Portrait - Tina Bachmann (GER)
Biathlon2b Redaktion am 26.11.2009 - 10:02 Uhr
Steckbrief
Geburtsdatum: 15. Juli 1986
Geburtsort: Schmiedeberg
Verein: SG Stahl Schmiedeberg
Beruf: Polizeimeister-Anwärterin
Schon mit drei Jahren auf die Ski
Tina Bachmann wurde im Sommer 1986 in Schmiedeberg im Erzgebirge geboren. Schon früh machte die Sächsin ihre ersten Schritte auf Ski. "Ich war schon immer ein Mensch, der viel Bewegung brauchte und so kam es, dass ich bereits mit drei Jahren zum ersten Mal auf Ski stand", erklärt Tina ihre Anfänge auf ihrer Homepage. Dann dauerte es jedoch einige Jahre, bis sie im April 1997 mit dem regelmäßigen Training im SSV Altenberg begann. Bald darauf wechselte sie zur SG Stahl Schmiedeberg. Um Schule und Sport besser unter einen Hut zu bringen, entschied sie sich als Zwölfjährige, auf das Internat der Eliteschule des Sports des Bergstadtgymnasiums "Glück Auf" Altenberg zu gehen, wo sie 2004 ihr Abitur machte. Seither hat sie im oberbayerischen Bad Endorf eine zweite Heimat gefunden, wo sie sich zur Polizeimeisterin ausbilden lässt und außerdem ihren Sport professionell ausüben kann.
Erste Erfolge in der Jugend
Die Arbeit am Sportgymnasium Altenberg trug schon bald erste Früchte, wenn Tina Bachmann auch wachstumsbedingte Rückschläge hinnehmen musste. Im Winter 2002/2003 heimste die Schmiedebergerin erste Medaillen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften ein und auch im Winter darauf konnte sie sich weiter steigern. Neben ihren Einsätzen im Deutschlandpokal, wo sie Zweite der Gesamtwertung wurde, schickte man sie auch erstmals zu einem Junioren-Europacup in den Bayerischen Wald, wo sie die Wettkämpfe als Neunte und 13. beendete. In der Saison 2004/2005 berief man Tina in den C-Kader und setzte sie regelmäßiger im Europacup ein, wo sie sich unter den besten Zehn festsetzen konnte.
Medaillen blieben (fast) aus
International blieb die Sächsin allerdings ohne Edelmetall bei Großereignissen, erreichte aber als 18-Jährige in ihrem ersten Jahr bei den Juniorinnen bei der 2005 in Kontiolahti immerhin einen elften Rang und verpasste im Winter 2005/2006 bei den Junioren-Europameisterschaften in Langdorf-Arbersee die Medaillen dreimal nur knapp. Erst in der Staffel reichte es endlich zum langersehnten Titel gemeinsam mit Susann König und Carolin Hennecke. Damit schnitt sie als beste deutsche Teilnehmerin bei diesen Titelkämpfen ab. Insgesamt muss man Besuche von Tina Bachmann auf dem oberen Podest in internationalen Rennen als Rarität einstufen, denn die Sächsin konnte bis einschließlich 2007/2008 nur drei Siege im Europacup feiern, davon einen mit der Staffel. Dennoch steigerte sie sich stetig, so dass sie sich nach einem zehnten Gesamtrang im Vorwinter im Frühjahr 2008 als zweitbeste Dame im Europacup feiern lassen konnte. Außerdem gewann die Staffel-Silber bei den Europameisterschaften in Nove Mesto.
Eine fast schon verkorkste Saison.....
Der Winter 2008/2009 begann für Tina alles andere als positiv. Vor der Saison plagten die 22-Jährige Fußprobleme durch eine entzündete Achillessehne, doch dem ersten IBU-Cup stand nichts im Wege. Dort meldete sich allerdings wieder die große Schwäche der Schmiedebergerin, das Schießen. So konnte sie sich nicht im Vorderfeld einreihen. In den folgenden Wochen nahm eine ganze Krankheitsserie ihren Lauf, die sie bis Anfang Februar außer Gefecht setzte. Nach erneuten Schmerzen im Fuß war von Trainingsrückstand beim IBU-Cup in Osrblie nichts mehr zu spüren. Dort erreichte sie trotz schwieriger äußerer Bedingungen zwei Siege und reiste zuversichtlich zu den Europameisterschaften ins russische Ufa. Mit den Ergebnissen bei den Titelkämpfen zeigte sich Tina recht zufrieden, ärgerte sich aber dennoch über zweimal Blech in Sprint und Verfolgung. "Nach guten Ergebnissen in Sprint und Verfolgung hatte ich Hunger auf mehr", erklärte sie, was sie mit der Bronzemedaille mit der Staffel trotz einer Strafrunde auch erreichte. Sprachlos zeigte sich die Polizeimeister-Anwärterin dann allerdings nach ihrer Rückkehr in Deutschland auf dem Flughafen...
