearbeitet und mir auch Hilfe von Jemandem geholt, mit dem ich jetzt im mentalen Bereich zusammenarbeite - damit’s diesen Winter einfach besser klappt!
Was sind deine Ziele für Vancouver?
Magdalena Neuner: Dort eine Medaille zu erlangen, wäre mein größter Traum. Ich will aber auch im Weltcup konstant gute Leistungen bringen.
Du kommst ja ganz schön rum: Die laufende Wettkampfsaison führt dich in zehn verschiedene Länder, vom Weltcup-Auftakt in Schweden bis hin zu den Olympischen Spielen in Kanada. Hast du zwischen Reisen, Training und Wettkämpfen auch Zeit, dich vor Ort umzuschauen?
Magdalena Neuner: Ich reise sehr gern – aber während der Saison bleibt meist wenig Zeit, sich die vielen Länder, in denen wir sind, anzuschauen. Da ist man eher froh, wenn man nach so langer Zeit mal wieder in seinem eigenen Bett schlafen kann.
Hört sich fast nach einem 24-Stunden-Tag an... Bleibt da noch Zeit für die eigene Freizeit?
Magdalena Neuner: Naja, unser Zeitplan ist schon recht straff, aber zwischendurch muss auch mal Zeit für Familie und Hobbys sein, um abzuschalten und den Stress abzubauen.
Für dich als heimatverbundenem Familienmenschen ist das sicher nicht leicht, oder?
Magdalena Neuner: Ich bin ein absoluter Familienmensch und zuhause fühle ich mich einfach am wohlsten. Da freut man sich am Ende der Saison nach so langer Zeit wirklich wieder auf daheim. Aber bei unserem vollen Terminplan und dem guten Klima im Team kommt sowieso kein Heimweh auf. Außerdem kann man ja heute zum Glück leicht über das Internet in Kontakt bleiben und auf langen Reisen gibt mir auch mein Hobby, das Stricken, ein wenig Heimatgefühl, egal wo auf der Welt ich gerade bin.
Davon haben wir schon gehört: Spätestens seitdem du für den deutschen Strickgarn-Hersteller Lana Grossa wirbst, bist du uns allen als begeisterte Strickerin bekannt. Wie kam es zu diesem Hobby?
Magdalena Neuner: Ich habe schon als Kind meiner Mutter beim Stricken zugeschaut und es mit sieben Jahren von ihr gelernt. Gerade für mich als Profisportlerin mit wenig Freizeit ist dieses Hobby ideal: Man kann es immer und überall machen, Nadeln und Wollknäuel passen in jeden Koffer.
Und du bist nicht allein: Mittlerweile gibt es einen weltweiten Tag des öffentlichen Strickens, unzählige Weblogs begeisterter Stricker im Internet und sogar eine Strick-WM. Was ist das Faszinierende am Kreativsein mit Nadeln und Wolle?
Magdalena Neuner: Zunächst einmal braucht man dazu eben wirklich nur Nadeln und Wolle, man kann es also überall und auch mal zwischendurch machen. Das ist gerade bei meinem vollgepackten Terminkalender optimal. Außerdem kann ich mich beim Stricken total gut entspannen, zum Beispiel nach einem anstrengenden Trainingstag. Und dann macht es einfach Spaß etwas Nützliches mit den eigenen Händen herzustellen und seine eigenen Ideen zu völlig individuellen Sachen umzusetzen!
Was strickst du denn so?
Magdalena Neuner: Hm, eigentlich alles. Socken, Mützen, Schals, aber auch schwierigere Sachen wie zum Beispiel Pullover. Dabei sind die auch nicht so schwer, wenn man mit einer Strickvorlage aus einem der vielen Strickmagazine wie zum Beispiel dem Modejournal Filati arbeitet.
... und warme Mützen kannst du diesen Winter sicher gebrauchen. Im kanadischen Whistler, wo die Biathlon-Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele stattfinden, herrschen im Winter Durchschnittstemperaturen von bis zu -12° C.
Magdalena Neuner (lacht): Ja, das ist natürlich auch ein Vorteil meines Hobbys, gerade selbstgestrickte Mützen und Schals trage ich sehr gerne in der kalten Jahreszeit.
Gibt es denn sonst noch Verbindungen zwischen Stricken und deiner Sportart?