...endet mit dem ersten Weltcup-Triumph
"Als ich auf mein Gepäck wartete, bekam ich die Nachricht, dass ich meinen Pass nochmals an den DSV schicken soll, da man für mich noch ein Visum beantragen müsse. Erst habe ich das nicht ganz verstanden, bis der Groschen gefallen ist. Ich darf nochmals nach Russland und davor nach Norwegen die letzten beiden Weltcups starten. Ich konnte es nicht glauben. Ich kam mir vor wie in einem Märchen", freute sie sich über die Chance. Diese nutze Tina Bachmann auch sehr gut und erreichte trotz großer Nervosität die Plätze 23 und 27 in Sprint und Verfolgung in Trondheim. Als "tolle Erfahrung" nahm sie ihre ersten beiden Rennen im Weltcup und reiste zuversichtlich weiter mit dem Team zum Saisonfinale im russischen Khanty-Mansiysk. Dort landete die 22-Jährige ihren ganz großen Coup und stürmte nach tadelloser Schieß- und Laufleistung völlig überraschend zu ihrem ersten Weltcup-Erfolg.
Erfolge
Weltcup:
- 1. Platz 2008/2009 (Khanty-Mansiysk)
Europameisterschaften:
- Gold mit der Staffel 2006 (Juniorinnen)
- Silber mit der Staffel 2008
- Bronze mit der Staffel 2009
Deutsche Meisterschaften:
- Silber in der Verfolgung 2009
Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften
- Gold mit der Mixed-Staffel 2009
Europacup/IBU-Cup:
- 5 Siege, davon einen mit der Staffel
- sieben weitere Podestplätze
Deutsche Jugend- und Junioren-Meisterschaften:
- 4x Gold
- 4x Silber
- 2x Bronze
Stand: 26.11.2009
Geburtsdatum: 15. Juli 1986
Geburtsort: Schmiedeberg
Verein: SG Stahl Schmiedeberg
Beruf: Polizeimeister-Anwärterin
Schon mit drei Jahren auf die Ski
Tina Bachmann wurde im Sommer 1986 in Schmiedeberg im Erzgebirge geboren. Schon früh machte die Sächsin ihre ersten Schritte auf Ski. "Ich war schon immer ein Mensch, der viel Bewegung brauchte und so kam es, dass ich bereits mit drei Jahren zum ersten Mal auf Ski stand", erklärt Tina ihre Anfänge auf ihrer Homepage. Dann dauerte es jedoch einige Jahre, bis sie im April 1997 mit dem regelmäßigen Training im SSV Altenberg begann. Bald darauf wechselte sie zur SG Stahl Schmiedeberg. Um Schule und Sport besser unter einen Hut zu bringen, entschied sie sich als Zwölfjährige, auf das Internat der Eliteschule des Sports des Bergstadtgymnasiums "Glück Auf" Altenberg zu gehen, wo sie 2004 ihr Abitur machte. Seither hat sie im oberbayerischen Bad Endorf eine zweite Heimat gefunden, wo sie sich zur Polizeimeisterin ausbilden lässt und außerdem ihren Sport professionell ausüben kann.
Erste Erfolge in der Jugend
Die Arbeit am Sportgymnasium Altenberg trug schon bald erste Früchte, wenn Tina Bachmann auch wachstumsbedingte Rückschläge hinnehmen musste. Im Winter 2002/2003 heimste die Schmiedebergerin erste Medaillen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften ein und auch im Winter darauf konnte sie sich weiter steigern. Neben ihren Einsätzen im Deutschlandpokal, wo sie Zweite der Gesamtwertung wurde, schickte man sie auch erstmals zu einem Junioren-Europacup in den Bayerischen Wald, wo sie die Wettkämpfe als Neunte und 13. beendete. In der Saison 2004/2005 berief man Tina in den C-Kader und setzte sie regelmäßiger im Europacup ein, wo sie sich unter den besten Zehn festsetzen konnte.