Magdalena Neuner: Naja, wie am Schießstand muss man sich auch beim Stricken konzentrieren, gerade wenn man kompliziertere Muster strickt. Und wenn man sich an größere Teile heranwagt, braucht man auch manchmal eine gehörige Portion Ausdauer.
Ausdauer brauchst du sicher auch ab und zu außerhalb der Loipe: Wer so erfolgreich ist wie du, steht automatisch im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Nervt dich das manchmal?
Magdalena Neuner: Klar genießt man das öffentliche Interesse auch ein wenig, aber eigentlich bin ich nicht so der Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht. Gerade während der Saison kollidieren auch oft Trainings- oder Wettkampfzeiten mit Gesprächswünschen von den Medien, da ist das dann schon manchmal anstrengend.
Der Medienrummel um deine Person hat aber auch gute Seiten: Die Sponsoren stehen bei dir ja Schlange...
Magdalena Neuner: Das ist richtig und meine Sponsoren sind für mich auch eine große Unterstützung bei der Ausübung meines Sports. Aber meiner Meinung nach sollten Sponsoringprojekte immer authentisch sein, so dass ich prinzipiell nur Unternehmen auswähle, zu denen ich auch einen Bezug habe. Mein Sponsor Lana Grossa passt als Strickgarn-Hersteller zum Beispiel super zu mir als begeisterter Strickerin.
Leider macht der Sport in letzter Zeit auch immer wieder Negativ-Schlagzeilen: Nach der Leichtathletik-WM in Berlin ist das Thema Doping wieder in alle Munde. Auch die Biathleten werden immer wieder mit Doping-Verdächtigungen konfrontiert. Belastet dich das?
Magdalena Neuner: Ich selbst weiß, wo meine Leistung herkommt und habe auch in mehreren Interviews bereits stärkere Kontrollen für uns alle angemahnt. Ich bin für harte Strafen im Doping und langfristige Sperren. Aber vieles ist auch immer Einzelfallbetrachtung und die Diskussion über Doping birgt so manches pauschale Vorurteil in sich.
Glaubst du, dass es im Biathlon-Sport sauber zugeht?
Magdalena Neuner: Nun, die Frage ist sicherlich zu verneinen, denn es gab ja bereits Dopingfälle. Man sollte einerseits nicht naiv mit dem Thema umgehen, andererseits aber auch nicht mit Pauschalisierungen arbeiten, die keine Grundlage haben. Ich als Sportler kann nur immer wieder sagen, dass wir noch stärker kontrolliert werden wollen.
Zurück zu Olympia: Du bist bereits sechsfache Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin. Nach all diesen Erfolgen wirst du bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver natürlich in der Favoritenrolle gesehen. Wie gehst du mit diesem Druck um?
Magdalena Neuner: Druck ist definitiv da. Aber ich weiß auch, dass ich gut trainiert habe. Was von außen erwartet wird, kann ich natürlich nicht beeinflussen, aber ich versuche, das nicht so sehr an mich heranzulassen. Wenn ich immer mein Bestes gebe, brauche ich mir auch nichts vorzuwerfen.
Nach Ihrer ersten Weltcupsaison 2006/2007 hast du gesagt, dass eine Olympische Medaille dein größter Traum wäre. Wird dieser Traum in Vancouver in Erfüllung gehen?
Magdalena Neuner: Eine Olympische Medaille ist wohl der Traum eines jeden ehrgeizigen Sportlers, aber Erfolge sind immer auch Ergebnis jahrelanger harter Arbeit gepaart mit dem nötigen Quäntchen Glück. Ich bin mir bewusst, dass auch viele andere Athleten hart für diese Ziele trainieren und der Kampf um die Medaillen sehr schwer wird.
Die Olympischen Strecken im Whistler Olympic Parc scheinen dir ja schon mal zu liegen, wie deine Podestplätze beim dortigen Weltcup zeigten...
Magdalena Neuner: Das Weltcup-Wochenende in Kanada letzte Saison hat mir sehr gut gefallen, Whistler ist ein schöner Wettkampfort mit einer interessanten Streckenführung, die auf jeden Fall olympiawürdig ist. Auch die Leute dort waren alle sehr freundlich und bemüht. Und natürlich wäre es die Erfüllung eines Traumes, dieses Mal – bei Olympia – wieder auf dem Treppchen zu stehen!
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