Medaillen blieben (fast) aus
International blieb die Sächsin allerdings ohne Edelmetall bei Großereignissen, erreichte aber als 18-Jährige in ihrem ersten Jahr bei den Juniorinnen bei der 2005 in Kontiolahti immerhin einen elften Rang und verpasste im Winter 2005/2006 bei den Junioren-Europameisterschaften in Langdorf-Arbersee die Medaillen dreimal nur knapp. Erst in der Staffel reichte es endlich zum langersehnten Titel gemeinsam mit Susann König und Carolin Hennecke. Damit schnitt sie als beste deutsche Teilnehmerin bei diesen Titelkämpfen ab. Insgesamt muss man Besuche von Tina Bachmann auf dem oberen Podest in internationalen Rennen als Rarität einstufen, denn die Sächsin konnte bis einschließlich 2007/2008 nur drei Siege im Europacup feiern, davon einen mit der Staffel. Dennoch steigerte sie sich stetig, so dass sie sich nach einem zehnten Gesamtrang im Vorwinter im Frühjahr 2008 als zweitbeste Dame im Europacup feiern lassen konnte. Außerdem gewann die Staffel-Silber bei den Europameisterschaften in Nove Mesto.
Eine fast schon verkorkste Saison.....
Der Winter 2008/2009 begann für Tina alles andere als positiv. Vor der Saison plagten die 22-Jährige Fußprobleme durch eine entzündete Achillessehne, doch dem ersten IBU-Cup stand nichts im Wege. Dort meldete sich allerdings wieder die große Schwäche der Schmiedebergerin, das Schießen. So konnte sie sich nicht im Vorderfeld einreihen. In den folgenden Wochen nahm eine ganze Krankheitsserie ihren Lauf, die sie bis Anfang Februar außer Gefecht setzte. Nach erneuten Schmerzen im Fuß war von Trainingsrückstand beim IBU-Cup in Osrblie nichts mehr zu spüren. Dort erreichte sie trotz schwieriger äußerer Bedingungen zwei Siege und reiste zuversichtlich zu den Europameisterschaften ins russische Ufa. Mit den Ergebnissen bei den Titelkämpfen zeigte sich Tina recht zufrieden, ärgerte sich aber dennoch über zweimal Blech in Sprint und Verfolgung. "Nach guten Ergebnissen in Sprint und Verfolgung hatte ich Hunger auf mehr", erklärte sie, was sie mit der Bronzemedaille mit der Staffel trotz einer Strafrunde auch erreichte. Sprachlos zeigte sich die Polizeimeister-Anwärterin dann allerdings nach ihrer Rückkehr in Deutschland auf dem Flughafen...
...endet mit dem ersten Weltcup-Triumph
"Als ich auf mein Gepäck wartete, bekam ich die Nachricht, dass ich meinen Pass nochmals an den DSV schicken soll, da man für mich noch ein Visum beantragen müsse. Erst habe ich das nicht ganz verstanden, bis der Groschen gefallen ist. Ich darf nochmals nach Russland und davor nach Norwegen die letzten beiden Weltcups starten. Ich konnte es nicht glauben. Ich kam mir vor wie in einem Märchen", freute sie sich über die Chance. Diese nutze Tina Bachmann auch sehr gut und erreichte trotz großer Nervosität die Plätze 23 und 27 in Sprint und Verfolgung in Trondheim. Als "tolle Erfahrung" nahm sie ihre ersten beiden Rennen im Weltcup und reiste zuversichtlich weiter mit dem Team zum Saisonfinale im russischen Khanty-Mansiysk. Dort landete die 22-Jährige ihren ganz großen Coup und stürmte nach tadelloser Schieß- und Laufleistung völlig überraschend zu ihrem ersten Weltcup-Erfolg.
Erfolge
Weltcup:
- 1. Platz 2008/2009 (Khanty-Mansiysk)
Europameisterschaften:
- Gold mit der Staffel 2006 (Juniorinnen)
- Silber mit der Staffel 2008
- Bronze mit der Staffel 2009
Deutsche Meisterschaften:
- Silber in der Verfolgung 2009
Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften
- Gold mit der Mixed-Staffel 2009
Europacup/IBU-Cup:
- 5 Siege, davon einen mit der Staffel
- sieben weitere Podestplätze
Deutsche Jugend- und Junioren-Meisterschaften:
- 4x Gold
- 4x Silber
- 2x Bronze
Stand: 26.11.2009
Fotoserie: Portrait - Tina Bachmann (GER)
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